Lexus GS 450 Hybrid

Höllisch stark und himmlisch sauber

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Lexus GS 450 Hybrid setzt neue Maßstäbe

Platz da, die japanischen Teufel kommen. Mit dem neuen Lexus GS 450 Hybrid will die Toyota-Luxusmarke die deutschen Platzhirsche BMW, Audi und Mercedes jetzt in der gehobenen Mittelklasse das Fürchten lehren.

Seit dem 16. Juni steht die mit 345 PS stärkste Hybrid-Limousine der Welt in Deutschland mit Preisen ab 54 750 Euro beim Händler. Der Sechs-Zylinder-Benziner mit 209 PS ist bereits ab 45.200 Euro zu haben.

Neuer Charakter, neues Gesicht: Mit dem markanten neuen „Diabolo-Kühlergrill“ vor der langen Motorhaube, den tiefen Spoilern und breiten Scheinwerfern wirkt der Japaner nicht nur sportlich-dynamisch, sondern auch bedrohlich-diabolisch. Bei unseren Testtouren auf der Autobahn und im Oberland gibt so mancher Klassenkonkurrent beim Blick in den Rückspiegel sofort den Weg frei.

Beim Start gibt sich der Nobel-Japaner hingegen äußerst zurückhaltend: Nach dem Druck auf den grünen Startknopf tut sich erst mal gar nichts. Kein Motorengeräusch, lediglich ein leises Summen eines Elektromotors, der das zum Einstieg zurückgefahrene Lenkrad wieder in die Ausgangsstellung bringt. Dennoch ist der Bolide startbereit. Beim Anfahren bewegt uns die Hybridbatterie zunächst bis zu Tempo 50 maximal vier Kilometer lautlos über die Straße.

Erst bei Vollgas erwacht der V6-Benzinmotor und der PS-Teufel unter der Haube. Er katapultiert den Zweitonner in nur 5,9 Sekunden auf Tempo 100 und uns in die sportlich gestalteten Sitze. Wow! 4,7 Sekunden bringen uns beim Zwischenspurt von 80 auf 120! Faszinierend: Beim Bremsen verwandelt der GS 450h die Bewegungsenergie wie ein Fahrraddynamo in Strom und speichert sie in seinen Hybrid-Akkus hinter den Rücksitzen.

Viele Knöpfe und Anzeigen: Der Innenraum ist großzügig gestaltet, Kritik gibt es aber für die umständliche Menüführung des Displays

Imposant auch der Blick auf den Drehzahlmesser: Das maximale Drehmoment beim neuen großen Lexus liegt bei nur 620Nm. Damit schlägt der GS 450h alle V8-Benziner, ist gegenüber modernen V8-Dieseln gleichwertig und dürfte im Vergleich zur künftigen Hybrid-Konkurrenz von BMW ActiveHybrid 5 und Audi A6 sparsamer und günstiger sein. Allerdings überschritten wir in unserem Praxistest den angegebenen Durchschnittsverbrauch von nur 5,9 Litern/100km mit 8,0 Litern deutlich. Gegenüber dem 7000 Euro teureren Vorgängermodell wurde der Spritverbrauch allerdings um 23 Prozent reduziert!

Bei dezenter Überlandfahrt schweben wir nun fast geräuschlos über die Straßen. Das Automatikgetriebe erlaubt zudem vier Fahr-Modi, die per Drehknopf auf der Mittelkonsole einstellbar sind: Eco, Normal, Sport S und Sport S+.

In Kurven und auf bergigen Straßen beweist der neue Lexus gegenüber dem Vorgänger erheblich verbesserte Fahrstabilität. Die Agilität wird durch die mitlen­kende Hinterachse erhöht, über die der GS 450h weltweit als erster Hybrid verfügt.

Der Innenraum ist großzügig, edel und elegant ausgestattet und sorgfältig verarbeitet. Alle Instrumente sind gut erreichbar und leicht bedienbar. Einziger Kritikpunkt: Die Menüführung des mit 12,3 Zoll bislang größten LCD-Displays in einem Fahrzeug ist im Vergleich zur Konkurrenz teilweise gewöhnungsbedürftig.

Optional gibt’s im Nobel-Japaner vier Ausstattungsvarianten sowie jede Menge elektrische Hightechhelfer: Pre-Crash Warnsystem mit Müdigkeitserkennung, radargesteuerter Tempomat, Toter-Winkel-Assistent in den Außenspiegeln, Rückfahrkamera, Allradlenkung, geruchskillende Klimaanlage sowie eine Highend- Anlage von Mark Levinson mit 17 Lautsprechern und 835 Watt. Der Konzertsaal auf Rädern hat auch an Gepäckraum zugelegt. Dank kompakterer Akkus stieg das Kofferabteil um 50 Prozent auf 482 Litern.

Fazit: Mit der nächsten Generation des Lexus GS setzt Toyota im Hybridbereich neue Maßstäbe und die deutsche Konkurrenz weiter unter Druck. In Sachen Fahreigenschaften und Qualität haben die Japaner beim Hybrid-Lexus stark aufgeholt, bezüglich Spritverbrauch und Kaufpreis der Hybrid-Fahrzeuge liegen sie weiterhin vorn.

Heinz Wilhelm

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