Die Neue ist die bessere Alte

+
Flinker Flitzer: Auf kleinen Landstraßen und in der Stadt ist die neue BMW G 650 GS in ihrem Element. Auf der Autobahn hingegen nicht.

Die Interessenten für die kleineren Modelle hat BMW in den vergangenen Jahren etwas verwirrt: Da gab es diverse 650er beim Händler, aber mal war es ein Einzylinder, mal ein Zweizylinder, mal hatte der Motor 652 ccm, mal 798 ccm. Und nun?

Jetzt hat BMW das etwas unübersichtliche Einsteigerprogramm bereinigt, drei Modelle rausgenommen, die zweizylindrige F 650 GS gelassen, wie sie ist, dafür aber die einzylindrige F 650 GS in G 650 GS umbenannt, ihr ein neues Design verpasst und sie nach zweijähriger Pause wieder in die Listen aufgenommen. Die Alte ist jetzt also eine Neuheit, und wir sind sie gefahren.

Nicht nur Freude am Fahren: Tester Volker Pfau auf der GS

Der Einzylindermotor der Mittelklasse-Enduro mit 652 ccm Hubraum springt problemlos auf Knopfdruck an, der erste Gang lässt sich sofort einlegen, die kleine BMW nimmt willig die Befehle des Gasgriffs entgegen. Schon bald merkt man, dass die kleine GS fleißig geschaltet werden will, soll es nur halbwegs zügig vorangehen. Der Wechsel der fünf Gänge geht zwar problemlos vonstatten, auch die Kräfte zur Betätigung des Kupplungshebels sind gering, aber souverän-entspanntes Fahren geht anders.

Übrigens mahnt hier ein Schaltblitz, wenn die Maximaldrehzahl von gut 7000 U/min erreicht ist und geschaltet werden muss – diese ansonsten den Supersportlern vorbehaltene Ausstattung dürfte in dieser Klasse absolut einmalig sein.Fahrten auf gut ausgebauten Verkehrswegen, womöglich gar auf der Autobahn, sind spätestens ab etwa einer Viertelstunde Dauer stinklangweilig, weil die 650er gerade mal 48 PS (35 KW) Maximalleistung hat und damit trotz eines niedrigen Gewichts von 198 Kilogramm keine Höchstleistungen bringt. Auf bis zu 170 km/h klettert die Tachonadel im besten Fall. So unterwegs zu sein, macht keinen Spaß, zumal die Rückspiegel vor lauter Vibrationen nicht mehr zeigen, was von hinten kommt, und das Mini-Windschild am Lenker kaum etwas vom Druck des Fahrtwinds nimmt.

Unkonventionell: Das Cockpit der GS ist zwar reichlich futuristisch, aber durchaus funktionell

Viele Pluspunkte sammelt die kleine BMW dagegen im Stadtverkehr, wenn sie ihre Leichtigkeit und ihre Wendigkeit ausspielen kann. Wieselflink ist sie da unterwegs, kennt keine Platzprobleme, findet immer eine Lücke und ist dank ausreichendem Durchzug stets auf der Höhe des Geschehens, meist sogar vorneweg. Außerorts wählt man mit der BMW sinnvollerweise eher kleinere Straßen, möglichst winklig und bestenfalls mit reparaturbedürftigem Belag, denn dort können Fahrwerk und Federung ihre Stärken ausspielen und lassen den kleinen Hüpfer ganz groß rauskommen. Zackig und knackig wedelt er um die Kurven, bleibt aufrecht oder in Schräglage souverän beherrschbar und setzt Lenkbefehle brav um. Lediglich die ziemlich teigige Hinterradbremse, an der das ABS recht früh regelnd eingreift, trübt den Spaß.

Der Grundpreis von 6900 Euro für die BMW G 650 GS ist sehr konkurrenzfähig, dazu addieren sich sinnvolles Zubehör wie abschaltbares ABS (400 Euro), Heizgriffe (195 Euro) und Hauptständer (120 Euro, sinnvoll zum Kette schmieren) zu einem noch akzeptablen Preis. Auch der Verbrauch schont das Budget: 4,3 Liter ermittelten wir als Durchschnittsverbrauchauf100 Kilometer. Der 14-Liter-Tank ermöglicht also Etappen von gut 300 Kilometern ohne Stopp an der Zapfsäule. Die Neue lässt also die Alte, die damals 7800 Euro kostete, gleich viel leistete und 4,6 Liter auf 100 Kilometern konsumierte, schnell in Vergessenheit geraten.

Volker Pfau

Familientag beim TV-Jubiläum

Familientag beim TV-Jubiläum

Feuerwehr-Wettkämpfe in Rechtern

Feuerwehr-Wettkämpfe in Rechtern

Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn 1

Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn 1

Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären

Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären

Meistgelesene Artikel

Skoda-SUV: Kodiaq bereits ab knapp 25.000 Euro

Skoda-SUV: Kodiaq bereits ab knapp 25.000 Euro

Haft für deutschen "Gotthard-Raser"?

Haft für deutschen "Gotthard-Raser"?

So kommen Sie sicher durch Autobahnbaustellen

So kommen Sie sicher durch Autobahnbaustellen

Streitthema MPU: "Idiotentest" nur für Deutsche?

Streitthema MPU: "Idiotentest" nur für Deutsche?

Kommentare