Start am 14. April

„Game of Thrones“: Was uns der Trailer zur finalen Staffel verrät

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Daenerys und Jon Snow.

Länger als der längste Winter von Westeros mussten Fans gefühlt warten – nicht nur auf die kommende und auch letzte Staffel des Serienepos „Game of Thrones“, sondern auch auf den Trailer.

Von Britta Buntemeyer. Jetzt ist er endlich da und zeigt nach einigen sekundenlangen Appetitanregern, die der Sender HBO zuvor schon veröffentlicht hatte, erste Szenen der achten Staffel, die am 14. April startet. Das Finale der siebten Staffel war im August 2017 über den Bildschirm geflimmert. Ja, die Durststrecke war lang, sehr lang. Klar, dass sich die Fans da gleich auf den Trailer stürzten, der bereits innerhalb weniger Stunden sowohl auf YouTube als auch auf Twitter millionenfach angeklickt wurde.

Die große Schlacht um Winterfell

Dabei wollten die Showrunner David Benioff und D. B. Weiss eigentlich gar keinen Trailer veröffentlichen, um möglichst wenig zu verraten. Die Handlung in den finalen Folgen scheint also nicht so vorhersehbar zu sein, wie viele meinen. Der knapp zwei Minuten lange Trailer setzt dann auch überwiegend auf Szenen und Momente, die wenig Überraschendes bieten und die man so oder so ähnlich erwartet hat: Drachenszenen, Actionszenen, besorgte Gesichter, überwiegend im Norden/in Winterfell und der Hauptstadt King's Landing. Sehr wahrscheinlich wurden nur Szenen aus den ersten drei Folgen gewählt, um „auf der sicheren Seite“ zu sein. Denn bereits bekannt ist, dass die große Schlacht um Winterfell, in der die Armee der Toten involviert ist, in der dritten Folge stattfindet. Und darum dreht sich ein Großteil des Trailers. Was danach passiert, steht noch in den Sternen.

Wer ist hinter Arya her?

Doch der Clip enthält durchaus einige Momente, die das Feuer der Theorien wieder ordentlich angefacht haben und zum wilden Spekulieren anregen. So gleich der Beginn mit Arya Stark, der wohl interessanteste und spannendste Teil. Sie flieht vor jemandem und ist dabei völlig verängstigt, das Gesicht voller Blut. Bei so einem Anblick der geübten Nachwuchs-Assassine muss schon große Gefahr lauern. Darüber ist ein Zitat von ihr aus einer anderen Szene gelegt: „I know death. He has many faces. I look forward to seeing this one“ - „Ich kenne den Tod. Er hat viele Gesichter. Ich bin gespannt, dieses zu sehen.“ Wer ist hinter Arya her? Hinter wem ist Arya her? Als erstes lassen sich vielleicht die Männer ohne Gesicht aus Braavos vermuten, doch das macht wenig Sinn. Jaqen H'ghar hatte sie seinerzeit in der sechsten Staffel mit einem leichten Lächeln im Gesicht ziehen lassen.

Es könnten aber auch andere bezahlte Männer mit einem bestimmten Auftrag sein. Hier kommt eine Theorie ins Spiel, die sich weiterhin hartnäckig hält. Der Kampf um Winterfell wird sicherlich viele menschliche Dramen und Charakterschicksale enthalten, entscheiden und in neue Richtungen lenken. Einige Fans vermuten, dass Sansa Stark, die Lady von Winterfell, inmitten des Chaos im Auftrag von Cersei Lannister entführt und nach King's Landing verschleppt werden könnte. Cersei hat noch immer eine Rechnung mit ihrer geflohenen politischen Gefangenen offen, in Staffel 7 heuerte sie hinterrücks die Goldene Kompanie an, um auch „Dinge, die ihr gehören“ zu ihr zurückzubringen. Sansa wiederum hatte sich in Staffel 7 geweigert, zu einem Treffen in King's Landing zu reisen, solange Cersei Königin ist. „Wenn sie wieder einen Stark-Gefangenen haben wollen, müssen sie kommen und mich holen“, sagte sie damals. 

Vielleicht ist es Arya nicht gelungen, Sansa zu beschützen. Das würde wiederum zu der Theorie passen, dass Tyrion Lannister, derzeit noch Hand von Königin Daenerys Targaryen, wieder die Seiten wechseln und sich seiner Familie anschließen könnte. Vielleicht fungiert er in dem Entführungsszenario als Mittelsmann. Irgendetwas muss er seiner Schwester Cersei jedenfalls versprochen haben.

