Auf großer Fahrt: Volvo XC70 „Ocean Race“

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Ein Kapitän und sein „Schiff“: Redakteur Oliver Menner „segelte“ entspannt durch alle Fahrwasser.

Kajüte dicht, Leinen los! Im neuen Volvo XC70 ist man Kapitän an Bord. Autobahn, Landstraße, Stadtverkehr, schnell oder langsam: die SUV-Ausgabe des Volvo-Erfolgskombis V70 segelt in jedem Fahrwasser angenehm dahin.

Auch die kurze Cross-Country-Testeinlage über unbefestigte Forststraßen im Erdinger Hinterland nimmt der „Gentleman-Familien-Jeep“ gutgelaunt und federsicher – dank permanentem Allradantrieb und erhöhter Bodenfreiheit.

Volvo XC70 T6 AWD

Leistung: 304 PS
Hubraum: 2.953 ccm Getriebe: 6-Stufen
Geartronic Automatik Verbrauch: 10,6 l kombiniert CO2-Emission: 248 g/km Tankinhalt: 70 l Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Von Null auf 100 km/h: 7,4 s 

Preis: ab 52.620 Euro

In unserem Testwagen bewegen wir uns real in der oberen Mittel-, emotional aber in der Oberklasse. Für diese Sinnesbestechung setzt der XC70 in der „Ocean Race Edition“ (zur Namensgebung: der mittlerweile chinesische Ex-Schwede richtet auch einen der härtesten Segelwettbewerbe der Welt aus) auf eine Reihe subtiler sensueller Verführungspraktiken. Das beginnt bei der Farbe (Metallic-Meerblau) und der gediegenen Verarbeitung von Volvo, geht über die elegante, flache Mittelkonsole und das luxuriöse Leder-Interieur (die spezielle Fertigung soll an Segeltuchnähte errinnern) und endet beim souveränen Fahrgefühl: Selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h lassen sich Außengeräusche allenfalls als „sanfte Brise“ beschreiben, was zusammen mit dem griffigen Schnurren unseres „Dieselaggregats“ insgesamt eine Ohrenweide ergibt. Dafür hat der stärkste Fünfzylinder-Common-Rail-Turbodiesel der Edition wuchtige, aber durstige 215 PS, was schon mal 8,6 Liter auf 100 Kilometer (außerorts) ausmachen kann – bei zugegebenermaßen ambitioniertem Testfahrverhalten. Eine butterweich gleitende Sechstufen-Automatik, die auf Pedaldruck (leicht verzögernd) richtig „auf Durchzug“ schaltet, die stabile Kurvenlage und der permanente Allradantrieb mit ordentlich Wucht runden die Rubrik Fahrspaß ab.

Crashtests: Im Sicherheits-Labor von Volvo

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Dazu bietet der XC70 einige Gimmicks. Mit seinen 4,83 Metern schon rein äußerlich „ein Schiff“, lässt sich die Yacht dank Einparkhilfen vorn, hinten und seitwärts sowie Superservolenkung auch in der knappsten Hafeneinfahrt bequem vor Anker legen. Wer eher den „eigenen“ Augen traut, kann den visuellen Park­assistenten per Front- und Rückkamera beim Ausparken zuhilfe nehmen.

Alles im Blick: Das Cockpit des Volvo beeindruckt durch seine Benutzerfreundlichkeit

XC70-Passagiere dürfen sich wie auf einem Kreuzfahrt-Sonnendeck vorkommen. Dafür sorgen elektrisch verstellbare Sitze mit perforierten und belüfteten Lederpolstern für den Coucheffekt. Dazu reichlich Platz nach vorne, hinten und in die Breite (1,87 Meter) – wo hat man das schon? Die integrierten ausklappbaren Kindersitze, ein praktisches, ausklappbares Tablett mit Doppel-Trinkhalter und ein Extralicht hinten sowie das Kombi-Ladevolumen mit reichlichen 575 bzw. 1600 Litern lassen das Prädikat „absolut familientauglich“ zu. Der Spurwechselassistent blinkt dezent statt nervig zu tönen, der Maximaldefroster (inklusive Heizrippen an den hinteren Außenfenstern) bringt schnellen Durchblick an kalten Wintertagen, und über die von der Ehefrau besonders geschätzte Standheizung (!) brauchen wir hier gar nicht erst zu reden …

Auch die Abteilung sicherer „Schiffsverkehr“ hat einiges zu bieten: sechs teils adaptive Airbags, Seitenaufprall- und Schleudertrauma-Schutzsystem, Bremsassistent, das preisgekrönte Sicherheitssystem „City Safety“ mit Fußgängererkennung und automatischer Notbremsfunktion …

Fazit

Unterwegs mit dem Volvo XC70 „Ocean Race“

An Bord des ozeanischen XC70 fühlen sich alle – Mann und Maus – sofort wie auf einer Ruhe- und Rettungsinsel im Sturm des Verkehrs. Sicherheit, Fahrtechnik und Entertainment sind „State of the Art“. Ob der Geldbeutel des Käufers ebenso euphorisch auf diesen harmonischen Gesamteindruck reagiert, mag man bei Preisen von 31.500 Euro (T3, 150 PS) bzw. bis zu 52.620 Euro (T6 AWD Geartronic, 304 PS) dahingestellt sein lassen. Außerdem könnte mit Blick auf den Verbrauch (über 10 Liter kombiniert) des „Schweden-Schnellboots“ auch eine eigene Bohrinsel nicht schaden. Und der doch schon eher chinesisch anmutende Frontgrill mit reichlich Plastikverbau kommt – um im Bild zu bleiben – schon eher etwas „windig“ daher.

Oliver Menner

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