VW, Skoda, Audi und Mercedes geben Gas bei Stromautos

Elektro-SUV unter 40.000 Euro – so schlägt sich der Mercedes EQA im ersten Test

Mercedes-Benz EQA 250 schwarz Frontansicht
+
Vorbote einer ganzen Familie. Der EQA 250 ist der erste Kompakt-SUV auf Elektrobasis von Mercedes-Benz.

Mercedes legt beim Elektro-SUV EQA nach. Zur Basisversion EQA 250 gesellt sich das neue Top-Modell EQA 350 mit 292 PS und Allrad.

  • Der EQA 250 ist baugleich mit dem GLA aber zu 100 Prozent elektro.
  • Die Reichweite von 426 Kilometern ist realistisch, aber nicht im Winter.
  • Mit dem Auto an der „Tanke“ bezahlen – auch das geht jetzt mit dem EQA.

Jetzt kommt Schwung in die Elektro-Bude. Vorbei die Zeiten als Tesla still und leise seine Elektro-Runden drehen konnte. Vor allem bei den elektrifizierten Kompakt-SUVs fahren die deutschen Konzerne einiges auf. VW mit dem ID4, Skoda mit dem Enyaq iV, Audi mit dem Q4 e-tron. Alles Modelle, die knapp 40.000 Euro kosten nach Abzug der Umwelt-Prämie. Seit März wartet in diesem Segment schon der Mercedes EQA* auf seine Kundschaft.

Mercedes EQA 300 und 350 – mehr Leistung, gleiche Reichweite

Aber erst jetzt dürfte das Geschäft erst so richtig losgehen. Denn nach dem von der Leistung her vergleichsweise schmalbrüstigen EQA 250 (140kW) kommen mit dem EQA 300 und EQA 350 Allradmodelle mit gleich zwei E-Motoren auf die Straße. Die Power wächst auf bis zu 215 kW mit einem Drehmoment von 520 Nm. Nur die Reichweite ist bei allen Modellen gleich und liegt zwischen 420 und 430 Kilometern. Dafür kostet die stärkste Version dann auch schon fast 10.000 Euro mehr.

Typisch für die Mercedes-Benz-EQ-Familie sind die durchgehenden Leuchtenbänder auf dem Heck.

Lesen Sie zudem: Bußgelder sollen steigen: Wo es für Autofahrer besonders teuer wird

Ab diesem Tempo geht dem Mercedes EQA die Luft aus

Aber braucht es das wirklich? Wir konnten den Mercedes EQ 250 rund um Stuttgart schon fahren – und waren mit Motorleistung und Abzug eigentlich zufrieden. Die 190-PS-Maschine zieht den Zweitonner locker und lässig zumindest bis Tempo 60 fühlt sich das richtig agil an. Dann geht dem Fronttriebler sukzessive die Luft aus. Die Stoppuhr beim Sprint von 0 auf 100 bleibt bei 8,9 Sekunden stehen. Bis Tempo 120 geht das gut, dann wird es immer zäher – die Tachonadel bleibt schon bei 160 hängen. Bewusst. Denn ähnlich wie bei Benziner oder Diesel ziehen die Maschinen unter hohen Belastungen zu viel Energie. Deshalb ist beim EQA Schluss schon bei Tempo 160 – wer hätte das gedacht bei einem Mercedes? Nur geht man in Stuttgart mit dieser Info etwas leiser um als die Kollegen von Volvo, die ihr freiwillig eingebautes Tempolimit von 180 km/h gleich an die große PR-Glocke gehängt haben.

Interieur und Cockpit sind bei EQA und GLA ziemlich ähnlich. Die zwei 10,25 Zoll großen Bildschirme gibt es gegen Aufpreis.