Wenig Überraschendes

Wir erinnern uns: Am Ende der siebten Staffel hatte Cersei, nachdem sie einen Waffenstillstand zwischen ihr und Daenerys erst noch abgelehnt hatte, plötzlich ihre Truppen dem Norden versprochen. Sie kam dabei gerade aus einem Gespräch mit Tyrion, dessen Ausgang wir nicht gesehen haben. Gerade in seiner Storyline wird es Zeit für ein paar interessante Wendungen, die ihn wieder zu mehr als nur dem Berater von Daenerys mit vielen fehlgeschlagenen Plänen machen. Und dass Cersei nicht plant, ihr Versprechen einzuhalten, weiß bislang nur ihr Bruder Jaime. Apropos Daenerys, von ihr gibt es natürlich auch einiges zu sehen, überwiegend an der Seite von Jon Snow. Die Promo und das Marketing setzen auch hier wieder auf wenig Überraschendes und geben dem Zuschauer das, was er erwartet. Die sichere Seite eben, um nicht zu viel zu spoilern. Interessant ist hier aber zum einen eine Szene, in der Daenerys zu Jon geht, der sich in der Krypta von Winterfell befindet. Während ihr Gesichtsausdruck sanft aussieht, ist seiner melancholisch-unglücklich. Anzumerken ist hier erstmal, dass Nicht-Mitglieder der Familie Stark die Krypta eigentlich nicht einfach so betreten zu haben. 

In Staffel 7 gab es eine ähnliche Szene, in der Petyr Baelish Jon in der Krypta vor der Statue von Ned Stark aufsuchte. „Ihr gehört hier unten nicht hin“ hatte Jon ihm damals gesagt. Es wäre typisch für Daenerys, die mal wieder nicht zu erkennen scheint, wo ihr Platz ist und wo eben nicht. Zumal sie auch noch die Tochter des Irren Königs ist, der den Vater und den Bruder von Lord Eddard Stark brutal ermordet hatte.

Der Kontext der Szene ist völlig unklar. Weiß Jon bereits, dass er ein legitimer Targaryen ist und Thronerbe noch vor Daenerys, seiner Tante? Sicherlich wird er das so lange wie möglich vor ihr geheim halten wollen. Das Geheimnis um Jons wahre Eltern – er ist der legitime Sohn von Kronprinz Rhaegar Targaryen und Lyanna Stark – wurde so ziemlich seit Beginn der Geschichte aufgebaut, muss nun einen immensen Einschlag in der Handlung hinterlassen und alles ordentlich durcheinanderwirbeln. Das spannendste dabei ist, wie Daenerys darauf reagieren wird. Vermutlich nicht positiv. Sie hielt sich bislang für die letzte Targaryen, dachte, sie sei so etwas wie eine Ausgewählte, dass es ihr Schicksal ist, die Sieben Königreiche zu regieren. Und nun kommt auf den letzten Metern ein geheimer Thronerbe daher und zerschlägt mit seiner wahren Identität die wohl größte Säule ihres bisherigen Selbstbildes. Da kann sie noch so sehr in Jon verschossen sein, das wird ein herber Schlag.

Lauwarme und einseitige Romanze

Doch nicht nur dieser Twist wird wahrscheinlich einen Keil zwischen die beiden treiben, da ist unter anderem noch die Tatsache, dass Daenerys – neben vielen, vielen weiteren Menschen – Randall und Dickon Tarly, Vater und Bruder von Jons bestem Freund Sam, bei lebendigem Leib verbrannt hat. Ohnehin weiß Jon noch herzlich wenig von und über Daenerys und sie wenig über ihn, da beide bislang so gut wie gar nicht auf persönlicher Ebene miteinander gesprochen haben. Die lauwarme und sehr einseitige Romanze, die die Schreiber scheinbar pushen wollen, hat bislang nicht wirklich funktioniert. Aber wenn zumindest Daenerys Gefallen an Jon gefunden hat, macht es den Twist um ihn nur umso bitterer.

Doch noch einmal zurück zur Krypta-Szene, auch hier gibt es wieder ein interessantes Voice Over und zwar von Jon selbst. „They're coming“, „Sie kommen“, heißt es da, als Daenerys zu ihm tritt. „Our enemy doesn't tire“ - „Unser Feind ermüdet nicht“, als sie neben ihm steht, bevor es mit „doesn't stop“ - „hört nicht auf“ und „doesn't feel“ - „fühlt nicht“ und Sequenzen mit Gendry, Jorah, Greyworm und Missandei (denen übrigens der einzige romantische Moment im Trailer mit einem Kuss gehört), Brienne, Jaime und Cersei weitergeht. Sequenzenfolgen, Voice Over, all das setzen die Macher gezielt ein, mit Hintergedanken und versteckten Hinweisen. Natürlich spricht Jon über die Untoten, doch es befeuert weiter die Theorie, dass er und Daenerys nach dem Twist um seine Identität zu Feinden werden könnten.

Wen oder was haben die Drachen „gerissen“?

