Ab in den Urlaub!

Mein erster Mädchenurlaub, der auch wirklich ausdrücklich so genannt wurde, war hart erkämpft. Nicht mit meinen Eltern, sondern mit meinem damaligen Freund.

 

Mein erster Mädchenurlaub

Rike Schockenhoff aus Wietzen

Mein erster Mädchenurlaub, der auch wirklich ausdrücklich so genannt wurde, war hart erkämpft. Nicht mit meinen Eltern, sondern mit meinem damaligen Freund. Wir waren in dem Zeitraum, in dem ich verreisen wollte, ein halbes Jahr zusammen, und er fand es doch echt doof, dass ich über diesen Tag wegfahren wollte. Der Urlaub selbst, so lustig er auch war, war auch ein harter Kampf. 1.) Das Ziel von mir und drei Schulfreundinnen war Chemnitz. Genau, die Stadt in Ostdeutschland, die meines Wissens nur dafür bekannt ist, dass sich Westdeutsche besonders gerne über sie lustig machen. Unser Ziel war aus Abenteuerlust und Sparzwang gewählt: Der Vater einer meiner Freundinnen besaß dort eine Wohnung, in der gerade keine Mieter wohnten. 2.) Die Wohnung war gar keine Wohnung, sondern ein Büro – also keine Dusche. Deshalb hatten wir uns vorgenommen, im Freibad zu duschen. 3.) Das Freibad in Chemnitz hatte leider keine Umkleidekabinen und schon gar keine überdachte Dusche.

So standen wir mit Shampoo und Duschgel neben dem Schwimmerbecken, unsere nassen Badesachen zogen wir dann im Klohäuschen wieder aus. Wie es für Teenies so üblich ist, verpflegten wir uns mit schönen einfachen Gerichten: Wir hatten einen Wasserkocher mitgenommen und aßen fast nur Fünf-Minuten-Terrine. Und Brötchen, denn die waren sowas von günstig in Chemnitz. Dass man dort zwei für den Preis von einem bei uns zu Hause bekam, beeindruckte uns sehr. Gott sei Dank lernte ich auf der stundenlangen Zugfahrt das Kartenspiel „Arschloch“, denn damit haben wir eine ganze Menge Zeit verbracht. Genauso wie mit der Suche nach einer Disco oder irgendeinem Ort, wo man feiern konnte. Den letzten Abend verbrachten wir in der Gesellschaft von drei „össelnden“ Jungs auf einem Jahrmarkt.

Da gab es ein Zelt, in dem die Leute auf den Bänken tanzten. Und dazu ein Feuerwerk und eine Fahrt in einem wackeligen Riesenrad. Die Jungs zeigten uns ein paar Abkürzungen für den Rückweg, das war nützlich, aber kurz vor unserem Haus wollten wir sie dann gerne loswerden. Wir hatten nämlich keine Lust, sie in unser Schlafsacklager zu bitten. Dass wir am nächsten Tag abreisen mussten, war total in Ordnung. Ich war seitdem nie wieder in Chemnitz. Warum auch? Wobei – ein Revival hätte schon was. Ich müsste mir dafür aber neue Reisegefährtinnen suchen. Meine Freundinnen von damals sind gerade in New York und Thailand. Die wollen bestimmt nicht mit.

Rike Schockenhoff aus Wietzen

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