Welcher Typ im Freundeskreis bist Du?

Alle meine Freunde... Die typischen Charaktere in einer Clique

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Der Mitläufer, die Lästerfresse, der Allesimmerbesserwisser - welche Rolle hast Du in Deinem Freundeskreis?

In jedem Freundeskreis gibt es einen, der alles organisiert. Einen, der nie was macht. Einen, der immer schräge Liebesgeschichten hat. Einen, der schon alles erlebt hat. Und einen, der... Ach, lest doch einfach selber:

Unsere chili-Autorin Kimberley Kirchmann  hat eine kleine Charakterstudie geschrieben. Die Bilder dazu hat unser Zeichner Jan-Christopher Hoffmann gemalt.

Der Checker

Der Checker

Diesen Charakter darf man eigentlich nicht frei rumlaufen lassen. Er baggert auf niedrigstem Niveau. Er pfeift mindestens drei Mal pro Minute irgendeinem Hintern hinterher. Und er sucht ständig eine Gelegenheit, sich sein T-Shirt oder Tanktop über den Kopf reißen zu können, um seinen Körper zu präsentieren – selbst in den unpassendsten Situationen. Er liebt es einfach, zu zeigen, was er hat und was er kann und betrachtet Kleidungsstücke ähnlich wie Bescheidenheit oder Selbstkritik als unnötigen Ballast, den man so weit wie möglich von sich werfen muss. Der Checker hat das „Selfie“ erfunden. Ihm verdanken wir dieses nervige „Ich-fotografiere-mich-mit- meinem-Handy-vorm-Spiegel“-Phänomen und die Fluten von „xy hat ihr Profilbild geändert“-Mitteilungen bei Facebook.

Der Checker entdeckt immer neue Bildbearbeitungseffekte für sich, die nicht mal Photoshop im Programm hat. Und er setzt sich liebend gerne hier einen Extra-Bling an die Uhr, da einen Extra- Bling in den Ohrring oder in die großen, weißen Vorderzähne. Bling, bling, bling, das macht den Checker froh! Genauso wie ein schickes Cap – für den männlichen Checker ein Heiligtum. Die größte Sünde wäre es aber, das Teil korrekt auf dem Kopf zu tragen. Nein, es muss immer locker übergestülpt sein, sodass man ein Stück größer wirkt.

Auch wichtig: Der breitbeinige Gang (der schreit schon aus weiter Entfernung: „Seht her, hier kommt die geballte Potenz!“). Ein richtiger Checker geht immer schön wie ein Bodybuilder ins Hohlkreuz und achtet darauf, dass der Oberkörper so breit wie möglich aussieht – also, Arme abwinkeln und nie, nie, nie dicht an den Oberkörper legen! Die Clique kennt diese Allüren mittlerweile zur Genüge. Genauso wie die ständigen Witze über „heiße Geschosse“ und „geile Hupen“ (natürlich geht’s um Autos, haha). Darum regt sich keiner mehr auf, wenn alle Gespräche, alle Aufmerksamkeit sofort wie weggeblasen sind, wenn ein Wesen des anderen Geschlechts vorbeigeht. Peinlich finden die anderen höchstens noch die stumpfen Anmachsprüche, mit denen der Checker auf Baggertour geht. Und noch viel schlimmer: Wenn sie aus irgendeinem unerklärlichen Grund auch noch Erfolg haben! Untermalt mit einem verschwörerischen Zwinkern zu den Kumpels und einer Verabschiedung mit dem „Checker-Move“ – eine kurze, kreisenden Beckenbewegung. Und Abgang.

