Worauf Teenager im Netz achten sollten:

Safer surfen

Für Nick Flechter ist das Internet so wie der Schulhof für einen coolen Zwölftklässler. Er kennt sich aus bis in die kleinste Ecke. Er ist informiert, was abgeht, aber er guckt sich trotzdem jeden Tag aufmerksam an, was Neues passiert. Was ihm dabei am häufigsten auffällt?

 „Dass die meisten in unserem Alter immer noch viel zu wenig drüber nachdenken, dass wirklich alles, was wir im Internet machen, für immer gespeichert ist.“ An seiner Schule, der Haupt- und Realschule in Bassum, gilt der 17- Jährige aus Sulingen längst als DER Internetexperte. Seit einiger Zeit hält er sogar Vorträge, um auf die Gefahren unseres Lieblingsmediums aufmerksam zu machen.

"Hackerangriffe auf Mitschüler und Mobbing bei Facebook und sind keine Seltenheit mehr“, die Erfahrung hat Nick oft gemacht. Damit chili-Leser sich nicht dumm durch soziale Netzwerke posten und ihre Accounts ungeschützt lassen, erklärt Nick auf dieser Seite die größten Gefahren.

HANDY-APP „Wer Facebook auf seinem Handy nutzt, der sollte unbedingt den Ortungsdienst ausstellen. Denn wenn man die App installiert, ist diese Funktion automatisch an. Schreibt man einen Post, verweist Facebook gleich auf den Ort, wo man sich gerade befindet. Wenn ein User häufig postet – sowas machen ja gerade Mädchen gerne – kann man ihn problemlos verfolgen und finden. So eine Funktion lädt Stalker geradezu ein.“

PROFILEINSTELLUNGEN „Ist ja schön, wenn die ganze Welt weiß, in wen Ihr verliebt seid und wie Ihr im Bikini ausseht – aber Euer Lehrer? Euer zukünftiger Chef? Wie gut die neuen Nachrichten und Bilder auch sein mögen – ich rate Euch unbedingt, das Profil generell so einstellen, dass nur Freunde die Informationen und Fotos sehen können. Auf persönliche Angaben wie den Wohnort sollte man komplett verzichten. Besser eine nächstgrößere Stadt angeben. Fremden Leuten macht man es so schwerer, rauszufinden, wo man wohnt. Außerdem sollte man alle zwei Monate seine Profileinstellungen überprüfen, weil Facebook sie in letzter Zeit häufig verändert.“

DEIN PASSWORT „Klar ist der Name Deines neuen Freundes der schönste auf der Welt und Dein Geburtsdatum eine Zahlenkombination, die Du Dir gut merken kannst. Aber auf sowas kommen Leute, die Deinen Account hacken wollen, auch mit wenig Fantasie. Ein sicheres Passwort sollte zwischen acht und 16 Zeichen lang und eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen sein. Generell sind alle Worte schlecht, die im Duden vorkommen, denn es gibt Hackerprogramme, die mithilfe ganzer Telefonbücher und des Dudens versuchen, Passwörter zu knacken – und das auch schaffen. Ich empfehle immer, dass man sich aus einem Filmzitat ein Passwort bastelt, weil man es sich gut merken kann. Aus ,Keinohrhasen’ fällt mir da zum Beispiel der Satz ,Guten Morgen, Ludo“ ein – daraus kann man das völlig sinnfreie Passwort ,GuMoLu’ basteln und es mit einer Zahl ergänzen. Aber Achtung: Keine Jahreszahlen oder Geburtsdaten verwenden! Alle drei Monate sollten die User ihr Passwort erneuern. Und, was auch wichtig ist: Man sollte NIE für mehrere Zugänge das gleiche Passwort verwenden. Auch wenn Euer Zugang zum Onlinebanking, der Handy-Account und irgendeine Musikseite, auf der Ihr Euch registriert, auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Und auf gar keinen Fall solltet Ihr jemand anderem Euer Passwort verraten! Nicht mal engsten Freunden. Eure Pin vom Bankkonto verratet Ihr doch auch niemandem.“

LINKS „Vorsicht, wenn Ihr einen Link anklickt – so fängt man sich am schnellsten fiese Viren ein, die richtig großen Schaden anrichten können. Links von fremden Personen oder Adressen, die Ihr nicht kennt, solltet Ihr grundsätzlich sowieso gleich löschen, ohne sie zu öffnen. Aber es kommt auch vor, dass Hacker in fremde Accounts einbrechen und von deren Profil aus virenbehaftete Links verschicken. Deshalb solltet Ihr auch bei Links, die von der Adresse eines Freundes geschickt worden sind, vorsichtig sein und sie nicht einfach unbedacht und ohne nachzufragen öffnen.“

NAMENSNENNUNG „Gerade, wenn Du noch minderjährig bist: Gib im Internet nie Deinen vollständigen Namen an. Bei Facebook den Vornamen einzutragen, ist okay, aber den Nachnamen solltest Du verschweigen. Denn wir sind ja nicht für immer Schüler. Und alles, was Du im Internet hinterlässt, bleibt – selbst wenn Du es gelöscht hast. Wenn es später um einen Ausbildungsplatz geht, schauen die Arbeitgeber so gut wie immer, was das Internet über einen verrät. Finden sie dann peinliche Partyfotos oder Bilder einer halbnackten 14-Jährigen, könnte es schwierig werden, eine ernstzunehmende Stelle zu bekommen. Am besten, Du verwendest einen Fakenamen, den Deine Freunde erkennen, jeder andere aber nicht. Sowas wie ,Kev Me’, wenn Du Kevin Meyer heißt.“

VERLINKEN MIT... „Ich rate davon ab, Eltern, Geschwister & Co auf Eurem Profil zu verlinkt. Denn dann bringt die größte Vorsicht und Anonymisierung nix – fremde Leute können so nämlich alle Zusammenhänge sehen und haben Anhaltspunkte, wo man wohnt und können ausspionieren, wo man sich aufhält und wann die Eltern arbeiten.“

FACEBOOK-FREUNDESKREIS „Die wichtigsten Bekannten und Menschen, die man kennt und noch besser kennenlernen möchte, addet man natürlich als ,Freunde’ – aber jemanden, den ich nur ein, zweimal getroffen habe, würde ich nicht annehmen. Warum sollen die alles von mir lesen?! Ich brauche auch keine 5.000 Freunde, um zu sagen, dass ich der King bin. So ungefähr 150 bis maximal 250 Freunde sind im Rahmen. Wenn jemand 700 Freunde auf Facebook hat, dann weiß ich, dass diese Person jeden annimmt.“

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