Warum ziehe ich immer nur die schwachen, labilen Typen an?

chili-Autorin Linda.

Verden - Beziehungen. Hatte ich eindeutig zu viele. Und gerade heute führte ich wieder ein Gespräch darüber mit meiner Mutter, der Verfechterin der Partnerschaft. Jedenfalls, wenn es um mich geht. Und wir waren uns einig, dass der Typ Mann, den ich augenscheinlich anziehe, nicht der Typ ist, der besonders gut zu mir passt. Nach ein paar Beziehungen, Liebschaften und Bekanntschaften kann ich das wirklich mit Sicherheit sagen.

Aber das bringt ja nichts, wenn immer noch die gleichen Idioten an Deinem Tisch sitzen und Dich anhimmeln. Was kann ich tun, um diesen festgefahrenen Ablauf zu stoppen? Wenn ich wenigstens wüsste, was es ist!

Dazu müsste ich wohl mal in der Vergangenheit kramen und mir überlegen, mit was für Typen ich da wohl eine stille Übereinkunft getroffen habe. Meine erste Bekanntschaft hatte ich mit 13. Jung, unerfahren und naiv habe ich damals noch Jungs kennengelernt, die nicht in dieses Schema passten. Aha. Wahrscheinlich hatte ich damals eine andere Ausstrahlung.

Schon kurze Zeit später traf ich dann den ersten, der stereotypisierte, was alle Nachkommenden lebten. Egal wer, wann und wo ich in den kommenden Jahren war, es waren immer die gleichen: Ruhige, zurückhaltende, in sich gekehrte Jungs, die ihre Persönlichkeit im Zuge meiner Anwesenheit vergessen haben. Die mir ihre Nieren, Herzen und Lungen auf einem Silbertablett angeboten hätten, hätte ich nur mit dem Finger geschnippt. Männer vom Typ „Sag mir, was Du willst, und ich tu’s“. Puh.

Das ist anstrengender als es klingt, wirklich. Denn Du bist immer das Arschloch. Also ich. Ich war immer das Arschloch. Mal im Ernst: Niemand kann mich so abgöttisch lieben – das tue ich ja nicht mal selbst. Tat. Ich tat es nicht mal selbst. Jedenfalls habe ich es die meiste Zeit meines Lebens nicht getan. Lag es vielleicht daran? Wohl auch nicht.

Heute gehe ich raus und denke: Ich habe mich verändert. Das muss doch was helfen. Ich bin umzingelt von Untergewichtigen, die mir ihr Leid klagen – und fühle mich gut. Das wäre mir früher nie passiert. Ich konkurriere nicht mehr. Ich sehe mich als eigenständigen Menschen mit anderen Problemen. Aber hat das was an meiner Wirkung auf Männer geändert? Nein! Ich ziehe immer noch die Labilen, Zarten und Schwachen an. Ist das vielleicht eine Art Emanzipation, eine Art Dominanz, die da aus mir strahlt? Ein Eindruck, unter dem sich nur Sklaven oder Subs heimisch fühlen? Sind die stabilen, männlichen Typen, die mindestens 1,85 Meter groß sind und um die 100 Kilo wiegen, schon alle wegrationalisiert?!

Alle Exemplare, mit denen ich mich konfrontiert sehe, sind höchstens 1,70 Meter groß und 56 Kilo schwer. Und so nett sie auch sein können, das Testosteron in meinem Körper reicht nicht aus, um mir vorzugaukeln, ich müsste einen ständigen Beschützerinstinkt entwickeln. Und wenn der mich wirklich mal ereilt (passiert leider häufiger als ich will), dann fühlt sich das verdammt falsch an.

Vor nicht allzulanger Zeit habe ich Joe getroffen. Ein Amerikaner. Nicht so klein, nicht so leicht, und er hat mir nicht nach dem Mund geredetet. In unseren Gesprächen und Diskussionen hatte ich endlich mal das Gefüh, mich richtig anstrengen zu müssen, um gegenargumentieren zu können. Ein ebenbürtiger Gesprächspartner, der mehr konnte als mir „alle Wünsche“ von meinen „wunderschönen Augen“ abzulesen. Genau der Typ Mann, auf den ich aus bin. Verheiratet. Fail. Irgendwas ist doch immer.

Linda Remer (23 Jahre) aus Verden

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