Contra "Zukunftstag":

Ich bin CONTRA: Der "Zukunftstag" ist Schwachsinn.

chili-Autorin Mara Schumacher

Wir leben im 21. Jahrhundert - macht der „Zukunftstag“ heute überhaupt noch Sinn? Ich sage: NEIN! Undzwar darum:

Von Mara Schumacher  (22 Jahre) aus Riede

„Girlsday“ 2003: Die kleine, tierliebe Mara aus der fünften Klasse steht im Zwinger und schaufelt Hundescheiße. Danach sieht sie zu, wie eine Katze kastriert wird und fällt dabei fast in Ohnmacht. Hachja, „Girlsday“ – oder heute: „Zukunftstag“! In der Grundschule war Tierpflegerin mein Traumberuf. Ich dachte, dass man den ganzen Tag Kaninchen mit Möhrchen füttert und Hundewelpen streichelt. Aber wie soll man mit elf Jahren auch wissen, dass der Job einen Haufen Drecksarbeit macht und schlecht bezahlt ist? Mit wirklicher beruflicher Orientierung hatte dieser Tag also nix zu tun. Ziel war es damals, Mädchen in „Männerberufe“ reinschnuppern zu lassen. Dann wurden Beschwerden laut, dass der „Girlsday“ Jungen ausschließen würde. Also folgte der „Boysday“, an dem Jungs in „Frauenberufe“ gucken sollten. Irgendwann verschmolz alles zum „Zukunftstag“, dessen Ziel es immer noch sein soll, dass Schüler geschlechter-untypische Berufe kennenlernen. Dieses Konzept ist so starrsinnig und in Klischees ertränkt, dass mir übel wird! Was ist denn „typisch“? Mädchen werden Krankenschwestern, Jungen Mechatroniker, oder was? Blödsinn! Aber der „Zukunftstag“ orientiert sich weiter an diesen 08/15-stereotypischen Klischees. Was bringt das für Grundschüler? Echt mal: Von den kleinen Kiddies sagt doch keiner: „Ich strebe eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger im Altenheim an, das hat die sichersten Berufsaussichten.“ Die wollen doch alle Rennfahrer, Pilot oder Pferdepflegerin werden! Die wenigsten Erst- bis Achtklässler haben eine realistische Idee von dem, was sie beruflich machen wollen. Sie streben Utopien an und nicht Sicherheit, Geld und Notendurchschnitt. Sie orientieren sich an ihren kindlichen Interessen und Fantasien, nicht daran, dass Karriere in den wenigstens Fällen was mit Ponys oder Rennautos zu tun haben wird. Ich wollte alles Mögliche werden, was mit Tieren zu tun hat: Zoowärterin, Tierärztin, Delfintrainerin. Und später Agentin, Geisterjägerin oder Archäologin. Und heute bin ich weder beim Geheimdienst, noch jage ich Poltergeister. Tja. Für mich gehört der „Zukunftstag“ in die Vergangenheit. Er ist überflüssig und baut auf engstirnigen und veralteten Denkweisen auf, darum ist älteren Schülern ab der achten Klasse nicht damit geholfen. Sinnvoller wäre ein schulfreier Tag, den man zur individuellen Berufsberatung oder für Bewerbungstraining nutzen könnte.

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