Auf zur Schlammschlacht!

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Für Abenteurer: Mit seinem Spaß- und Lifestyle-Faktor könnte der Pickup zunehmend Privatkunden für sich gewinnen

Abenteurer, Nutztier, Lifestyler - der Ford Ranger bricht zu neuen Ufern auf. Wir haben den Pickup schon mal im Schlamm getestet.

Von wegen rustikal: Das Cockpit hat inzwischen alles, was man von einem modernen Pkw erwartet

Auf der Stirn kitzelt etwas. Ein Schweißtropfen formt sich, dann noch einer. Konzentration, gepaart mit blanker Angst verbietet den Gedanken, sie mit einer Handbewegung wegzuwischen. Vorn gähnt der Abgrund, dessen tiefster Punkt unter der breiten orangefarbenen Motorhaube unsichtbar bleibt. Unaufhaltsam strebt ihm der Ford Ranger in Zeitlupe entgegen. Weiß treten die Fingerknöchel, die das Lenkrad umklammern, hervor. Der Fuß krampft auf der Bremse. Jetzt gibt’s kein Zurück, der Wagen kippt: abwärts!!!

Und es passiert – nichts! Im Schritttempo rumpelt der Pickup den steilen Abhang hinunter. Die Bergabfahrkontrolle lässt den 2,2-Tonner zwar ächzen und stöhnen, doch sie arbeitet zuverlässig. Der Bremsfuß entspannt sich endlich. Dort stand er ohnehin völlig unnötig, denn der Wagen bremst auch ohne Hilfe des Fahrers. Doch gegen menschliche Angstreflexe ist schwer anzukommen. Sanft landet der 200-PS-Riese vor einem Schlammloch und pflügt entspannt durch die ockerfarbene Pampe. Gut, dass die Fenster geschlossen sind …

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Im Offroad-Park Langenaltheim im Altmühltal lässt sich prima herausfinden, wie viel Spaß im neuen Ford Ranger steckt. Er ist mit seiner Ladeflächenlänge von 2,32 Metern nämlich nicht nur Nutzfahrzeug, sondern auch Abenteuerspielzeug und ein Lifestyler, der vom aktuellen SUV-Boom profitieren möchte. Mit seinem robusten und dynamischen Außendesign scheint er da auf dem richtigen Weg. Auch die viertürige Doppelkabine des Luxusmodells Wildtrack hat alles, was mann/frau sich auch von einem komfortablen Pkw wünscht: Genannt seien hier die bequemen Sitze, die Übersichtlichkeit, Navigations- und Einparkhilfen, Klimaautomatik, Blue Tooth und, nicht zu vergessen, 23 Ablagemöglichkeiten. In der gekühlten Mittelkonsole lassen sich sogar Getränke versenken.

Von wegen rustikal: Das Cockpit hat inzwischen alles, was man von einem modernen Pkw erwartet

Auf der Autobahn bietet sich dem Fahrer aufgrund der exponierten Sitzposition ein erstklassiger Rundumblick. Die Sechsgang-Automatik arbeitet zügig, der von einem Vierzylinder-Turbodiesel angetriebene Riese lässt sich flott beschleunigen: Wir fahren laut Tacho bis zu 180 km/h und gleiten dabei unaufgeregt über die Straßen. Auf der kurvigen Landstraße fallen die Spurtreue und die direkt arbeitende Servolenkung angenehm auf. Ähnliches gilt für die Schaltversion, die wir in der 150-PS-Version bewegen (max. Drehmoment 375 Nm ab 1500 U/min, Verbrauch: 8,6 l). Auf die Sicherheit legt Ford viel Wert: Der Ranger ist der einzige Pickup weltweit mit fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest.

Ford Ranger

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 2400 Einheiten des Rangers verkauft. Das klingt beschaulich, doch in seiner Nische entspricht das einem Anteil von 17 Prozent. Schon jetzt liegen 1700 Bestellungen für den Neuen vor, der übrigens in Australien entwickelt wurde. Dabei wird er frühestens im Oktober beim Händler stehen.

Den Ranger gibt es als Einzel- oder Doppelkabine in den vier Ausstattungsvarianten XL, XLT, Limited und Wildtrack mit Heckantrieb oder (zuschaltbarem) Allrad (Basisversion 24.978 Euro). Diese werden wohl allen Anforderungen gerecht, die ein Handwerker, Bauer oder Jäger an einen Pickup stellt (3,35 Tonnen Anhängelast, knapp 1,4 Tonnen Zuladung). Doch auch vor dem Tennisplatz oder der Oper macht der Ranger in seinem neuem Outfit eine gute Figur – vorausgesetzt, Sie finden für seine stolzen 5,40-Meter-Länge und 1,85-Meter-Breite einen Parkplatz. Nun, da drehen wir im Offroad-Park lieber noch eine Runde.

Katrin Basaran

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