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„Melissa und Joey“(Montag-Donnerstag ab 22.05 Uhr auf Comedy Central)

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Philipp Schockenhoff aus Wietzen

Von Philipp Schockenhoff. Ich kenne Melissa Joan Hart noch aus „Sabrina – Total verhext“. Und es kommt mir vor, als wäre das Jahre her. Danach ist mir die Schauspielerin nicht mehr groß aufgefallen – bis ich sie jetzt auf Comedy Central wiedersah. In einer Sendung namens „Melissa und Joey“.

Die Story: Melissa ist Lokalpolitikerin und nimmt ihre Nichte und ihren Neffen auf, nachdem die beiden ihre Eltern verloren haben und nicht wissen, wo sie sonst hinsollen. Melissa, die es bisher gewohnt war, sich immer nur um sich selbst und ihren Alltag zu kümmern, ist nun auch noch für zwei Kids verantwortlich – was für ein Stress.

Überlastet von der ganzen Verantwortung, engagiert sie eine Nanny. Und da taucht dann die andere Hälfte des Seriennamens auf. Joey, ein smarter, junger Typ, überzeugt mit seinen Fähigkeiten – immerhin hat er mal ein Jugendzentrum geleitet und ist überhaupt total qualifiziert.

Aber kaum hat Melissa ihn eingestellt, zeigt sich: Oh Schreck, Joey ist gar nicht qualifiziert sondern hat nur gelogen. In Wirklichkeit ist er ein mieser Päderast, der sich an die Kinder ranmachen will, um ihre Zähne an die Spraydosenindustrie zu verkaufen. Denn wie jeder dank Bartholemew Simpson weiß, stammt das Geräusch, wenn man eine Spraydose schüttelt, daher, dass ein Kinderzahn drin ist.

Okay, war Quatsch. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht: Joey war Banker und hat seine Kohle verzockt.

Aber anstatt den Idioten vor die Tür zu setzen und jemand Ordentliches für die Kinder zu engagieren, lässt Melissa Joey dann doch bleiben, und er wird ein wichtiger und witziger Teil der Familie. Ach, wir alle können es gar nicht abwarten, das letzte Staffel-Finale zu sehen, in dem Melissa und Joey sich unter Garantie endlich ineinander verlieben, heiraten und die Kinder adoptieren...

Melissa könnte dann auch noch die erste Präsidentin von Amerika... Nein, besser: Präsidentin der Welt (!) werden; und Joey führt ein Aktienimperium von Zuhause aus und kümmert sich nebenbei noch um die Kinder. Alle sind unglaublich glücklich, die Kamera fährt langsam zurück...

Diese Serie ist wohl nur so mittelmäßig lustig, werdet Ihr Euch jetzt sicherlich denken. Und während Ihr das tut, sitzt irgendwo in einem niedersächsischen Kaff ein einsamer, gelangweilter Anfang 20-jähriger Fernsehkritiker zu Hause, futtert alte Weihnachtskekse, hört seinem Fernseher beim Rauschen zu und hält sich davon ab, was Wichtiges zu tun. Irgendwas, das die Welt bereichert oder ihn zumindest als Menschen ein wenig weiter bringt... Diese Serie tut das jedenfalls nicht.

Aber macht ja nix – Melissa Joan Hart ist trotzdem eine coole Frau. Jedenfalls im wahren Leben. Schließlich hat sie ein Süßwarengeschäft eröffnet. Von so einer Frau träume ich ja auch.

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