Der Joker / Frau Dr. Sommer

Der Joker

Die Mensch gewordene Kummerhotline im Freundeskreis. Jeder vertraut dieser Person ohne Bedenken Probleme an, und – im Gegensatz zur „Lästerfresse“ – sind die Geheimnisse auch sicher bei ihr aufgehoben. Egal, was Du hast, egal, wann Du sie brauchst – sie setzt sich jederzeit zwei Stunden mit Dir zusammen, hört zu, gibt gute Ratschläge, diskutiert bis ins kleinste Detail mit Dir alle Möglichkeiten durch, schreibt geduldig Pro- und Contra-Listen, bietet Hilfe an und würde niemals auf die Idee kommen, einen eigenen Termin wichtiger zu nehmen und einen Freund mit seinen Sorgen sitzen zu lassen. Sie ist der perfekte Telefonjoker – für Fernsehshows genauso wie fürs reale Leben. Denn sie weiß immer die richtige Antwort und ist 24 Stunden am Tag zu erreichen. Sich selbst würde sie nie in den Vordergrund stellen. Stattdessen vermittelt sie jedem das Gefühl, er und seine Probleme wären das Wichtigste auf der Welt. Dass ihr Handy heiß läuft vor Nachrichten und Anrufen, bemerkt dabei keiner, weil sie es auf lautlos stellt und blind in der Hosentasche tippen kann. Nicht für andere erreichbar zu sein, wäre für sie eine Todsünde. Sie kümmert sich so sehr um die Probleme anderer, dass in ihrem Leben gar nicht mehr viel Platz oder Zeit für sie selbst ist.

Schlaf kennt der „Joker“ nicht. Ständig ist er beschäftigt und für eine gute Sache unterwegs. Er sorgt dafür, dass getrennte Paare wieder zusammenkommen, dass alle nach der Party heil nach Hause kommen, dass kranke Freunde („im Namen der ganzen Clique!“) besucht werden, und dass für jeden im Freundeskreis Geburtstagsgeschenke und Überraschungsfeiern organisiert werden.

Sein freundliches Lächeln lenkt ziemlich gut von seinen Augenringen ab. Und von seinen wundgetippten Fingern. Der „Joker“ ist extrem beliebt, muss sich aber vorsehen, dass er nicht ausgenutzt wird oder dass sein aufopferungsvolles Verhalten nicht irgendwann als selbstverständlich angesehen wird. Wenn Ihr mit so jemandem befreundet seid: Zeigt ihm ab und zu Eure Dankbarkeit dafür, dass Ihr ihn habt. Und lasst ihn nicht mehr aus Eurem Leben!

Der Abnicker

Der Abnicker

Er ist meist der Ruhige im Freundeskreis. Ein Mitläufer. Das Anhängsel. Einfach da, egal, ob seine Existenz von den anderen wahrgenommen wird oder auch nicht. Seine Beiträge zu Diskussionen variieren von heftigem Kopfnicken (wenn er begeistert und von einem Vorschlag überzeugt ist) bis zu leichtem Kopfnicken (wenn er sich mit einer Idee arrangieren kann). Eine eigene Meinung – oder auch nur eine, die von der vorherrschenden abweicht – äußert er aber grundsätzlich nicht. Er ist generell dafür. Oder dagegen – wenn alle dagegen sind.

Er wird von den anderen geduldet und vielleicht sogar gemocht. Ist ja auch klar, denn er stimmt einem schließlich immer zu und kritisiert einen nie, solche Menschen hat man doch gerne um sich. Aber er wird nicht so ernst genommen, dass ihn mal jemand nach seiner Meinung fragt oder das Wort an ihn richtet.

Auf Gruppenfotos ist dieser Charakter immer in der hintersten Reihe zu finden. Nicht, weil er fotoscheu wäre. Meist wird er einfach nur nach hinten gedrängelt, oder kurz vorm Auslösen entscheidet sich sein Nebenmann noch für eine andere Pose, die den Abnicker verdeckt. Manchmal sieht man nur einen Arm oder Fuß von ihm. Oft ist er auch nur angeschnitten mit im Bild. Dem Fotografen ist dieser Fauxpas gar nicht aufgefallen. Und den Betrachtern des Fotos nachher auch nicht.

