Power auf dem Parkett: Leena Stratmann macht Jumpstyle

Gleich bei der ersten Deutschen Jumpstyle-Meisterschaft gewann Leena Stratmann mit ihrer Gruppe.

Hannover – Leena Stratmann ringt nach Luft. Auf ihrer Stirn bilden sich Schweißtropfen. Sie atmet schwer, aber sie lächelt. Die 24- jährige Studentin trägt lässige Shorts über ihrer Leggings, außerdem ein sportliches Top. Sie kommt direkt vom Joggen – könnte man bei ihrem Anblick denken.

In Wahrheit war Leena aber nicht laufen, sondern jumpen. Jumpstyle ist ein neuer Tanzstil.

Ich treffe Leena in der Tanzschule Bothe in Hannover. Seit fünf Jahren gibt sie dort Unterricht. Mir zeigt sie heute, worauf es beim Jumpen ankommt.

„Zunächst brauchst Du viel Kondition“, schmunzelt sie. Ich ahne schon, warum… „to jump“ ist englisch und heißt übersetzt: springen. Der Tanzstil ist nicht mit Wiener Walzer oder Discofox zu vergleichen. Im wahrsten Sinne des Wortes müssen die Jumper ihr Tanzbein schwingen – und das ist kräftezehrend.

Leena gibt mir eine Kostprobe. Zum wummernden Techno-Beat von „Scooter“ springt sie wild über das Parkett. Zuerst sehe ich nur unkontrolliertes Zappeln. Aber bei genauerem Betrachten wird mir klar: Leena reiht mehrere Bewegungsabläufe aneinander. „Duo-Kicks“ nennt sie das, oder „Hard Jump“. Beim „Hard Jump“ springt sie zum Beispiel erst in die Luft, kommt dann zwar mit beiden Füßen gleichzeitig auf – aber rollt nur einen ab. Wenn sie diesen Move mehrere Male wiederholt, sieht das richtig klasse aus.

Am liebsten möchte ich auch das Parkett stürmen. Nur sollte ich mit etwas ruhigerer Musik anfangen?! Leena lacht. Jumpstyle sei nicht nur ein Tanzstil, sondern auch ein elektronischer Musikstil. Sein Ursprung liegt in Chicago, Amerika. „Vor eineinhalb Jahren schwappte der Boom auf Deutschland über. Zuerst durch ein Video der Gruppe ,Scooter‘.“ Deshalb, so glaubt Leena, wird Musik dieser oder ähnlicher Gruppen häufig bei offiziellen Wettbewerben gespielt. Im Februar 2008 gab es die erste Deutsche Jumpstyle-Meisterschaft in Georgsmarienhütte. Teilnehmen konnten Solotänzer, Duos oder Gruppen. Leena gewann auf Anhieb mit ihrer Gruppe den ersten Preis. „Viele Teilnehmer sind bei den Meisterschaften noch sehr jung“, sagt die 24- Jährige. Aus diesem Grund wollte sie nach dem Wettbewerb in Georgsmarienhütte nicht mehr selbst antreten.

Stattdessen trainiert Leena nun eine Gruppe der Tanzschule Bothe in Hannover. Elf Jungs sind momentan dabei, und zwar ausgesprochen erfolgreich. Unter ihrem Crew-Namen „NRG ‚Energy’ Jump Squad“ haben sie schon bei einer Deutschen Meisterschaft sowie bei sieben Deutschlandcups mitgemacht und stets in ihrer Kategorie gewonnen. Leena Stratmann freut sich darüber besonders, denn sie weiß, wie hart und ehrgeizig alle Jungs für diese Erfolge gearbeitet haben. „In der Tanzschule gibt die Crew immer 100 Prozent. Alle sind mit viel Spaß dabei, dadurch herrscht ein super Klima“, meint die Trainerin. Übrigens saß Leena bei vielen Wettbewerben schon selbst in der Jury. Kommt es vor, dass sie ihre eigene Gruppe aus Hannover bewerten muss? Leena nickt. „Dann schaue ich ganz besonders genau hin. Meine Jungs haben es durch mich bestimmt nicht leichter.“

Mir juckt es immer noch in den Füßen. Ob Leena wohl auch bei mir einmal genauer hinschaut? Womöglich habe ich ja Talent? Sie legt eine CD mit schnellem Beat auf, und ich wage meinen ersten Jump-Versuch. Schon nach wenigen Sekunden muss ich aufgeben. Nicht nur, weil meine Bewegungen total lächerlich aussehen – sondern vor allem, weil ich völlig aus der Puste bin. „Ich weiß, wie anstrengend das ist“, versucht Leena mich aufzumuntern. „Als ich damit angefangen habe, fehlte mir genauso die Kondition.“ Die könnte ich mir aber schnell antrainieren, meint sie. Jungs bräuchten dafür noch weniger Zeit als Mädchen. Generell haben es die männlichen Jumper ein bisschen leichter: „Ihr habt einfach mehr Power, das ist auch wichtig für die Wettbewerbe.“ Wer dort punkten möchte, sollte beim Tanzen eine kraftvolle Ausstrahlung haben. Außerdem, sagt Leena, achtet die Jury besonders darauf, wie schwierig die aneinander gereihten Bewegungen sind. Nicht zuletzt spielt auch die Musikauswahl eine Rolle.

Wer mehr über Jumpstyle erfahren möchte, kann sich im Internet Videos anschauen, zum Beispiel unter www.youtube.com oder auf der Homepage von Leenas Crew: www.nrg-jump-squad.de.vu. „Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Mädchen dafür interessieren“, sagt die Trainerin. Auf jeden Fall lässt sich auf diese Weise gut Kondition aufbauen. Auch der Besuch im Fitnessstudio erübrigt sich, wenn man Jumpstyle tanzt... J

an Schmidt (23 Jahre) aus Twistringen

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