chili-Autorin Sina Cordsen ist „Die Fitalistin“ und macht mit dem Kumpel ihres Bruders ein zwölfwöchiges Experiment

Henning hat sich echt verändert...

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Hennings Wandel innerhalb der letzten zwölf Wochen ist deutlich sichtbar.

Jeden Sommer das Gleiche: Abnehmen möchte irgendwie jeder. Und zwar möglichst schnell und so viel es geht. Aber am besten ohne zu hungern oder auf etwas zu verzichten. Ja, ja – weckt uns wieder auf, wenn Ihr fertig seid mit Euren unrealistischen Tagträumen...

Oder sollte es am Ende doch irgendwie möglich sein, in kurzer Zeit seiner Traumfigur entscheidend näher zu kommen, ohne seine Gesundheit dabei komplett zu ruinieren? Na, wozu haben wir denn eine Expertin im chili-Team? Unsere Autorin Sina Cordsen (Spitzname: „Die Fitalistin“) ist studierte Fitnessökonomin und arbeitet als Personal- und Ernährungstrainerin in Bremen. Wenn uns eine helfen kann, dann sie. Also, los gehts. Sina erzählt vom Projekt „Speck weg in zwölf Wochen“:

„Mein Proband für das Experiment ist Henning, ein Freund meines Bruders. Henning ist 1,86 Meter groß und wog zu Beginn 152,9 Kilogramm. Ich habe ihn zwölf Wochen lang begleitet, habe zwei Mal pro Woche mit ihm Sport gemacht und ihm einen Ernährungsplan erstellt. Natürlich bedeutete das eine Umstellung für Henning, aber es ist wichtig, dass er sich daran gewöhnt, damit er auch nach zwölf Wochen weitermachen kann, ohne das Gefühl zu haben, auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen – sonst kommen wir nicht zum Erfolg.

Begleitend dazu hat Henning ein Tagebuch geführt. Lest selbst, wie er das Experiment erlebt hat“:

Woche 1

Nach dem ersten Training merke ich schon meine Muskeln und Sehnen. Ich habe eine Einführung ins Nordic Walking bekommen. Nach zehn Minuten zum Aufwärmen musste ich Kraftübungen für die Beine, den Rücken, die Brust und den Bauch machen. Sina sagt, dass nur Muskeln Fett verbrennen. Also steht der Muskelaufbau erstmal an erster Stelle.

Beim zweiten Training sind wir nur gewalkt, aber eine längere Strecke. Beim Ausdauertraining werden die gestärkten Muskeln in Bewegung gebracht, damit sie Fett verbrennen können. Die ersten Blasen an den Füßen kündigen sich an.

Den Ernährungsplan setze ich langsam um. Ich bin gespannt, wie schnell sich was verändert.

Hennings Essensplan:

1. Das Frühstück ist ein Muss. Es gibt Vollkornbrot oder -brötchen mit magerer Wurst, Käse oder auch gerne Honig oder Marmelade. Als Alternative Müsli mit Quark oder Joghurt.

2. Zu JEDER Mahlzeit gibt es eine Portion Eiweiß.

3. Die Kohlenhydrate werden nach dem Frühstück reduziert, so dass das Abendessen komplett ohne Kohlenhydrate zusammengestellt wird. Dafür darf reichlich Gemüse, Fleisch, Fisch, Tomate – Mozzarella (light), Quark oder Hüttenkäse gegessen werden.

4. Es gibt drei Mahlzeiten am Tag im Abstand von vier bis fünf Stunden. Bei der Frage nach der Anzahl der Mahlzeiten am Tag, gibt es keine pauschal richtige Antwort. Es hat immer etwas mit der Gewohnheit und dem natürlichen Tagesablauf des Menschen zu tun.

5. Pro Tag zwei bis zweieinhalb Liter Tee oder Wasser trinken. Keine Limos, Säfte, Schorlen oder ähnliches und vor allem keinen Alkohol. Henning darf in jeder Woche ein Bier trinken. Denn Alkohol hat nicht nur viele Kalorien, es stoppt auch die Fettverbrennung im Körper und zwar so lange, bis der Alkohol abgebaut ist.

