Konfirmation: Geht's um Gott oder ums Geld?

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Joy Ewulu

Warum lassen wir uns konfirmieren? Was bringen uns die zwei Jahre Konfirmandenunterricht? Fünf Antworten.

chili-Autorin Aline Knake  hat für Euch mit fünf Jugendlichen gesprochen, waurm sie sich konfirmieren lassen. Die einen tun es wegen der Geldgeschenke, die anderen haben eine Beziehung zu Gott und beten. Aber lest doch selbst:

Erst mal eine Kirchenpause

Von Kimberly Wismer (14 Jahre) 

Kimberly Wismer

Meine Eltern haben mich gefragt, ob ich mich konfirmieren lassen will. Da hab ich einfach mal gesagt, dass ich das möchte. An einem „Schnuppertag“ wurde mir und den anderen zukünftigen Konfirmanden erklärt, was alles zur Konfirmation gehört.

Im ersten Jahr hatten wir Unterricht. Dort wurde uns erklärt, warum Gottesdienste so sind, wie sie sind. Und wir mussten viele Gebete und Psalmen auswendig lernen. Danach gab es verschieden Kurse, von denen wir uns die aussuchen konnten, die wir gerne machen wollten. Es gibt aber auch Pflichtkurse wie zum Beispiel „Abendmahl“, bei dem auch unsere Eltern mitmachen konnten.

In mein Lieblingskurs haben wir über das Leben von „Anne Frank“ gesprochen. Wir haben sogar die Grabstätte von Anne Frank angeschaut und einen Film über ihr Wirken gesehen, der sehr interessant war. Neben den Kursen war ich Erzählerin im Krippenspiel und habe in der Gruppe „Kirche erkunden“ mitgemacht. Ich finde es gut, was wir im Konfirmandenunterricht gelernt haben und dass dort viele meiner Freunden gewesen sind. Mit ihnen hat alles viel mehr Spaß gemacht.

Nach meiner Konfirmation gehe ich mit meiner ganzen Familie essen. Wir sind 14 Leute, und ich freue mich, dass meine ganze Familie an diesem Tag zusammenkommt. Ich habe aber auch ein bisschen Angst, dass ich im Gottesdienst über meine Füße oder beim Hinknien stolpern werde.

Ob ich richtig religiös bin, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich glaube zwar an Gott, und dass es da oben etwas oder jemanden gibt, aber nicht an alles, was in der Bibel steht.

Wenn ich bei meiner Oma bin, beten wir immer vorm Essen oder vorm Schlafen. Zuhause mache ich das zwar nicht mit meiner Familie. Dafür reden wir aber hin und wieder über religiöse Themen. Auch schon vor Beginn des Konfirmandenunterrichts bin ich öfter in die Kirche gegangen. Vielleicht mache ich danach damit auch weiter. Aber ich weiß nicht, ob ich das zeitlich schaffen werde. Ich glaube, ich mache eher erst mal eine kleine Kirchenpause.

Ich bete nur in der Kirche Konfirmation aus Tradition

Von Jannik Sodtke  (14 Jahre)

Ich bin getauft worden, und ich finde, dann kann man sich auch gleich konfirmieren lassen. Meine ganze Familie ist schließlich auch getauft und konfirmiert. Deswegen war es eigentlich von Anfang an klar für mich, dass ich auch beim Konfirmandenunterricht mitmache. Natürlich habe ich mich auch ein bisschen wegen des Geldes für die Konfirmation entschieden. Ich habe mir aber auch davon erhofft, viele neue Leute kennenzulernen.

Ganz cool finde ich, dass wir Konfirmanden uns von vielen verschiedenen Kursen die aussuchen konnten, an denen wir teilnehmen wollten, anstatt jede Woche zum Unterricht gehen zu müssen. Ich bin zum Beispiel in Hamburg in der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ gewesen, wo man von blinden Menschen durch Räume ohne Licht geführt wird. Außerdem habe ich beim Kirchentag geholfen und beim Krippenspiel an Weihnachten mitgemacht.