Lesen Sie zudem: Elektroautos im Check: Die wichtigsten Fragen zur E-Mobilität

Das unterscheidet den Mercedes EQA vom GLA

Beim Fahren unterscheidet sich der EQA sonst kaum von seinen Benziner- und Diesel-Kollegen. Die heißen nach wie vor GLA und sehen nahezu identisch aus. Abgesehen vom geschlossenen Black-Panel-Kühlergrill und dem durchgehenden Heckleuchtenband handelt es sich um die gleiche Plattform, auf der das Auto wahlweise in Rastatt oder in Peking vom Band läuft. Mag sein, dass das Fahrwerk einen Tick anders reagiert wegen der Akkus im Unterboden. Mag sein, dass das Auto insgesamt komfortabler ausgelegt wurde – weil das auch besser zu so einem flüsterleisen Stromer passt.

Bis zu 100 kW kann der Mercedes-Benz EQA laden, für ein Jahr zum Vorzugspreis von 0,29 Cent.

Zwei Möglichkeiten, zwei Zeiten – so lange lädt der Mercedes EQA auf.

Auch wenn der EQA nicht von vorneherein als eigenständiges Elektroauto entwickelt wurde, so hat Mercedes doch viel Technik in den SUV gepackt, damit er alltagstauglich wird. Mit der Batterie kommt man über 400 Kilometer weit. Nach den Testfahrten erscheint das auch realistisch, im tiefen Winter sieht das vielleicht anders aus. Trotzdem: Hier kann Mercedes mit dem EQA schon punkten. Auch bei den Ladezeiten. Mit 11 kW zieht der Onboard-Lader an einer AC-Wallbox in knapp sechs Stunden so viel Strom, dass man zumindest über Nacht oder an einem entsprechend ausgestatteten Parkplatz während der Arbeitszeit wieder volle Leistung hat. Oder man nutzt 100 kW an einer der DC-Schnellade-Säulen. 30 Minuten, schon kann es weitergehen.

Bordcomputer schickt EQA-Fahrer automatisch zur besten Ladesäule

Damit die Energie auch bei langen Überlandfahrten nicht ausgeht, hat der EQA einen digitalen Helfer an Bord, der permanent ausrechnet, wie lange der „Saft“ noch reicht. Und zwar unter Einbeziehung von der Außentemperatur, der Topographie und des Fahrstils. Das baut Vertrauen beim Fahrer auf, auch weil das Auto die effizienteste Route wählt und rechtzeitig empfiehlt, welche Ladestation verfügbar ist, und welche man ansteuern sollte. Dürfte bei 450.000 Ladepunkten, die mittlerweile vom Mercedes-Ladenetzwerk erfasst werden, eigentlich kein Problem sein. Praktisch auch: Die Bezahlung erfolgt über das Auto! Ein Jahr lang zum Festpreis von 0,29 Cent für die Kilowattstunde. Und ein gutes grünes Gewissen kann der Mercedes-Fahrer auch haben. Grundsätzlich wird Ökostrom „getankt“. Steht der nicht zur Verfügung, sorgt Mercedes für einen finanziellen Ausgleich.

Rund 100 Liter weniger fasst der Kofferraum des Elektro-SUVs im Vergleich zum Verbrenner-Bruder GLA.

Lesen Sie zudem: Alltagstest Porsche Cayenne: Das braucht ein Hybrid-SUV wirklich

Nur beim Kofferraum müssen E-Fahrer Abstriche hinnehmen

Abgesehen vom Antrieb und den leichten kosmetischen Korrekturen im Blechkleid unterscheiden sich EQA und GLA nur noch beim Kofferraumvolumen. Hier muss der Kunde auf rund ein Viertel verzichten. Nur 340 Liter passen hinein, obwohl die Karosserie schon um rund fünf Zentimeter gewachsen ist. Dafür ist der Radstand identisch, was für ähnliche Platzverhältnisse im Fond sorgt. Also vorne sehr bequem, hinten kann es bei längeren Fahrten schon mal eng werden.

Design-Chef Wagener ist ein Fan von diesem Ausstattungsdetail. Roségold in den Lüftungsdüsen gibt es nur bei EQ-Modellen.

