„Wir waren schon immer anders“

Sie bezeichnen sich selbst als „geborene Außenseiter“: Dimitri (links) und Alexander.

 „DieAussenseiter“ haben ihr erstes Buch geschrieben. Im Interview sprechen Dimitri und Alexander über Schüchternheit, Schulzeit und Singledasein

Jetzt schreiben sie auch noch! „Überleben unter Opfern – Die Aussenseiter erklären, wie Du durchs Leben kommst“ heißt das erste Buch von Dimitri und Alexander Koslowski. Schule, Führerscheinprüfung oder die erste große Liebe – die beiden Cousins verraten darin „brillante Strategien, wie man am besten mit der Wirklichkeit umgeht“. Auf Youtube kommt schon seit fünf Jahren keiner mehr an den Koslowskis vorbei: Ihr Channel hat über 750.000 Fans weltweit.

Außenseiter will keiner sein. Warum nennt Ihr Euch ausgerechnet „DieAussenseiter“?

Wir waren schon immer anders. Während sich andere Jungs für Autos interessiert und nur darüber geredet haben, wie viele Mädels sie am Wochenende flachgelegt haben, hatten wir den Drang, auf irgendeine Weise die Leute da draußen zu unterhalten. Wir sehen sogar noch mit 25 Jahren aus wie Kinder. Das macht dem Namen „DieAussenseiter“ natürlich noch eine größere Ehre, weil es eine Bestätigung dafür ist, dass wir uns von der Masse unterscheiden – was natürlich nicht heißen soll, dass wir was Besseres wären. Wir sind einfach geborene Außenseiter und hatten auch so manche Probleme in der Schulzeit deswegen. Wir wollen anderen Leuten, die ähnliche Probleme haben, Mut machen!

Ihr seid beide in Russland geboren. Wann seid Ihr nach Deutschland gekommen?

Wir sind in Kasachstan geboren, und später sind unsere Familien nach Russland umgezogen. Alexander ist dann im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen und Dima mit 17 Jahren.

Hattet Ihr hier mit Vorurteilen zu kämpfen?

Wir hatten natürlich mit Vorurteilen zu kämpfen – in Form von „Ihr Ausländer seid sowieso alle dumm und werdet es niemals zu etwas bringen“. Dimas Deutsch-Lehrer hat seine Antipathie sogar sehr offensichtlich gezeigt, indem er es ihm immer wieder unter die Nase rieb. Sascha wurde in eine Klasse mit anderen Ausländern gesteckt, in der kein einziger Lehrer Lust hatte zu unterrichten. Aber wir sehen das entspannt, da es wahrscheinlich so sein musste, damit wir zu dem wurden, was wir heute sind.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Videos zu drehen?

Auf die Idee kamen wir spontan, so wie die meisten Dinge im Universum geschehen. Wir hatten Langeweile, und unsere Freunde haben lieber auf einer Bank ein Bierchen getrunken – und das jeden Abend – was uns nicht so viel Spaß gemacht hat. Eines Tages hatte Sascha die Idee, irgendwelche Kurzfilme zu drehen und sie Freunden und Verwandten zu zeigen – Dima war sofort dabei, und so hat die lange Reise begonnen.

Verdient Ihr Geld mit Euren Videos?

Wir sind seit einigen Jahren selbstständig. Wir haben zwar beide auch einen regulären Beruf, doch unser Geld verdienen wir mittlerweile mit unserem Hobby, was einfach faszinierend ist und wofür wir jedem unserer Fans dankbar sind. Das ist uns wirklich eine Ehre.

Hat Euch der Erfolg überrascht?

Der Erfolg war tatsächlich eine Überraschung für uns und ist es heute noch. Wir haben uns damals über 1.000 Klicks auf unserem Video bei Youtube gefreut; heute sind es Millionen, und das geht einfach nicht in unsere Köpfe rein. Das ist ein unglaublich schönes Gefühl – vor allem, wenn man weiß, dass man was Gutes für die Menschen tut, indem sie lachen und ihre Lebensdauer dadurch verlängern.

