Psychologen starten Experiment

Niemand will eure Selfies noch sehen – also her mit den guten, alten Einweg-Kameras!

Bevor ihr das nächste Mal die Frontkamera eures Smartphones startet, denkt dran: Die Zeit der Selfies ist total vorbei! Das meinen zumindest Psychologen. Aber ein neuer Trend geht steil, der eigentlich nichts Neues ist.

In den sozialen Netzwerken sind Selfies üüüüberall zu sehen. Seit ein paar Jahren ist scheinbar kein Motiv beliebter als die eigene Visage. Doch auch wenn es für die künstlich-gestellten Selbstporträts meistens massig Likes gibt – die Leute wollen eure Selfies eigentlich überhaupt nicht sehen. Das meint zumindest ein Team aus Psychologen von der Washington State University. Sie sind der Frage nachgegangen, wie wir Menschen Selfies wahrnehmen. Vermitteln Selfies einen selbstbewussten Eindruck oder eher nicht?

Um das herauszufinden haben die Psychologen ein Experiment gestartet, an dem zwei Gruppen von 30 Studenten von zwei verschiedenen Hochschulen teilnahmen. Die erste Gruppe füllte einen Fragebogen zur eigenen Persönlichkeit aus und ließ die Psychologen einen Blick auf ihre letzten 30 Instagram-Postings werfen.

Selfies werden insgesamt eher negativ beurteilt

Die Forscher unterschieden zwischen Selfies und Posies, also Bilder, die jemand anderes von einem gemacht hat. Die Postings wurden analysiert, um welche Art von Foto es sich handelt und ob persönliche Themen wie etwa die physische Erscheinung, die Beziehung, Events, Aktivitäten oder Erfolge zu sehen sind.

Die Instagram-Profile wurden dann einer zweiten Gruppe von 119 Studenten einer anderen Universität gezeigt. Die Studenten sollten die Fotos anhand von 13 Attributen bewerten, darunter Dinge wie Selbstwertgefühl, Extravertiertheit und Erfolg.

Geht gar nicht!

Es kam dabei heraus, dass die Leute, die viele Selfies posten, eher unsympathisch, unsicher und nicht besonders kontaktfreudig wirken. Die Selfies wurden insgesamt sogar noch negativer beurteilt, wenn sie sich nur auf die Optik konzentrieren, also zum Beispiel mit einer Pose vor dem Spiegel.

Ein neuer Foto-Trend, der keiner ist: Posies!

Tja, das ist jetzt nicht wirklich was Neues, denn warum sollte man auch sympathisch oder kontaktfreudig wirken, wenn man ALLEINE Fotos von seinem eigenen Duckface macht, um Likes dafür zu bekommen? Demnach wirkten die Leute freundlicher, aufgeschlossener und selbstbewusster, die mehr Fotos teilten, die wer anders von ihnen gemacht hatte.– also so genannte Posies. Oder wie man auch sagen könnte: ganz normale Fotos.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese Posies einen natürlicheren Eindruck vermitteln, weil Leute auf dem Bild eher so aussehen wie im wirklichen Leben. Ob man für diese Erkenntnis nun ein Psychologen-Team und ein Experiment gebraucht hätte – naja! Schon im Jahr 2017 beschäftigten sich Psychologen der Ludwig-Maximilians-Uni München mit dem Mysterium Selfies und fanden heraus: Wir machen zwar gerne Selfies, schauen sie uns aber nicht gerne an. Noch eine bahnbrechende Erkenntnis.

Posies und Selfies sind nichts gegen Surprisis

Auf jeden Fall sind sich Psychologen nun aufgrund der Erkenntnisse sicher, dass es einen neuen Trend gibt: Posies. Also Fotos, die wer anders von einem macht. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das wirklich ein „neuer“ Trend ist? Schließlich handelt es sich dabei um normale Fotos. Wie früher. Als man noch kein Smartphone hatte. Wir sind uns sicher: Am sympathischsten wirken immer noch Fotos, die man mit einer Einweg-Kamera gemacht hat und bei denen man überhaupt nicht prüfen konnte, was überhaupt fotografiert worden ist. Anschließend dauert es ewig, die Fotos entwickeln zu lassen und man hat auch noch Geld dafür abgedrückt, um abschließend festzustellen, dass alle Fotos entweder zu dunkel, zu überbelichtet oder voll mit abgeschnittenen Köpfen sind. Von wegen Selfies und Posies – „Surprisis“ sollten wieder zum Trend werden!

Rubriklistenbild: ©  via imago-images.de

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