Woche 2

Was soll ich sagen? Nach den ersten zwei Wochen habe ich schon 6,4 Kilogramm abgenommen. Sina hat erklärt, dass sie nicht nur auf das Gewicht achtet, sondern vor allem auf die Muskelmasse und den Fettanteil. Und auch da hat sich was getan. Die Muskeln sind geblieben, und der Fettanteil ist gesunken.

Ich habe in dieser Woche gleich zweimal gegrillt. Im Gegensatz zu „früher“ verzichte ich nun auf das Brot, den Nudel- und den Kartoffelsalat. Stattdessen grille ich mir Fleisch oder Fisch und esse dazu bunten Salat. Das eine erlaubte Bier habe ich mir auch gegönnt.

Das Training war anstrengender als beim ersten Mal. Trotz beidseitigen Blasen an den Hacken habe ich meine Schuhe wieder angezogen. Später hat sich mein Verdacht bestätigt: Beide Seiten sind blutig.

Zum Wandsitzen für die Beinmuskulatur, werde ich mich nicht äußern – wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr.

Woche 3

Mit dem Ernährungsplan komme ich sehr gut zu recht. Ich probiere immer mehr Rezepte aus. Meine Familie wollte gerne Burger essen, weil die aber reich an Kohlenhydraten sind und ich das abends vermeiden soll, habe ich mir ein Rezept für Brötchen ohne Kohlenhydrate rausgesucht und gebacken. Die Brötchen haben allen gut geschmeckt, ich werde davon wohl noch mehr machen, um sie auch mal mit zur Arbeit nehmen zu können.

Woche 4

Meinen Gürtel mache ich jetzt schon drei Löcher enger. Auch die T- Shirts, Polos und Hosen sitzen immer lockerer. Und der Ehrgeiz hat mich gepackt. Trotz regnerischen Wetters war ich neben den Trainingseinheiten mit Sina ein weiteres Mal mit einem Kumpel walken. Ich werde immer schneller und kann mich dabei dennoch gut unterhalten.

Sina muss mich sogar bremsen, damit ich nicht zu viel Sport mache. Der Körper braucht die Regeneration, damit die Muskeln sich aufbauen und stärker werden können.

Auch wenn ich es zeitlich mal nicht schaffe zu essen, bekomme ich eine Ermahnung von meiner Trainerin. Denn nur wer genug (und natürlich das Richtige) isst, kann abnehmen. Wenn ich zu wenig esse, greift der Körper auf meine Muskelmasse zurück und baut diese als erstes ab.

Woche 5

Ich habe gesündigt und bei meiner Oma ein kleines Stück Biskuitrolle gegessen. Nach zwei Gabeln habe ich aber dankend abgelehnt. Es war mir einfach zu süß und zu künstlich. Erstaunlich, wie schnell sich Geschmacksnerven umgewöhnen.

Im Alltag merke ich, dass ich immer fitter werde. Treppensteigen fällt mir leichter, ich komme auf dem Fahrrad nicht mehr so schnell aus der Puste und fühle mich wohler. Das merken sogar schon die ersten Leute. Zum Beispiel kriege ich zu hören, dass ich „irgendwie anders“ aussehe.

Ich brauche auch weniger Schlaf und fühle mich morgens erholter. Sina sagt, dass das von den Kohlenhydraten kommt, die ich abends weglasse. Kohlenhydrate sind Zucker, und Zucker macht uns träge.

Weil Sina auch merkt, dass ich fitter werde, hat sie mich im Training ganz schön gescheucht. Wir haben einige Übungen schwerer gestaltet, aber es hat Spaß gemacht.

Ich bin jetzt schon bei Minus 13,2 Kilo, und der Fettanteil ist auch wieder gesunken.

Woche 6

Mein Gürtel hat keine Löcher mehr frei. Ich musste ein paar neue mit der Lochzange reinstanzen. Neu einkleiden will ich mich noch nicht, weil ich davon ausgehe, noch weiter abzunehmen.