In vielen Fällen steht der Abnicker aber sowieso selbst hinter der Kamera, weil alle anderen mit aufs Bild wollen. Daran, wem man das Foto zu verdanken hat, wird sich kein Schwein mehr erinnern, wenn die Clique Jahre später lachend zusammensitzt und von „früher“ spricht. Ob man, wenn man erwachsen ist, den Namen dieses netten Kumpels noch weiß? Höchstens verschwommen. Denn meist wird er ja eh nur mit „Ey, kannste mal...“ oder „Hey, haste mal...“ angesprochen.

Die Lästerfresse / Das Gossip-Girl

Die Lästerfresse / Das Gossip-Girl

Die Undercover-Stasi in unserem Freundeskreis. Sie sammelt über jeden Informationen, hört mehr und spricht schneller als alle anderen. Eine Karla Kolumna für Fortgeschrittene. Ihr entgeht NICHTS. Sie weiß alles, was in der Clique abgeht. Selbst das, was noch passieren wird. Wenn Dein Freund mit Dir Schluss machen will, hat sie es garantiert schon eine Woche vor Dir erfahren.

Wenn sie mal allein zu Hause ist, dann führt sie dort wahrscheinlich ein eigenes hochentwickeltes, multimediales Büro. Darin stehen tonnenschweren Akten über jedes Mitglied der Clique, fünf Bildschirme, auf denen jede Facebookaktivität zu sehen ist und gespeichert wird, und haufenweise Engergy-Drinks.

Eins ist klar: Wer sich mit dieser Person nicht gutstellt, der kriegt Probleme. Wie ein ausgebildeter Sternekoch rührt sie in ihrer Gerüchteküche alles zusammen, verfeinert es mit Eigeninterpretationen und serviert es dann ganz beiläufig, aber hochspektakulär. Sie liebt es, Gerüchte oder kleine Geheimnisse über andere gezielt immer da einzustreuen, wo sie am meisten bewirken. Und schafft es trotzdem fast immer, selbst ungeschoren aus der Angelegenheit rauszukommen. Denn am Ende gibt es meist einen so großen Streit, dass es keine Rolle mehr spielt, wer getratscht und gelästert hat.

Wenn sich also zwei Personen in Eurem Freundeskreis die Köpfe einschlagen wegen Dingen, die sie unmöglich voneinander hätten wissen können, dann haltet immer nach der Person Ausschau, die ein listiges Lächeln auf den Lippen hat und kaum bemerkbar die Finger bewegt – wie ein böser Puppenspieler, der geschickt die vielen Fäden in seiner Hand auf- und abzieht. Aber was Ihr mit dieser Erkenntnis anfangt, wenn Ihr den Übeltäter entlarvt habt? Wenn Ihr Bock auf Stress habt: Sagt „Gossip-Girl“ den Kampf an. Wenn aber auch nur der Hauch einer Gefahr besteht, dass es irgendwo – und sei es noch so lange her oder gut versteckt – belastendes Material über Euch gibt (Zahnspangenfotos, Liebesbriefe aus der vierten Klasse, eine schwatzhafte Mutter) – keine gute Idee...

Die Diva / Das egomane Einzelkind

Die Diva

Dieser Charakter lebt in seinem eigenen Universum. Nein, falsch – er IST das Universum. Das denkt er jedenfalls. Und er denkt viel – über sich nach. So viel, dass er andere Menschen um sich herum kaum bis gar nicht mehr wahrnimmt. Wenn andere was erzählen oder ein im Freundeskreis diskutiertes Thema ihn nicht interessiert (weil es nicht um ihn geht), überfallen ihn heftige Gähnattacken, von denen er erst dann kuriert wird, wenn sich alles wieder um ihn dreht.

Zu Geburtstagen verschenkt die Diva gerne Bilder von sich. Oder vergisst, ein Geschenk zu besorgen. Ihre Anwesenheit reicht ja. Meint sie. (Sie meint aber auch, dass sie Gott wäre und nur deswegen auf der Erde leben und die Menschen von hier aus mit ihrer Anwesenheit segnen muss, weil der andere Gott im Gegensatz zu ihr alt und pottenhässlich ist, sodass er sich besser hinter den Wolken im Himmel versteckt.)

