Ferien mit der Familie

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Ich komm grad aus der Schule und bin sowieso schon genervt. Und dann diese Nachricht: „Übrigens: Wir fahren jetzt in den Sommerferien mit der ganzen Familie mal so richtig schön für eine Woche an die Ostsee! Wie findet Ihr das?“ Meine kleinen Geschwister: Toll! Nur ich bin gar nicht begeistert.

Von Jenni Wilkens (14 Jahre) aus Stuhr

Urlaub mit Eltern und jüngeren Geschwistern! Und dann noch nicht mal außerhalb von Deutschland! Wie geil... Das Einzige, worauf ich hoffen kann, ist die Chance, so viel wie möglich abzuhauen, an den Strand zu gehen und richtig schön braun zu werden. Und sonst vielleicht noch, dass ich dort vielleicht irgendwie ein paar nette Leute in meinem Alter kennenlerne. Der Tag der Abreise rückt näher. Um zehn Uhr morgens fahren wir los – was für meinen Geschmack zwar viel zu früh ist, denn es sind ja schließlich Ferien. Aber als ich im Auto sitze, steckt mich die Urlaubsstimmung der anderen dann irgendwie doch gegen meinen Willen ein bisschen an. Erst recht, als wir ankommen: Meine miese Stimmung verfliegt sofort bei dem geilen Wetter, ich freue mich auf den Strand – das Ferienprogramm kann beginnen! Und ganz ehrlich: So schlimm, wie ich befürchtet hatte, ist es gar nicht. Morgens verlässt meine Mom mit meinen Geschwistern das Haus, sodass ich in Ruhe ausschlafen kann. Mittags gehen wir dann alle zum Strand – ich lege mich natürlich immer ein bisschen abseits hin – und abends bummeln wir über die Promenade, und während meine Familie hauptsächlich den Sonnenuntergang bewundert, gucke ich mir die (süßen!) Boys an, die auf dem Platz jeden Abend skaten. Irgendwann komme ich sogar mit den Jungs ins Gespräch. Wir unterhalten uns total nett (auch wenn’s manchmal ein bisschen schwierig ist, sie zu verstehen, weil sie aus Sachsen kommen). Aber wir machten gleich ein Date für den nächsten Tag aus. Als ich am Abend allerdings endlich loskomme und wieder zur Promenade gehe – diesmal alleine! – ist außer mir noch ein anderes Mädchen da. So ein nerviges Möchtegern-Skater-Girl, das die ganze Zeit alles und jeden disst. Zum Glück bin ich nicht die einzige, die von ihrem Rumgezicke genervt ist. Die Jungs sagen, dass sie jetzt woanders hingehen – und ich darf mitkommen. Voll das Glücksgefühl! Und der Abend war gleich noch viel schöner! Leider haben wir nur noch einen Abend. Denn ohne dass ich’s bemerkt habe, ist meine Woche Familienurlaub schon wieder um. Dabei kam mir eine Woche anfangs so lang vor! Passend zu meiner Stimmung fängt es total an zu regnen und zu gewittern. Also verbringen wir den Abend unter einem Balkon und sehen zu, wie die anderen Leute vorbeilafen und richtig nass werden. Das steigert die Laune wieder- Später, als es aufhört, setzen wir uns wieder an den Strand. Wir tauschen unsere Handynummern aus und auch noch ein paar Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit. Ich bekomme zum Beispiel eine Kette geschenkt. Jetzt bin ich seit zwei Wochen schon wieder zu Hause, aber auch wenn wir uns nur ein paar Tage getroffen hatten – ich schreibe oder telefoniere fast jeden Tag mit meinen Skater-Boys. Und freue mich sehr über diese Freundschaft! So ist es dann also doch noch eine richtig schöne Zeit geworden. Und jetzt denke ich nicht mehr so negativ über Familienurlaube!

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