Die Revolution

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Kaum zu glauben: Der Mercedes oben soll den Mercedes rechts ablösen

Man schreibt das Jahr 1997, Mercedes wagt mit der A-Klasse den Sprung in eine völlig neue Fahrzeugklasse. Dass ein frühes Serienfahrzeug bei einem Ausweichmanöver („Elchtest“)...

einer schwedischen Testcrew umkippt, tut dem Erfolg des Konzepts keinen Abbruch; heute gehört die zweite Auflage des Kompaktfahrzeugs zum selbstverständlichen Anblick auf den Straßen.

Kippsicher durch die Hütchengasse - dank nachgerüstetem ESP blieb die Mercedes A-Klasse nach dem Elchtest-Debakel sicher in der Spur.

Mit der dritten Auflage des A plant Mercedes indes den radikalsten Designwechsel, den der schwäbische Autobauer je gewagt hat. Wenn Mercedes von einem „expressiven und skulpturalen Design“ spricht, ist das keineswegs übetrieben.

Wollen die Stuttgarter mit ihrem neuen A etwa ihre angestammte Kundschaft verjagen? Den älteren Herrn etwa, der sich an den kompakten Maßen und dem hohen Einstieg seiner A-Klasse erfreut? Keineswegs, beruhigt Mercedes- Pressesprecher Frank Bracke, an diese Kundschaft sei sehr wohl gedacht. In Form der B-Klasse nämlich, deren zweite Generation noch heuer zu den Händlern rollt und die die gewohnte Sandwich-Bauweise mit der hoch bauenden Karosserie beibehält. Nein, der neue A soll voraussichtlich ab 2012 wildern gehen, und zwar vornehmlich bei den Menschen, die bislang in einem 1er-BMW oder einem Audi A3 zu finden sind. Wenn sich dann auch noch Golf-, Focus- und Astra-Fahrer für den futuristischen Kleinen begeistern können - die Stern-Bauer werden nichts dagegen haben.

Mercedes A Klasse - die neue Generation

Mercedes A Klasse - die neue Generation

Bevor jetzt aber die Revolution ausgerufen wird, sei gesagt: Das Fahrzeug namens Concept A-Class ist eine Studie. Oder „ein erster Ausblick, wie wir uns die neue A-Klasse vorstellen können“, wie es Frank Bracke formuliert. So wird sich am endgültigen Aussehen des Kompakten aus Stuttgart noch vieles ändern, vieles wird dem Mainstream angepasst werden. Allerdings wird es dabei eher um Details gehen; die grobe Linie dagegen dürfte feststehen.

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Aha! Das ist die neue A-Klasse von Mercedes

Doch nicht nur optisch, auch technologisch soll das Concept A-Class ein neues Zeitalter bei Mercedes einläuten. Angetrieben wird der Fronttriebler von einem neu konzipierten Vierzylinder- Ottomotor. Er soll dank Direkteinspritzung und Turboaufladung ein hohes Leistungspotenzial bei minimalem Verbrauch realisieren.

Absicht? Die Gestaltung des Hecks der neuen A-Klasse erinnert verdächtig an die Rückansicht eines Autos mit den vier Ringen

Wesentliches Kennzeichen der neuen Formensprache von Mercedes ist das expressive Linien- und Flächenspiel – die Designer sprechen von einer „cleanen“, sauberen Flächengestaltung. Zusammen mit konkaven und konvexen Oberflächen und der daraus resultierenden Lichtmodulation „bewirkt es eine einzigartige skulpturale Präsenz“. Das Concept A-Class führe diese Kombination aus definierten Kanten und freiem Spiel mit Flächen, die Mercedes erstmals beim F 800 Style zeigte, konsequent fort. Drei markante Linien strukturierten die Seitenansicht: Die vordere Kante oberhalb des Kotflügels fällt nach hinten ab. Der ausgeprägte Schultermuskel über der Hinterachse betone den coupéhaften Charakter. Und eine weitere Linie streckt sich schwungvoll vor dem hinteren Radlauf nach oben. Durch diese Linien, verspricht Mercedes, „erhält das Profil mehr Tiefe und Dynamik“.

Pop Art: Ein solcherart gestaltetes Cockpit könnte den einen oder anderen konservativen Mercedes-Kunden verschrecken

Wenn die Sprache auf die neue Fahrzeugfront kommt, geraten die Schwaben ins Schwärmen: „Das Markenlogo scheint von einem Sternenhimmel umgeben.“ Wo sonst Löcher oder Lamellen sitzen, besteht der Grill aus zahlreichen silbermetallischen „dots“ auf schwarzen Säulen. Genau dieses Detail wird in der Serienversion der neuen A-Klasse aber sehr wahrscheinlich fehlen. Schließlich sitzen im Schwabenländle Leute, die genau rechnen können - und sparen. Damit es den älteren Herrn nicht auch noch wegen horrender Preise vom Stuhl haut.

MICHAEL DÜRR

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