Warum soll ich das lernen?

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Das Archivfoto zeigt Schüler im Unterricht.

Syke - Und warum soll ich das lernen? Was ist das Christentum? Wie gehen die Menschen mit ihrem Glauben um? Meine Güte, hat man doch alles schon gehabt. Religion ist eines der Fächer, die ich und viele andere Oberstufenschüler des Fachgymnasiums als komplett überflüssig erachten. Gut, dass ich stattdessen "Werte und Normen" gewählt habe - oder nicht gut?

Zufrieden wäre ich, wenn der Kurs meinen Vorstellungen entsprechen und vor allem Philosophie beinhalten würde. Aber nein. Er sollte besser "Biologie" genannt werden. Vererbung, synaptische Übertragung und Neuronen. Hallo? Hatte ich doch alles schon. Und was hat das mit "Werten und Normen" zu tun?

Bio ist auch nicht besser. Muss ich lernen, wie eine Reizreaktionskette abläuft, um zu wissen, dass es weh tut, wenn ich auf einen Nagel trete? Eben. Trotzdem müssen alle Schüler der Oberstufe solchen - für sie unwesentlichen - Stoff lernen. Keine Chance, was abzuwählen.

Statt Politik, was ich definitiv sehr wichtig finde, gibt es bei uns Sportkurse. Sport kann man doch in seiner Freizeit machen! Die meisten Schüler finden es eh nervig, ihren Nachmittag mit Sportarten zu vergeuden, die sie gar nicht mögen. Und Jugendliche zu etwas zu zwingen ist komplett kontraproduktiv, wie sich jeden Tag im Unterricht zeigt.

Welcher Zweck wird verfolgt, wenn man Schüler zur Anwesenheit verpflichtet, sie dann nicht aufpassen und zuletzt auch noch die Abiturzulassung durch Unterkurse in Religion flöten geht? Ja, schon klar, ein Unterkurs in so einem Fach muss nicht sein. Aber wer kann sich denn 90 Minuten lang konzentrieren, wenn er das Thema komplett irrelevant findet, später nie wieder brauchen wird und ihm die Augen automatisch zuklappen?

Dass man sich besser auf die Themen einlassen kann, die einem wichtig erscheinen, wusste ich übrigens auch schon, bevor ich es in "Werte und Normen" mal wieder erfahren musste.

Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Ich bin kein kompletter Gegner von Biologie, Werte und Normen, Religion oder Sport. Zumindest finde ich diese Fächer nicht grundsätzlich überflüssig. Aber wir hatten sie doch schon die ganze Mittelstufe. Wenn man sich wie ich auf ein Abitur mit den Hauptfächern BRC (Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Controlling), Deutsch, Englisch, VWL (Volkswirtschaftslehre) und Mathe vorbereitet, gehen einem die vergleichsweise unwichtigen Stunden echt am Arsch vorbei. Und ich bin sicher: Egal, an welchem Gymnasium und wo: Jeder Oberstufenschüler hat überflüssige Nebenfächer. Muss das denn wirklich sein?

Pia Zarsteck (19 Jahre) aus Syke

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