Kampf um den Ruf

ADAC verteidigt seine Pannenstatistik  

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Der ADAC veröffentlicht die Pannenstatistik seit 1978 jährlich in seiner Mitgliederzeitschrift "Motorwelt".

Ist die ADAC Pannenstatistik auch getunt? Nach dem Skandal beim Autopreis "Gelber Engel" hat der ADAC seine von vielen Verbrauchern beachtete Pannenstatistik verteidigt.

Die Statistik sei "sachlich nachvollziehbar und überprüfbar", erklärte der ADAC in München am Donnerstag. Die Methodik sei vom Statistik Institut der Universität München überprüft.

Wichtig bei der Kaufentscheidung

Der ADAC veröffentlicht die Pannenstatistik seit 1978 jährlich in seiner Mitgliederzeitschrift "Motorwelt" und schlüsselt sie auch nach Autotypen auf - ein für viele Autokäufer wichtiges Kaufkriterium. Grundlage sind die Anrufe von ADAC-Mitgliedern bei Pannen. Berücksichtigt für die Statistik werden nach Angaben des Vereins nur Fahrzeuge, die älter als ein Jahr und jünger als sechs Jahre sind. Reifenpannen und selbst verschuldete Pannen - falscher Kraftstoff oder im Auto vergessene Schlüssel etwa - werden demnach nicht berücksichtigt.

Ebenfalls nicht berücksichtigt werden die Einsätze, die der ADAC für Autohersteller fährt. Die Hersteller geben ihren Kunden in der Regel eine sogenannte Mobilitätsgarantie, meist für die ersten drei Jahre nach dem Kauf. Der ADAC erfüllt diese Garantie dann im Auftrag der Hersteller - ganz oder teilweise etwa für Opel, Mercedes, Ford, Citroën, Peugeot, Honda, Nissan oder Volvo. Im Jahr 2012 seien dies rund 140.000 Einsätze gewesen, sagte ein ADAC-Sprecher. Insgesamt wertete der Autoclub demnach 2,6 Millionen Einsätze für seine Pannenstatistik 2013 aus.

Mehr alte als neue Autos

 "Sehr schön" sei es, dass der ADAC diese Zahlen nun transparent mache, sagte Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch-Gladbach. "Diese Zahlen muss man kennen, um auch die Schwachpunkte zu kennen." Fahrer von neuen Autos nutzten natürlich die Mobilitätsgarantie, welche die Hersteller teils selbst ausführen - wie etwa Volkswagen -, teils an Anbieter wie den ADAC vergeben. In der Pannenstatistik des ADAC tauchten daher "einfach mehr alte als neue Wagen auf, und das muss man einfach wissen". Auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen verwies auf diese "Verzerrung".

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Den Autopreis "Gelber Engel" will der ADAC nicht mehr vergeben. ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, die Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert zu haben. Er verzehnfachte die Teilnehmerzahlen. Seine Posten legte er nach Bekanntwerden des Skandals nieder.

AFP

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