Hyosung: Gutes muss nicht teuer sein

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Startbereit: Bei der Hyosung GT 650i Naked stimmt bereits die Ergonomie. Fahrwerk und Motorleistung brauchen sich ebenfalls nicht hinter teureren Maschinen zu verstecken

Motorradfahren ist kein billiges Hobby. Wer ein neues Zweirad bewegen will und zumindest mittelgroße Ansprüche ans Fortkommen hat, wird bei den bekannten Herstellern unter der 10.000-Euro-Grenze kaum fündig.

Außer er schaut gen Korea, denn von dort kommt mit der Hyosung GT 650i Naked ein Motorrad, das derzeit wohl das attraktivste Preis-Leistungs- Verhältnis am Markt bietet: Ganze 4895 Euro verlangt der Händler für die unverkleidete 650er, die mit stattlichen 73 PS (54 kW) Höchstleistung, Zweizylinder-VMotor und 212 Kilogramm Gewicht von der Papierform her durchaus Fahrvergnügen verspricht.

Erste Sitzprobe: Die Ergonomie stimmt, die Lenker sind angenehm breit, die Instrumente sind übersichtlich und gut ablesbar, die Knie liegen eng am Tank, die Spiegel zeigen genug vom Geschehen hinter einem. Der Zweizylinder klingt angenehm kernig, der erste Gang lässt sich leicht einlegen, die Fahrt kann beginnen. Nichts deutet bei der GT 650i auf den ersten Kilometern auf ein Billig-bike hin, sie fährt sich angenehm, der Schalthebel liegt ein bisserl eng am Motorblock, aber ansonsten kann man sich voll auf den Genuss konzentrieren. Dass der Motor ordentlich gedreht werden will und die

Überhaupt zeigt die Hyosung eine gerade Linie

Gänge fleißig geschaltet werden müssen, soll es ein wenig zügig vorangehen, ist bei dem Hubraum und der Charakteristik kein Wunder. Das Fahrwerk ist okay, die Hyosung läuft sauber auf der eingeschlagenen Linie durch die Kurven, braucht aber auch eine klare Ansage. Korrekturen beantwortet sie mit unruhigerem Lauf, was auch an der insgesamt recht straffen Einstellung des Fahrwerks liegt. Allzu forsch sollte man darum nicht unterwegs sein wollen, extreme Anforderungen beantwortet die Koreanerin mit einer gewissen Zickigkeit. Immerhin: Die Bremsen können ordentlich zupacken und die 650er locker wieder auf den rechten Kurs bringen, ein exakterer Druckpunkt wäre jedoch wünschenswert. Ansonsten schlägt sich die Hyosung recht wacker, sie leistet sich keine weiteren Schwächen. Die vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erreichten wir zwar nicht annähernd (bei gut 190 war Schluss), aber mit diesem Tempo fährt man normalerweise sowieso nicht mit einem unverkleideten Motorrad. Ernsthaft zu kritisieren ist der Verbrauch: 5,6 Liter genehmigte sich die GT 650i Naked im Schnitt auf 100 Kilometer, der 17-Liter-Tank reicht also theoretisch für gut 300 Kilometer.

Übersicht ist Trumpf: Die Instrumente sind zwar unaufgeregt, aber dafür gut lesbar.

Alles in allem ist die Hyosung eine durchaus ernst zu nehmende Alternative, und das nicht nur wegen ihres konkurrenzlos niedrigen Preises. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Fahrleistungen sind gut, die Optik stimmt, die Haltegriffe für den Soziusplatz sind sogar spacig, die LEDRückleuchten entsprechen modernstem Motorradbau, und obendrein haben die Hersteller ihr sogar eine Warnblinkleuchte spendiert – auch das ist keinesfalls in dieser Preisklasse üblich. Wer mit der Hyosung ankommt, darf sich nicht wundern, wenn sie für deutlich teurer geschätzt wird. Sie macht eine ganze Menge her.

VOLKER PFAU

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