Erkennt ihr euch wieder?

Gute Story, nix dahinter: Zehn Lügen aus dem Alltag

+
Zu tief ins Tequila-Glas geschaut?

„Du sollst nicht lügen“ hat früher schon meine Mutter gesagt. Ja - wir wissen es alle. Auch in der Bibel steht es geschrieben: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Aber haben wir uns deshalb der Ehrlichkeit verschworen? Von wegen. Aber wenn wir jetzt in diesem Moment mal wirklich ehrlich zu uns selbst sind: Wir lügen viel zu oft.

Sei es eine Notlüge, weil du keinen Bock auf eine Party hast und lieber auf dem Sofa rumhängst oder ein kleiner Ego-Push für dich selbst – anstatt 7,5 Kilometer bist du natürlich acht Kilometer gejoggt. Und zwar nicht am Sonntagnachmittag sondern Samstagmorgen um 7 Uhr – nur falls einer fragt. 

Immer wieder grüßt dann das Murmeltier in der Silvester-Nacht. Einer der vielen Vorsätze lautet, nicht mehr zu lügen. Dieses Vorhaben hält dann ein paar Stunden in süffigem Ambiente an bis es darum geht, wer zum Aufräumen am nächsten Morgen dabei ist. „Ähh, puhh… ich? Da hab ich schon was vor und zwar...“ - Ja, was denn, außer deinen Rausch auszuschlafen? Erwischt. Ich hoffe, auch ihr findet euch in dem einen oder anderen Punkt der Liste kleiner Alltagslügen wieder.

  • Essen bei Oma: Nach dem zweiten Teller Gulasch bist du schon so satt, dass du kurz vorm Platzen bist. Aber um sie nicht zu verletzen, nimmst du natürlich auch noch einen dritten Nachschlag. Enttäuschende Fragen à la „Hat‘s dir etwa nicht geschmeckt?“ bleiben dir somit erspart.
  • Dein Lauf-Partner fragt dich nach deinem letzten Training: „Und, hast du‘s durchgezogen?“ Ja, klar. Wenn man das so nennen kann. Schließlich ist das alles eine Sache der Auslegung. Anstatt wie geplant um 6.30 Uhr aufzustehen, um vor der Arbeit eine Fünf-Kilometer-Runde zu laufen, ist daraus ein Spaziergang am Sonntagnachmittag geworden. Aber hey, die Fünf hast du voll gemacht!
  • Freitagmorgen in der Mädels-WhatsApp-Gruppe: Auf die Frage, ob jemand am Abend Lust hat, feiern zu gehen, entgegnest du nur mit Gähnen. Am liebsten würdest du dich nach Feierabend nur noch aus deinen Klamotten schälen und dich auf die Couch fläzen. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder schiebst du einen Familiengeburtstag vor oder du bist eine vermeintlich gute Freundin und gehst mit feiern, obwohl du null Bock hast. Beides wäre allerdings irgendwie gelogen.
  • „Jetzt suche ich mir aber wirklich mal was anderes aus“ - sagst du entweder, wenn es um das abendliche Netflix-Programm geht oder du mal wieder zu Gast bei deinem Stamm-Griechen bist. Nach stundenlangem Wälzen der Playlist beziehungsweise Speisekarte landest du doch wieder beim Altbewährten. Eine sichere Nummer. So sicher wie die Lüge zu dir selbst.
  • Lasst uns Tequila trinken! Gute Idee, denkt sich die Meute. Doch der Schreck lässt nicht lange auf sich warten. Wenige Stunden, nachdem du noch gesagt hast, du bekommst keinen Kater, wachst du völlig zerstört mit Pandabären-Optik in deinem Bett auf. Hose? Fehlanzeige. Der Tequila muss bei der nächsten Sause auf jeden Fall wieder dabei sein.
  • Juhu, Zahltag! Diesen Monat wirst du mindestens die Hälfte deines Gehaltes sparen. Das sagst du dir schon seit etlichen Monaten, aber sobald die roten „Sale“-Schilder ausgehängt sind, ist dein Geld schneller weg als du „Sale“ überhaupt aussprechen kannst. Nächsten Monat klappt es – ganz bestimmt!
  • Ach joa, ein Stück Schokolade* geht! Du brichst dir auch tatsächlich nur ein Stück von der Tafel in der lilafarbenen Verpackung ab. Doch nach einiger Zeit erschleicht dich ein mulmiges Gefühl – und du brichst dir noch einen Riegel ab. So geht es weiter, bis du dich schlussendlich mit einer leeren Verpackung im Bett liegend wiederfindest. Eine angebrochene Tafel Schokolade muss schließlich direkt vernichtet werden. Wozu ist eigentlich der Frische-Verschluss?
    *optional ersetzbar durch Chips 
  • „Ich gebe dir das Geld dann später“, sagst du zu deinem Freund, der für dich gerade das Stadtbahnticket bezahlt hast, weil du mal wieder blank bist. Aus später wird dann nie, weil beide über die immense Summe von 1,34 Euro hinweg gekommen sind.
  • Eine Jeanshose in einer Nummer kleiner ist für dich kein Problem, sondern eine Herausforderung. „Da passe ich in ein paar Wochen locker rein“, sagst du frohen Mutes deinem Presswurst ähnelndem Spiegelbild in der Umkleidekabine. Doch das Lächeln vergeht, sobald du bemerkst, dass die 100-Euro-Hose auch nach einem halben Jahr noch mit Kassenbon in der Tüte liegt. Naja, vielleicht irgendwann!
  • „Ich bin in fünf Minuten da“, sagst du zu deinen Freunden, die schon eine halbe Stunde auf dich am vereinbarten Treffpunkt warten. Pünktlichkeit ist eine deiner Stärken, sagst du dir immer wieder. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Außenamt: Redebedarf zu Kramp-Karrenbauers Syrienvorschlag

Außenamt: Redebedarf zu Kramp-Karrenbauers Syrienvorschlag

Wie man nachhaltige Hotels findet

Wie man nachhaltige Hotels findet

Die wichtigsten Regeln für gelungene Filmclips

Die wichtigsten Regeln für gelungene Filmclips

Tipps für den Sparfuchs im Autofahrer

Tipps für den Sparfuchs im Autofahrer

Meistgelesene Artikel

„Parasite“ im Kino: Kellerkinder der Großstadt

„Parasite“ im Kino: Kellerkinder der Großstadt

„Born in Evin“ im Kino: Das fehlende Bild

„Born in Evin“ im Kino: Das fehlende Bild

Kommentare