Marvin Wietheger (16) ist in der Splashdiving-Nationalmannschaft

„Es muss knallen“

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Arschbomben für Deutschland: Marvin springt für unser Nationalteam.

Arschbomben kannte ich bisher immer nur als ein von Lachen und Kreischen begleitetes Mittel, mit dem ein paar wilde Jungs im Freibad die Mädchen am Beckenrand nass spritzen. Aber es gibt tatsächlich eine Nationalmannschaft, die diesen Sport professionell betreibt.

Marvin Wietheger aus Greven ist Mitglied im deutschen Team. chili- Autorin Birte Momot zerrte den 16-Jährigen beim „Splashdiving Local Hero Cup“ im Bremer Stadionbad für ein Interview aus dem Becken und bombardierte ihn mit Fragen.

Marvin, andere Jungs spielen Fußball oder Tennis – Du machst Arschbomben. Warum?

Fußball hab ich lange gespielt, das war nichts Neues. Und beim Tennis einfach nur die Bälle hin und her zu schlagen ist mir zu eintönig. Beim Splashdiving fasziniert mich die Möglichkeit, ständig was Neues zu entwickeln, einen eigenen Style zu kreieren. Auch die Herausforderung, einen schwierigen Salto zu schaffen, spornt mich an. Ich sah damals bei uns im Schwimmbad ein paar Jungs und war sofort beeindruckt. Ich fragte, ob ich mal mitmachen könne. Sie haben sich ein paar Sprünge von mir angeschaut und mich dann zum Kadertraining nach Köln eingeladen. Von da an war ich in der deutschen Nationalmannschaft.

Hört sich alles sehr simpel und spaßig an. Andererseits gibt’s auf Eurer Internet-Seite Splashdiving.com viele ernste Sicherheitshinweise, die gar nicht mehr nach Spaßveranstaltung klingen. Befolgst Du diese Tipps wirklich immer?

Ja. Man sollte diesen Sport auf keinen Fall unterschätzen. Zu Anfang übt man erst mal vom Ein-Meter-Brett. Wenn man sicher ist, kann man weiter rauf bis auf zehn Meter gehen. Es ist auf jeden Fall gut, sich mit einem Neoprenanzug zu schützen. Es tut trotzdem weh, wenn man aufkommt – aber nicht ganz so doll.

Ist es Absicht, dass die Sprünge so laut knallen? Das hört sich ja manchmal echt brutal an!

Das ist gerade einer der Punkte, die bei der Bewertung wichtig sind. Der sogenannte „Splashdown“, der Aufprall auf dem Wasser. Es gibt Figuren, da muss es laut knallen. Und natürlich ist das auch beeindruckend für die Zuschauer.

Was wird bei Euren Sprüngen genau bewertet?

Oh, da gibt’s viele Faktoren. Der Absprung, die Haltung in der Luft... Und auch die Landung, also der Aufprall, ist wichtig. Genauso die Höhe der Fontäne. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen bei den Sprüngen, die sich durch die Zahl von Salti und Schrauben noch erhöhen können. Ein großer Faktor ist auch der eigene Style, den man in die Sprünge legt. Es ist ja schließlich eine Funsportart, da darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Deswegen entwickelt jeder Springer seinen eigenen Style.

Wie viel musst Du trainieren, um solche Sprünge zeigen zu können?

Wir trainieren ein Mal im Monat in Köln mit dem Kader. Ansonsten gehe ich viel schwimmen. Mindestens ein Mal die Woche ist Pflicht. Ich betreibe den Sport jetzt seit drei Jahren, da habe ich viel Routine. Trotzdem muss ich hart trainieren. Zum Glück habe ich ein paar Kumpels, die auch mit im Kader sind, mit denen ich mich bei uns im Ort treffe. Das macht natürlich Spaß, weil wir echt ‘ne geile Truppe sind. Wenn Ihr mit der Nationalmannschaft von Contest zu Contest reist – seht Ihr dann auch was von der Stadt, in der Ihr gerade antretet? Meistens sind wir nur am Sprungtag selber vor Ort, da haben wir keine Zeit. Aber wenn wir länger bleiben, nehmen wir uns auch mal Zeit, um uns was anzuschauen.

Wenn so ein Scheiß-Sommer ist wie jetzt – wie trainiert Ihr denn dann? Springst Du ins Freibad, egal, ob’s stürmt oder regnet?

Nein, ganz egal ist das natürlich nicht. Wenn es zu kalt ist, dann tut der Aufprall auf dem kalten Wasser einfach zu weh. Wenn es gar nicht anders geht, dann üben wir auf dem Trampolin oder machen Krafttraining. Ansonsten gibt es ja auch Schwimmbäder mit Innensprungtürmen.

Was rätst Du Mädels und Jungs, die Lust haben, auch mal ein paar Sprünge auszuprobieren?

Erst mal langsam rantasten. Ein paar leichte Sprünge raussuchen und die zuerst von den niedrigeren Plattformen versuchen, bevor’s auf den Zehner geht. Und wenn das dann auch klappt, kann man sich an Salti und Schrauben wagen. Für mehr Info schaut einfach unter www.splashdiving.com oder nds.splashdiving.de. Da findet Ihr alles!

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