Forschungsprojekt

„Lautlos und einsatzbereit“: Polizei testet E-Autos im Extrembereich

Ein eGolf der Oldenburger Polizei steht an der Ladestation auf dem Gelände des Polizeireviers.
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Ein eGolf der Oldenburger Polizei steht an der Ladestation auf dem Gelände des Polizeireviers.

Bisher sind E-Autos bei der Polizei meist für die Verwaltung im Einsatz. Doch sie bestehen auch bei extremen Einsätzen, wie nun in einem Forschungsprojekt herauskam.

Hannover - Mit E-Autos werden bei der Polizei nicht nur Verwaltungsfahrten umweltschonender, eine elektrifizierte Flotte kann auch auf Streife oder bei Ermittlungen funktionieren. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes, bei dem sich der verstärkte Einsatz von E-Fahrzeugen bei der niedersächsischen Polizei nach Einschätzung der Experten bewährte. Die Möglichkeiten seien sogar weitreichender als angenommen, teilte das Innenministerium am Dienstag in Hannover mit.

Mit einer Flotte von mehreren Tausend Fahrzeugen und teils extremen Anforderungen sei es für die niedersächsische Polizei elementar, sich - soweit möglich - elektrisch zu bewegen, sagte Innenminister Boris Pistorius. Das Projekt „lautlos & einsatzbereit“ habe gezeigt, dass Elektromobilität auch dabei funktioniert, sagte der SPD-Politiker. Die Ergebnisse sind dem Minister zufolge „so etwas wie eine Anleitung für unser zukünftiges Fahrzeugmanagement“.

E-Autos eignen sich auch als Einsatz- und Streifenwagen

Der Schwerpunkt der im September 2016 gestarteten Forschung lag auf den Einsatz- und Streifendiensten sowie Ermittlungsarbeiten. Beteiligt waren neben der Polizei mehrere Institute der Technischen Universität Braunschweig. Das Bundesumweltministerium förderte die Forschung mit 1,3 Millionen Euro, aus dem Verkehrsministerium in Niedersachsen kamen weitere 990.000 Euro hinzu.

„Das Team war in vielen Bundes- und angrenzenden EU-Ländern unterwegs und konnte sogar eine Kooperation mit der Polizei Luxemburg eingehen“, sagte der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka. Die Projektmittel ermöglichten der Polizei die Beschaffung von 53 Fahrzeugen und 53 Ladepunkten - davon zwei Schnellladesäulen. Großes Interesse und Anfragen aus anderen Behörden und Organisationen aus Deutschland und den angrenzenden Ländern belegen für die Forscher den Erfolg.

E-Autos bei der Polizei: Erkenntnisse auch auf Feuerwehr übertragbar

Mit extremen Bedingungen für Polizeifahrzeuge ist gemeint, dass sie rund um die Uhr verfügbar sein müssen. Leistung und nötige Reichweite sind oft nicht planbar, häufige Fahrerwechsel und die Witterung beanspruchen die Fahrzeuge sehr stark. Die Forschungsergebnisse lassen sich den Projektmachern zufolge auch andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie etwa Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Rettungsdienste übertragen.

Neue Möglichkeiten der E-Mobilität werden bereits in mehreren Bereichen der Polizeiarbeit getestet. Bei der Direktion Osnabrück wurde etwa im Frühjahr der Pedelec-Fuhrpark ausgebaut. Dort rollen insgesamt 46 Pedelecs, 3 Speed-Pedelecs und 3 Elektromotorräder. Auf der Insel Juist ist auch ein E-Quad im Einsatz. 2020 hatte das Innenministerium angekündigt, dass Staatsgäste in Niedersachsen künftig von einer Polizeieskorte mit Elektromotorrädern begleitet werden sollten. (dpa)

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