Andrew Lincoln bestätigt Grüchte

„The Walking Dead“: Abschied von Rick Grimes steht bevor

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Rick Grimes war bislang das Gesicht der Serie „The Walking Dead“. Nun soll die Figur in Staffel 9 verschwinden. Wie, das ist natürlich noch nicht klar.

Von Britta Buntemeyer - Geht oder geht er nicht? Lange hat es in der Gerüchteküche gebrodelt, es gab mehrere inoffizielle Bestätigungen, jetzt hat Darsteller Andrew Lincoln selbst die Bombe ein für allemal platzen lassen: Er hängt seine Rolle als Rick Grimes in der Zombie-Serie „The Walking Dead“ an den Nagel.

Und das Fanherz blutet schlimmer als jeder Zombiebiss. Auf der Comic Con in San Diego ließ sich Lincoln nicht lange bitten. „Ich glaube, es gibt einen Elefanten im Raum. Viele von euch werden sicher wissen wollen, ob dies mein letztes Jahr ist“, sagte er beim Panel mit einigen Co-Stars und Serienmachern. „Diese Staffel wird die letzte sein, in der ich Rick Grimes spiele.“ Die Fans in der Halle: mucksmäuschenstill. In der kommenden neunten Staffel nimmt der Hauptdarsteller seinen Sheriff-Hut. „The Walking Dead“ ohne Rick Grimes? Wie zur Zomibehölle soll das möglich sein?

Verständlich, dass viele Fans es noch immer nicht wahr haben wollen. Schon vor Wochen - als ein Artikel der Entertainment-Website Collider behauptete, Andrew Lincoln würde nur noch in sechs Folgen der neuen Staffel dabei sein und die Serie dann verlassen - hielten dies viele für eine Finte. Konkrete Quellen wurden natürlich nicht genannt. Doch dann folgten Hinweise über Hinweise und sogar Bestätigungen von Beteiligten.

„Serie wird ihn so sehr vermissen wie ihr“

Von Daryl-Darsteller Norman Reedus, der ein Schwarz-Weiß-Foto von Rick and Daryl auf Instagram mit einem Herz als Kommentar postete über „The Walking Dead“-Regisseur Michael Satrazemis, der sogar eindeutig auf Instagram schrieb: „Er ist einer der großartigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Die Serie wird ihn so sehr vermissen wie ihr“ bis zu Robert Kirkman, Autor der Comic-Vorlage, der den Ausstieg von Andrew Lincoln in einem Interview bestätigte. Der Sender AMC hatte sich zu keinem Zeitpunkt geäußert, bis auf einen ominösen Post bei Twitter: „Glaubt nicht alles, was ihr hört“.

Es ist schon mehr als erstaunlich, dass solch ein Spoiler, der größte in der Geschichte von „The Walking Dead“, so offen von vielen Seiten einfach so bestätigt wird. Man wird das Gefühl nicht los, als habe AMC selbst seine Hand im Spiel. Sinn würde es machen. Angesichts der sinkenden Quoten und allgemeinen Unzufriedenheit der Fans mit der Entwicklung der Serie heizt dieser Spoiler die Diskussionen nochmal kräftig an, sorgt für mächtig Hype und könnte den einen oder anderen verlorenen Fan vielleicht zurückholen.

Niemand ist größer als die Geschichte

Wie auch immer: Es heißt langsam Abschied nehmen von Rick Grimes. „The show must go on“. Ja, nur wie? Ein sehr emotionaler Andrew Lincoln betonte auf der Comic Con, dass niemand größer als die Geschichte ist. Sicherlich: „The Walking Dead“ ist eine Ensemble-Serie. Aber es ist und war schon immer die Geschichte von Rick Grimes.

Ihn haben wir von Anfang an begleitet. Von dem Moment an, in dem er in einem Krankenhaus mitten in der Zombie-Apokalypse aufgewacht ist. Und wir erfuhren, wie er dort hingekommen ist. Wir haben uns mit ihm gefreut, als er wieder mit Frau und Kind vereint wurde, erlebten seinen holprigen Weg zum Anführer. Wie er zusammenbrach, sich wieder aufrappelte, seine Frau verlor, seinen Sohn Carl auf das Leben in einer ruchlosen Welt vorbereitete. Die Tochter seiner verstorbenen Frau allmählich akzeptierte, auch wenn er wusste, dass sie nicht seine ist. Wie er eine immer größere Gruppe durch die Apokalypse führen musste, sich neu verliebte und schließlich seinen Sohn verlor. 

