Der neue Justin Bieber

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Maxi Grimmer bei der Arbeit. Hier hat er seine Songs "I'm all for you" und "We wanna fly" aufgenommen.

Maximilian Grimmer aus Verden startet gerade richtig durch: Seine erste Single ist produziert und das Musikvideo ist auch schon in Planung. Doch sein Hobby hat nicht nur schöne Seite...

Von Anne Hundt 

Auf dem Albumcover trägt Maximilian Grimmer  (16 Jahre) aus Verden  seine mittellangen, dunkelblonden Haare hochgegelt. Seine Augenbrauen kneift er leicht zusammen, sodass seine Stirn zwei Falten wirft. Sein Mund steht offen und die Augen blicken gerade nach vorn. Ein bisschen sieht Maximilian auf diesem Bild aus wie Justin Bieber  – nur etwas jünger. „Künstler in meiner Musikszene lachen nicht auf Bildern“, erklärt der 16-Jährige, warum er so verkniffen auf dem Cover aussieht und auch nicht möchte, dass er auf dem Bild lächelt, das ich von ihm mache.

So sieht das Album "Confident" von Maxi Grimmer aus.

Maximilian hat gerade sein erstes Single-Album „Confident“ (auf deutsch: zuversichtlich, selbstsicher – Justin Bieber hat übrigens ein Lied mit diesem Titel rausgebracht) veröffentlicht. Es besteht aus den beiden Songs „I'm all for you“ und „We wanna fly“, die er im Dachgeschoss seines Elternhauses mit Keyboard, Computer und einem abgeschirmten Mikrofon aufgenommen hat. „I'm all for you“ ist eine Clubnummer, die laut Maximilian schon DJs aus Oldenburg, Bremen und Leipzig aufgelegt haben. „In dem Song geht es um Liebesgeschichten. Um einen Jungen, den ein Mädchen bezaubert. Es geht um Treue. Der Song ist aber auch ein bisschen mysteriös.“

Das Musikvideo zu „I'm all for you“ ist schon in Planung. In den Osterferien will Maximilian dafür sogar ein Mädchen buchen: „Ich habe sie schon gefragt und mit ihr alles ausgehandelt.“ Wie die Handlung aber genau aussieht, dazu dürfe er aus rechtlichen Gründen nichts sagen.

Und wenn das Video erstmal im Kasten ist, rechnet Maximilian damit, dass er auch bekannter wird. „Ich bin gerade dabei, mir einen Ruf aufzubauen.“ In der Schule wäre er zwar schon ab und zu im Gespräch, aber ein Hype sei noch nicht um ihn ausgebrochen. Das könnte sich aber bald ändern. Wird Maxi also der Justin Bieber von Deutschland? „Nein, ich will niemandem ähneln. Ich mache mein eigenes Ding. Aber ich finde seine neue Musik gut. Die alte ist mir zu schnulzig.“

Schon jetzt gibt es Mitschüler, die ihm seinen Erfolg nicht gönnen. „Hater gibt es immer. Mich interessiert nicht, was die sagen. Die reden ja eh meistens hinter meinem Rücken“, sagt Maximilian. Was genau aber diese Neider zu ihm sagen, verschweigt er.

In seinem Umfeld ist Maximilian der einzige, der elektronische Musik macht. Seine Mitschüler, die auch Instrumente spielen, sind entweder in der Bigband oder im Orchester. „Die machen die Tagmusik und ich die Nachtmusik“, sagt Maximilian und lacht. Angefangen hat er aber auch mit der Tagmusik – mit Schlagzeug und Klavier. Und auch jetzt noch nutzt er sein Keyboard, um elektronische Effekte aufzunehmen. Mit einem Computerprogramm kann er mehrere Spuren einspielen und sie am Ende übereinander legen.

An bis zu zehn Songs arbeitet der 16-Jährige gleichzeitig. „Ein bis zwei Stunden am Tag.“ Wie behält man bei so vielen Liedern, die gleichzeitig in der Produktion stecken, den Überblick? „Ich lasse manche Songs oft über längere Zeit liegen, ohne an ihnen weiterzuarbeiten.“ Wenn ihm später Lieder oder einzelne Passagen immer noch gefallen, dann seien sie auch gut. Wenn nicht, muss er von Neuem anfangen.

Texte und Musik schreibt Maximilian komplett allein. „Ich lasse mich von Erfahrungen oder Songtexten inspirieren. Entweder fällt mir eine eingängige Melodie oder ein guter Text ein.“ Den Rest des Songs bastelt er um diese Schnipsel drumherum. Damit sich seine Songs nicht anhören, als wenn ein Deutscher versucht, Englische Songtexte zu schreiben, geht er mit seinem Gesangslehrer jede Zeile durch. „Er ist ein Nativspeaker und kommt aus Australien.“ Von ihm bekomme er immer einen Tipp, wenn's um die Satzstellung oder Abkürzungen geht.

Maximilians Musikhobby ist so zeitintensiv, dass er für vieles andere kaum noch Zeit hat. „Aber natürlich gehe ich trotzdem auch mal laufen und mit meinen Freunden weg.“ Und wenn er in einen Club Tanzen geht, dann versucht er, nicht auf die Machart der Musik zu achten. „Wenn ich feier, dann will ich auch nur feiern.“

Und wie finanziert ein 16-Jähriger eigentlich das ganze Equipment, Software & Co.? „Papa“, sagt Maximilian kurz und zuckt mit den Schultern. Ein paar Kabel und die Startausrüstung habe er von der Band seines Vatern bekommen und den Rest nach und nach dazugekauft. „Wenn man mal alles zusammenrechnet, ist das hier schon einen fünfstelligen Betrag wert.“

In den kommenden Wochen liegt viel Arbeit vor dem 16-Jährigen. Er plant, mit Rappern aus Bremen einen Song zu schreiben. Auch haben Trompeter und Posaunisten von seiner Schule bei ihm angefragt, ob man nicht mal was Gemeinsames machen könne. Ob da was draus wird, wisse er noch nicht. Dafür ist sich Maximilian schon ganz sicher, dass er auch nach dem Abitur in Verden was mit Musik machen will. „Ich kann mir auf keinen Fall vorstellen, einen Beruf wie Richter oder so zu machen.“

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