Bei der Grillfeier in dieser Woche mit Freunden und Verwandten gab es für mich Rindsteak und Spargel vom Grill und dazu Gurkensalat. Viele die mich fragen, wie ich das durchhalte – vor allem der Brotverzicht und das fehlende Bier beim Grillen scheinen für einige eine Herausforderung darzustellen – sage ich, dass es für mich überhaupt nicht schwer ist. Ich habe nie Hunger, weil ich immer genug essen darf. Und das eine Bier in der Woche kann ich mittlerweile mehr genießen, als die zwei bis drei wie früher.

Woche 7

Nach der Halbzeit gab es in dieser Woche einen neuen Trainingsplan mit neuen Übungen. Der Muskelkater war vorprogrammiert und kam prompt.

Ich war mit Freunden beim Werder-Spiel. Die zahlreichen Kneipen warenn verlockend, aber ich war natürlich Fahrer, und es blieb bei einem Bier. Das Essen gestaltete sich schwierig. Während alle fürs Mittagessen zu Fastfood-Ketten gegangen sind, habe ich mir im Supermarkt gekochte Eier geholt und im Restaurant eine Suppe mit Rind und Gemüse gegessen.

Woche 8

Ich war am Anfang des Experiments beim Arzt, um meine Werte überprüfen zu lassen. Jetzt war ich erneut da, und er ist begeistert von den Veränderungen. Insbesondere von der Abnahme des viszeralen Fettes (Fett das sich um die Organe herum sammelt und daher im Bauchbereich liegt).

Die Waage hat es auch wieder bestätigt: Ich habe 16,8 KIlogramm abgenommen.

Woche 9

Ich habe eine neue Bestzeit auf der 7 Kilometer-Walkingrunde erreicht, mittlerweile bin ich bei 1:02 Stunden. Sina hat vorgeschlagen, dass ich mich für den Zehn-Kilometer-Lauf beim SWB-Marathon im Oktober anmelden sollte. Das überlege ich mir aber nochmal.

Ich wiege mittlerweile genau 131 Kilo. Mir passen sogar wieder Oberteile aus Bundeswehrzeiten.

Woche 10

Ich hab’s getan. Ich habe mich für die zehn Kilometer angemeldet. Am 5. Oktober gehe ich an den Start.

Diese Woche hatten wir einen Geburtstag in der Familie und ich habe einen Schokoladenkuchen mit wenig Kohlenhydraten gebacken. Er war wirklich lecker und mal wieder eine tolle Alternative zu den ungesunden Sachen, die ich momentan nicht darf.

Woche 11

Für die letzten gemeinsamen Trainingseinheiten und vor allem auch für die Zeit danach, hat sich Sina nochmal besonders „nette“ Übungen einfallen lassen. Diese gehen von Liegestütz an der Bank, zu einbeinigen Ausfallschritten bis zu Dips an der Bank. Wie man sieht, man braucht eigentlich nichts weiter, als den eigenen Körper und vielleicht eine Parkbank oder Hauswand als Trainingsgerät.

Woche 12

Von den neuen Übungen hatte ich einen gehörigen Muskelkater. Ich glaube, ich habe Muskeln beansprucht, die ich noch nie in meinem Leben benutzt habe. Wahrscheinlich gab es die vorher gar nicht. Wir haben jetzt auch angefangen, in die Walking-Runde Laufintervalle einzubauen. Wir laufen zwei Minuten, dann gehen wir wieder fünf.

Fazit

Das Ergebnis lautet: Minus 24,5 Kilogramm, Minus 6 Prozent Körperfett, Plus 4,3% Wasser. Wasser wird in den Muskeln gespeichert. Stärkere Muskeln bedeuten, dass mehr Wasser gespeichert werden kann.

Ich werde definitiv mit dem Training und der umgestellten Ernährung weitermachen. Mir ist es wichtig, jetzt am Ball zu bleiben. Drückt mir die Daumen.

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