"Tage, die bleiben": Angst vor der Trauer

München - Intelligent und gut gespielt: Pia Strietmanns „Tage, die bleiben“ erzählt von der Angst vor dem Trauern. Sehen Sie hier den Kinotrailer und die Filmkritik.

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Welcher Sarg ist der passende? Wer kauft die Briefmarken, um endlich die Todesanzeigen verschicken zu können? Die Ehefrau und Mutter (Lena Stolze) ist gestorben. Ein Unfall. „Mitten aus dem Leben gerissen“ nennt man das üblicherweise. Zurück bleiben in „Tage, die bleiben“ ein untreuer Ehemann (Götz Schubert), ein längst verlorener Sohn (Max Riemelt) und eine energisch pubertierende Tochter (Mathilde Bundschuh) – und die Fragmente einer vor langer Zeit einmal glücklichen Familie. Niemand ist in der Lage, die anderen zu trösten. Die Logistik rund um die Beisetzung beherrscht die ersten Stunden. Danach bleiben Irritation, Streit, Zorn und Tränen.

Pia Strietmann erzählt in ihrem überraschend unsentimentalen, gekonnt jeden Kitschtopf vermeidenden Spielfilm-Debüt von der Angst vor dem Trauern. Präzise ist der Blick der Regisseurin „hinter die Kulissen“ einer recht normalen Familie, in der jeder die eigene Unzufriedenheit an die anderen weitergibt: bis es ihnen schließlich gelingt, eine Art Neuanfang zu wagen. Kleinste Details, Stimmungen und Nebensätze setzen wichtige Akzente in „Tage, die bleiben“ und lassen dieses Drama zu einem intelligenten, hervorragend gespielten Vergnügen werden.

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