Dort hinein spielt auch eine andere Szene im Trailer, als die beiden zu den verbliebenen Drachen Drogon und Rhaegal gehen, zwischen ihnen verkohlte Knochenreste. Wen oder was haben die Drachen „gerissen“? Das Thema Drachen und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, muss in Staffel 8 noch weiter thematisiert werden. Gerade jetzt im Winter. Haben sie Vieh gefressen, das für die Menschen wichtig ist? Oder vielleicht sogar Menschen? Drachen sind eben keine Haustiere; George RR Martin, Autor der Buchvorlage, nannte sie einmal das Fantasy-Äquivalent zu nuklearen Waffen. Die Überreste der Knochen, die beiden verbliebenen Drachen gemeinsam mit den beiden verbliebenen menschlichen Drachen – ein Bild, das auch die Spekulationen rund um einen zweiten „Tanz der Drachen“ ankurbelt. 

Emotionaler Schlag in die Magengrube 

Der erste „Tanz der Drachen“ war ein Bürgerkrieg zwischen zwei rivalisierenden Targaryen-Fraktionen um die Thronfolge. Und nun gibt es eine Targaryen, die überzeugt ist, der Eiserne Thron sei ihre Bestimmung, und die ständig zwischen Gutmütigkeit und Wahnsinn pendelt, ein plötzlich auftauchender anderer Targaryen und Thronerbe, der von den Starks erzogen wurde und so überhaupt nichts mit der exzeptionellen Targaryen-Hybris am Hut hat, das berühmte Zitat „Die Hälfe der Targaryens ist wahnsinnig. Immer wenn ein Targaryen geboren wird, werfen die Götter eine Münze“ – es wäre einfach zu poetisch und würde genau zum Erzählstil von George RR Martin passen, der bekannt dafür ist, klassische und altbekannte Genreklischees permanent zu dekonstruieren und seinen Lesern emotional in die Magengrube zu schlagen. Der tausendmal gesehene Kampf Gut gegen Böse, alles ist schwarz und weiß, Held und Heldin retten die Welt, das gibt es bei ihm eigentlich nicht. Mehrmals schwärmte er vom Kampf zwischen den „Ilias“-Helden Hektor und Achilles, wer ist der Held, wer ist gut, wer ist böse, was ist gut, was ist böse.

Keine Märchenhochzeit 

Da dürfte der Zuschauer in der achten Staffel noch manches erwarten können. Vielleicht sogar – und das würde dem Ganzen noch mehr Zunder geben – ein romantisch beladenes Dreieck mit Sansa. Immerhin hatten Jon und Sansa als Kinder so gut wie gar keine Beziehung und haben sich erst ab Staffel 6 richtig kennengelernt. Nun sind sie also in Wahrheit Cousin und Cousine und eine primär politische Heirat würde hier nach der Offenbarung um Jons Targaryen-Abstammung ohnehin am meisten Sinn machen. 

Sansas Sequenzen im Trailer wurden immer zwischen Jon/Daenerys-Sequenzen geschnitten, ihr Ausdruck einmal leicht aufgelöst. Mmm....Doch egal was kommt, Jon und Daenerys dürften wohl keine Märchenhochzeit feiern und gemeinsam gen Sonnenuntergang fliegen. Falscher Autor, falsche Geschichte. Zumal es narrativ auch keinen Sinn machen würde, die Story mit einer weiteren auf Drachenmacht basierenden Targaryen-Herrschaft nicht voranschreiten und alles wieder auf Anfang setzen würde. Außerdem wäre es gerade für den Charakter von Daenerys, die seit der Geburt ihrer Drachen immer machtvoller wurde, nur temporäre Rückschläge erleiden und nie irgendwelche ernsthaften Konsequenzen für ihre Taten hinnehmen musste, absolut anti-klimatisch, wenn sie auch am Ende einfach alles bekommen würde. Sie muss einfach gewaltig einen vor den Bug bekommen.

Visuelle Genüsse

Cersei hält sich unterdessen wacker in King's Landing, einmal lächelnd, einmal mit Tränen in den Augen. Auch dürfen wir einen ersten Blick auf die Goldene Kompanie werfen, eben jene Söldnertruppe aus Essos, die Cersei in Staffel 7 durch Euron Greyjoy anheuern ließ. Ein prachtvoller Anblick. Die weiteren Szenen zeigen überwiegend Kampfaction und Jaime Lannister schwört eindringlich, für die Lebenden zu kämpfen. Seine Charakterentwicklung vom unsympathischen Anti-Disney-Prinzen, der sogar ein Kind verkrüppelt hat, zum gutmütigen Ritter, der für das Gute kämpft und seine Vergangenheit hinter sich lassen will, ist eine der faszinierendsten der gesamten Geschichte. 

Ebenso faszinierend sind die vielen schönen Bilder, die der Trailer bereits zeichnet. Ob fliegende Drachen, weite, schneebedeckte Landschaften oder Jon einsam im winterlichen Götterhain von Winterfell – auch wenn das Drehbuch manchmal schwächelt, „Game of Thrones“ schafft es nach wie vor, visuelle Genüsse zu zaubern, die in der Serienlandschaft ihresgleichen suchen.

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