Dieser Egomane schafft es, selbst mit der kleinsten Kleinigkeit noch anzugeben und jede Erzählung in eine Heldengeschichte umzuwandeln – mit sich selbst in der Hauptrolle. Am liebsten würde er die ganze Welt mit lebensgroßen Pappaufstellern von sich vollpflastern. Und mit so einem Exemplar wird er wahrscheinlich auch alt werden. Denn bisher hat es kein lebendiges Wesen länger als zwei Wochen an seiner Seite ausgehalten. Die Diva stimmt das allerdings nicht nachdenklich, im Gegenteil. Sie nimmt es als Beweis für ihre These, dass in unserer Gesellschaft halt nur noch verstrahlte, beziehungsunfähige Individuen rumlaufen (= ihre Ex-Partner.) Ihr größtes Problem ist, dass sie sich nicht selbst zum Traualtar führen kann. Wenn das erlaubt wäre, wäre sie das erste offizielle Einpersonenpaar.

Aber eine positive Eigenschaft hat der Angeber auch: In seinem Kopf gibt es eine Lautlos-Taste, die sich selbstständig aktiviert. Sobald ihn jemand kritisiert, legt sich der Schalter um, und er sieht nur noch eine Figur vor sich, die den Mund auf und zu macht. Dann wird ihm nach kurzer Zeit langweilig und er fängt an zu gähnen.

Der Allesimmerbesserwisser

Der Allesimmerbesserwisser

Nicht der Pubertät, sondern nur ihm hast Du die Unsicherheit zu verdanken, die in Dir aufsteigt, wenn Du vor größeren Gruppen reden musst. Denn kaum versprichst Du Dich oder erklärst einen komplizierten Sachverhalt, rümpft dieser Typ die Nase und stößt ein spitzes „Tz!“ aus, das spätestens nach Deinem dritten Satz in eine Endlos-Tzzzzzz-Schleife übergeht. Die kannst Du nur unterbrechen, indem Du ihm den Gefallen tust, Deinen Redefluss zu unterbrechen und ihn zu fragen, was er denn jetzt wieder habe. Wenn Du das nicht tust, wird er aber irgendwann auch von selbst damit anfangen. „Du sagst, Du wärst ,der Einzigste gewesen‘! Das Wort ,Einzigste gibt es nicht! Es heißt ,EINZIGE‘! ,DER EINZIGEEEEE‘!“

Besserwisser haben immer eine Korrektur parat. Sie halten es für eine gute Tat, ihr Umfeld zu korrigieren und glauben, es wäre der Schritt in Richtung einer besseren Welt, wenn sie ihr Wissen jederzeit und auch ungefragt mitteilen.

Diese Spezies spricht nicht, sie tzzzt. Wahrscheinlich versammeln sie sich in den Ferien in Trainingslagern, in denen sie „Allgemeinwissen“ („Das ist doch Allgemeinwissen!!!“) pauken und Klugscheißerei üben und jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen so lange tzzzzten, bis es ihnen gelingt, das größte Maß an Missbilligung in ihrer Stimme mitschwingen zu lassen. Wenn sie aus diesem Bootcamp zurückkommen, platzt das ganze Fachwissen, das sie sich in den Kopf gekloppt haben, aus ihnen heraus wie ihre unerträglichen Verbesserungen. Egal zu welcher Thematik. Sie haben immer zu allem eine Meinung.

Der Besserwisser spricht meist mit nasaler Stimme. Er könnte auch normal sprechen, aber es hört sich in seinen Ohren in diesem nervigen Ton einfach klüger und belehrender an. Die meisten Vertreter dieser Gattung hören auf Doppelnamen wie Jan-Hendrik, Leif-Erik, Louise- Henriette oder Cara-Elea. Und auf die Vollständigkeit bestehen sie auch. Am leichtesten zu erkennen sind sie aber immer am ersten Satz, den sie sprechen. Der fängt nämlich grundsätzlich an mit: „Es heißt nicht...“, „Um genau zu sein...“ oder „Also – grammatikaaaaaalisch...“

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