Wen wollt Ihr mit Euren Videos ansprechen?

Wir haben keine bestimmte Zielgruppe. Uns geht es hauptsächlich darum, Menschen zum Lachen oder zum Nachdenken zu bringen – egal, wie alt oder welches Geschlecht. Hauptsache, sie haben Freude an unseren Videos und noch mehr an ihrem eigenen Leben. Manchen Leuten konnten wir helfen, schwierige Situationen zu überstehen: Wir haben sehr viele schöne Mails bekommen von Leuten, die verzweifelt waren und sogar mit Selbstmordgedanken gespielt haben. Doch durch unsere Videos haben sie erkannt, dass das Leben viel mehr zu bieten hat, dass man nie aufgeben sollte und versuchen muss, aus jeder Lebenssituation das Beste rauszuholen – so kann das Leben wirklich Spaß machen.

Woher nehmt Ihr die Ideen für die Videos?

Meistens lassen wir uns von anderen Menschen inspirieren – wir beobachten gern alles, was um uns rum geschieht, sehen lustige Sachen an anderen Menschen oder an uns selbst: Charakterschwächen, schlechte Angewohnheiten und so weiter. Das nehmen wir, und in ein wenig übertriebener Form entstehen unsere Figuren.

Worüber habt Ihr zuletzt gelacht?

Zuletzt hatten wir ein paar Leute bei uns zu Besuch und haben ganz viel über uns selbst gelacht. Vor allem über die Tatsache, dass unser Buch erschienen ist und ganz viele Leute es schon gelesen haben. Aber wir selbst haben es erst gar nicht bekommen, da es anscheinend auf dem Postweg ein paar Probleme gab – Ironie des Schicksals oder doch eine weitere Bestätigung des Außenseiter-Daseins? Jedenfalls haben wir uns prächtig amüsiert.

Euer Buch ist eine Art Survival-Guide auf Papier mit Lösungen, Weisheiten und Überlebensstrategien. Wie wird man so weise?

Weise? Wir sind alles andere als weise! In Wirklichkeit sind wir selbst noch Kinder im Kopf. Unserer Meinung nach muss man nicht unbedingt weise sein, um Überlebenstipps zu geben. Ganz im Gegenteil – wir haben schon viele Fehler im Leben gemacht und würden gern ein paar anderen Leuten diese Fehler ersparen.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Der Grundgedanke, der auch der Leitfaden durch das ganze Buch ist, war natürlich der Gedanke, den Menschen irgendwie zu helfen, ihr Leben nicht immer so ernst zu nehmen oder vielleicht weniger negativ eingestellt zu sein. Da wir das schon erfolgreich mit den Videos erreicht haben, dachten wir: Das könnte doch auch in Form eines Buchs funktionieren. Also haben wir uns an den von uns zurückgelegten Weg erinnert und versucht, die Erfahrungen, die wir gemacht haben, mit dem Leser zu teilen und auf eine witzige Art Tipps zu geben, die einem im Leben helfen könnten oder auch nicht – das Buch soll ja auch unterhaltsam sein.

Wie reagieren die Mädels auf Euch?

Wir sind zwei ganz normale Jungs, und was Mädels angeht, waren wir schon immer ziemlich schüchtern. Die meisten finden uns sehr sympathisch, brechen aber nicht in Tränen und Schreie aus, wenn sie uns sehen. Im Moment sind wir beide Single und auf der Suche nach der Richtigen.

Was sind Eure Pläne für die Zukunft?

Wir wollen weiter Menschen unterhalten, gesund bleiben und dass es unseren Familien gut geht. Ansonsten haben wir keine großen Ansprüche – das Leben wird schon zeigen, was der große Plan des Universums für uns ist.

Mareike Hahn

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