Ricks Sohn Carl ist gerade gestorben - nun könnte es bald den Vater selbst treffen.

Carls Tod Mitte der achten Staffel war die bislang einschneidenste und kontroverseste Entscheidung des damaligen Showrunners Scott Gimple. Carl gehört die Zukunft in den Comics, er war immer Ricks Antrieb, seine Motivation für alles. Die Entscheidung muss auch Andrew Lincoln schwer getroffen haben. 

Wunsch nach mehr Zeit mit Familie

Er selbst begründet seinen Ausstieg damit, wieder mehr Zeit mit seiner Familie in England verbringen zu wollen. Er möchte sich eine Auszeit nehmen. Das ist natürlich verständlich, aber irgendwie kommt es doch wie aus heiterem Himmel und verdächtig kurz nachdem Carl-Darsteller Chandler Riggs die Serie verlassen musste. Und es macht Carls Tod nur noch sinnloser. 

Der Grimes-Sprössling wollte unbedingt, dass Rick Frieden mit Negan und den Saviors schließt und alle wieder leben statt nur zu überleben. Was nützte das alles, wenn auch Rick letzten Endes stirbt? Und danach sieht es wohl aus, denn dass er einfach verschwindet, ist doch ziemlich unwahrscheinlich.

Carol und Daryl rücken mit dem Abgang von Rick automatisch weiter in den Fokus.

Mit Rick geht aber nicht nur der Hauptcharakter, sondern auch eine der wenigen noch verbliebenen Figuren der ersten Stunde. Davon übrig sind nun nur noch Motorrad-Fan Daryl und Carol, die sich im Laufe der Serie von der misshandelten Hausfrau zur echten Kämpfernatur entwickelt hat. 

Berichten zufolge soll Norman Reedus eine saftige Gehaltserhöhung winken und Daryl zur neuen Hauptfigur werden. Ein Nicht-Charakter wie Daryl, der kaum die Zähne auseinander bekommt, soll in die Fußstapfen von Rick Grimes treten? Hoffentlich nur ein Gerücht. Aber, und hier nehmen wir Andrew Lincoln doch gerne beim Wort, niemand ist größer als die Geschichte. 

Und die scheint bei „The Walking Dead“ endlich wieder etwas voranzugehen. Ja, es gibt einen Lichtblick trotz aller vorzeitiger Trauer um Rick Grimes: der Trailer zu Staffel 9. Der Krieg mit den Saviors ist (endlich!) vorbei und die Gruppen versuchen wieder so etwas wie ein Zusammenleben und eine Zivilisation zu erschaffen. 

Rick und Negan waren Feinde in Staffel 7 und 8 - und in Staffel 9?

Die ersten Bilder der neuen Staffel zaubern überraschenderweise gleich dieses gute, alte „The Walking Dead“-Gefühl zurück. Die Charaktere sind wieder mehr „on the road“, es gibt eine gute Portion Zombie-Gore und – darauf freuen sich besonders Kenner der Comics – eine neue Gruppe wird eingeführt, die sich etwas unkonventioneller mit der Zombie-Bedrohung befasst. Sozusagen, fast mit ihr verschmilzt, ohne zu viel verraten zu wollen. 

Wenn die Macher das alles richtig in Szene setzen, ihr Ensemble entsprechend interessant gestalten und irritierende Logiklöcher stopfen, kann das Apokalypse-Szenario den Zuschauer auch unabhängig von bestimmten Charakteren noch mitreißen.

Man darf gespannt sein, wie die neue Showrunnerin Angela Kang das schwierige Erbe ihres Vorgängers Scott Gimple wieder auf gerade Bahnen lenken möchte. Eins ist klar: „The Walking Dead“ wird ein neues Kapitel aufschlagen und dieses kann nur besser werden als die vorherigen. Mit oder ohne Rick Grimes.

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