Diese Pläne hat Mercedes noch mit dem EQA

Die neuen Mitglieder EQA 300 und EQA 350 4matic sind ab sofort bestellbar und sind erst der Anfang der EQA-Familie. Später soll ein größerer Akku zur Verfügung stehen mit rund 500 Kilometern Reichweite und um ein echtes AMG-Modell muss man sich auch keine Sorgen machen. Das kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche. Die Motorarchitektur mit einer Maschine vorne und einer hinten empfiehlt sich geradezu für sportliche Fahrzeuge. Schon beim 300er und 350er wird die Leistung je nach Bedarf blitzschnell zwischen den Achsen verschoben. Bis zu 100 Mal pro Sekunde ruft der Rechner die entsprechenden Daten ab. Im Sportmodus powert er mehr von hinten. Braucht der EQA mehr Traktion, zum Beispiel im Winter, spielt auch Frontmotor eine größere Rolle. Der EQA 300 hat 228 PS (390 Nm Drehmoment), der 350er bringt es schon auf 292 PS und 520 Nm Drehmoment. Damit rennt Letzterer in strammen 6,0 Sekunden von 0 auf 100.

Reicht auch der EQA 250? Unser Fazit!

Auch wenn wir den Allrad-EQA noch nicht fahren konnten, wagen wir eine Prognose: Egal ob Verbrenner oder Elektro: Über mehr Leistung unter der Motorhaube freut man sich immer. Wenn nicht, oder wenn einem das die 10.000 Euro Unterschied nicht wert sind: Der kleine EQA reicht für den Alltag völlig aus.

  • Technische Daten Mercedes EQA  250
  • - Motor: E-Maschine (asynchron) auf der Vorderachse
  • - Leistung: 140 kW (190 PS)
  • - Drehmoment: 375 Nm
  • - Antrieb: 1-Gang-Stirnrad-Getriebe
  • - 0-100 km/h: 8,9 Sekunden
  • - Spitze: 160 km/h
  • - Batterie Kapazität: 66,5 kWh
  • - Ladeleistung: 5 Std. 45 Min. (AC-Wallbox mit 11,0 kW AC), 30 Minuten (DC mit 100 kW bis 80 Prozent)
  • - Reichweite: bis 426 km
  • - Verbrauch: 17,7 kWh / 100 km
  • - Länge / Breite / Höhe: 4,46 / 1,83 / 1,62 m
  • - Leergewicht / Zuladung: 2040 / 430 kg
  • - Anhängelast (gebr.): 750 kg
  • - Kofferraum: 340 – 1320 l
  • - Preis: Ab 47.450 Euro

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant: Neuer Super-SUV von Alpina – das hat der XB7 wirklich drauf