Allgemein bin ich schon ein bisschen gläubig. Aber ich bete nur in der Kirche. Wahrscheinlich werde ich nach meiner Konfirmation noch als Teamer weitermachen. Und ich möchte auch mal Pate von den Kindern meiner Schwester werden.

Ich möchte Pate werden

Von Luca Dickhut (14 Jahre)

Vor zwei Jahren hat mir meine Mutter vorgeschlagen, dass ich mich konfirmieren lassen könnte. Sie hat gesagt, es gibt dann auch ein bisschen Geld. Und ich bräuchte die Konfirmation, um später Pate werden zu können.

Die meisten in meinem Alter haben sich dazu entschieden, zum Konfirmandenunterricht zu gehen. Ich wusste aber am Anfang gar nicht, wie der ablaufen soll. Und ich muss sagen, ich fand ihn anchmal ziemlich langweilig. Aber natürlich manchmal auch interessant. Ich hab zum Beispiel auch beim Kirchentag geholfen und beim Krippenspiel mitgemacht.

Ob ich gläubig bin? Schon irgendwie. Aber ich glaube nicht unbedingt an Gott. Ich meine, man sieht ihn nicht, man spürt ihn nur irgendwie. Und in die Kirche gehe ich mit meiner Familie nur an Weihnachten – das ist ja so Tradition. Manchmal auch an Ostern.

Wenn ich konfirmiert bin, kann ich mir vorstellen, vielleicht mal bei den Teamern mitmachen.

Gott gehört für mich zum Alltag

Von Joy Ewulu  (14 Jahre)

Joy Ewulu

Mein Bruder ist vor einiger Zeit schon konfirmiert worden. Und ich fand es voll cool, wie hübsch sich die Mädchen an diesem Tag zurecht gemacht haben – in diesen tollen Kleidern. Ich wäre am liebsten auch eine der Konfirmandinnen gewesen. Mama hat dann zu mir gesagt: „Später, wenn Du auch so alt bist.“

Als ich dann alt genug war, habe ich mit dem Konfirmandenunterricht angefangen. Ich fand die Inhalte, über die wir dort gesprochen haben, ziemlich interessant. Ich weiß jetzt zum Beispiel ganz viel über Leben und Tod. Manchmal war es aber zeitlich schwierig, immer zum Unterricht zu gehen, weil ich zur gleichen Zeit in einem Gospel-Chor gesunden habe und deshalb oft zu Proben gehen musste.

Allgemein bin ich schon gläubig. Das habe ich von meinem Papa. Wenn er zum Beispiel kocht, dann beten wir immer vorm Essen. Manchmal bete ich auch alleine – im Moment zum Beispiel für meinen Opa, weil es ihm nicht so gut geht. Ich finde, dass Gott zum Alltag gehört, und deswegen gehe ich mit meiner Familie auch öfter mal in die Kirche. Und auch nach meiner Konfirmation werde ich auf jeden Fall noch in den Gottesdienst gehen. Aber für den Gospel-Chor habe ich jetzt leider keine Zeit mehr.

Auf meine Konfirmation und auf die Feier danach bei mir zu Hause freue ich mich schon sehr. Aber ich bin auch ein bisschen nervös, weil ich Angst habe, dass ich zum Beispiel mit meinem Kleid in der Kirche stolpern könnte.

Ich bin nicht gläubig

Von Kevin Lampe (14 Jahre)

Meine Mutter hat mir gesagt, dass ich mich konfirmieren lassen soll. Und wegen des Geldes mache ich es auch. Der Konfirmandenunterricht war aber ganz gut. Ich war im „Maulwurf“-Kurs, da haben wir zum Beispiel im Garten am Gemeindehaus gearbeitet. Und ein Kurs hatte das Thema „Biblisch kochen und backen“. Den fand ich am besten, weil es dort leckeres Essens gab. Beim Geocaching habe ich auch mitgemacht. Das ist eine Art Schatzsuche mit GPS-Geräten.

Nach meiner Konfirmation gehen ich mit meiner ganzen Familie essen. Das sind fast 40 Leute. Später möchte ich vielleicht mal Teamer werden und auch Pate von der Tochter meiner Schwester. Eigentlich bin ich aber nicht wirklich gläubig und bete auch nicht.

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