Skurrile Extras für das Auto

Ein Kelch, der besser nicht an einem vorbeigeht: Lässt sich doch diese Silberarbeit im Mercedes-Maybach mit allerlei Köstlichem füllen, um im Fond feudal zu genießen. Foto: Daimler AG/dpa-tmn
Ein Kelch, der besser nicht an einem vorbeigeht: Lässt sich doch diese Silberarbeit im Mercedes-Maybach mit allerlei Köstlichem füllen, um im Fond feudal zu genießen. Foto: Daimler AG/dpa-tmn © Daimler AG
Eindeutig, so riecht’s mit offenem Dach: Bei Mercedes sollen Duftspender olfaktorische Genüsse ermöglichen - mit eigenen Noten, etwa für Cabrios oder Coupés. Foto: Daimler AG/dpa-tmn
Eindeutig, so riecht’s mit offenem Dach: Bei Mercedes sollen Duftspender olfaktorische Genüsse ermöglichen - mit eigenen Noten, etwa für Cabrios oder Coupés. Foto: Daimler AG/dpa-tmn © Daimler AG
Es werde Licht: BMW illuminiert dem geneigten X6-Kunden den traditionellen Nierengrill. Foto: BMW AG/dpa-tmn
Es werde Licht: BMW illuminiert dem geneigten X6-Kunden den traditionellen Nierengrill. Foto: BMW AG/dpa-tmn © BMW AG
VIP-Lounge auf der Weide: Mit einem ausklappbaren Luxussitz wie im Range Rover SV Autobiography lassen sich Beobachtungen aller Art im Freien durchführen. Foto: Land Rover/dpa-tmn
VIP-Lounge auf der Weide: Mit einem ausklappbaren Luxussitz wie im Range Rover SV Autobiography lassen sich Beobachtungen aller Art im Freien durchführen. Foto: Land Rover/dpa-tmn © Land Rover
Es ist doch alles Gold, was glänzt: Die "Spirit of Exctasy" oder auch "Emily" kann sich gegen entsprechend Aufschlag auch ganz in Gold auf dem Rolls-Royce-Kühler räkeln. Foto: Rolls-Royce/dpa-tmn
Es ist doch alles Gold, was glänzt: Die «Spirit of Exctasy» oder auch «Emily» kann sich gegen entsprechend Aufschlag auch ganz in Gold auf dem Rolls-Royce-Kühler räkeln. Foto: Rolls-Royce/dpa-tmn © Rolls-Royce
Digitaler Verbrenner im E-Auto: Animiertes Kaminfeuer im Tesla für alle, die es nach Heimeligkeit dürstet. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Digitaler Verbrenner im E-Auto: Animiertes Kaminfeuer im Tesla für alle, die es nach Heimeligkeit dürstet. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn © Thomas Geiger
Transparente Finanzaktion: Gegen Geld montiert Rolls-Royce die "Emily" auch in Kristallglas auf den Kühler. Foto: Rolls-Royce/dpa-tmn
Transparente Finanzaktion: Gegen Geld montiert Rolls-Royce die «Emily» auch in Kristallglas auf den Kühler. Foto: Rolls-Royce/dpa-tmn © Rolls-Royce
Luxus zwischen Häkeldecken: Innenraumschmuck im Häkelstil beim nur in Japan erhältlichen Toyota Century. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Luxus zwischen Häkeldecken: Innenraumschmuck im Häkelstil beim nur in Japan erhältlichen Toyota Century. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn © Thomas Geiger
Picknick für Fortgeschrittene: Ganz extravagante und maßgeschneiderte Vorrichtungen für Speis und Trank wie hier in einem Bentley erfordern entsprechende finanzielle Speckschichten. Foto: Bentley/dpa-tmn
Picknick für Fortgeschrittene: Ganz extravagante und maßgeschneiderte Vorrichtungen für Speis und Trank wie hier in einem Bentley erfordern entsprechende finanzielle Speckschichten. Foto: Bentley/dpa-tmn © Bentley
Ab ins Luxuskörbchen: Wo es doch auch Herrchen und Frauchen gern ein wenig luxuriöser angehen lassen, wollen die haarigen Begleiter auch nicht darben. Foto: Aston Martin/dpa-tmn
Ab ins Luxuskörbchen: Wo es doch auch Herrchen und Frauchen gern ein wenig luxuriöser angehen lassen, wollen die haarigen Begleiter auch nicht darben. Foto: Aston Martin/dpa-tmn © Aston Martin

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Meistgelesene Artikel

Hausmittel genial für Autositze: Tipps gegen Schmutz und Flecken

Hausmittel genial für Autositze: Tipps gegen Schmutz und Flecken

Hausmittel genial für Autositze: Tipps gegen Schmutz und Flecken
Umtausch der alten Führerscheine: Achtung, diese Fristen gelten

Umtausch der alten Führerscheine: Achtung, diese Fristen gelten

Umtausch der alten Führerscheine: Achtung, diese Fristen gelten
E-Roller zum Aufpusten vorgestellt - Er soll günstiger und sicherer sein

E-Roller zum Aufpusten vorgestellt - Er soll günstiger und sicherer sein

E-Roller zum Aufpusten vorgestellt - Er soll günstiger und sicherer sein
Warum E-Scooter so viel Emotionen wecken

Warum E-Scooter so viel Emotionen wecken

Warum E-Scooter so viel Emotionen wecken

Kommentare