Wer nichts tut, macht sich schuldig

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Dominik Brunner.

Verden - Nicht ahnend, dass er damit sein Todesurteil unterschrieb, zeigte Dominik Brunner ein Idealbeispiel für Zivilcourage. Er stellte sich zwei Jugendlichen in den Weg, die vier Kinder bedrohten.

Aber für eine Einsicht reichte es bei diesen beiden Wesen nicht. Nein, sie mussten dem Mann zeigen, dass sie ihm überlegen sind. Nicht verbal, sondern mit Gewalt. Dominik Brunner starb wenige Stunden nach ihrem Angriff.

Immer wenn Leute in aller Öffentlichkeit zusammengeschlagen werden, frage ich mich, ob es überhaupt noch mehr als eine Handvoll Menschen in Deutschland gibt, die auf Hilfsbereitschaft statt auf Egoismus oder Feigheit setzen. Es ist natürlich viel leichter, den unbeteiligten Zuschauer zu spielen und sich selbst einzureden, dass gleich die Polizei kommen und alles regeln wird, während man selbst sich beim Versuch zu helfen nur verletzen würde. Eine andere Einstellung – selbstloses, nicht selbstsüchtiges Handeln – kann jedoch Menschenleben retten.

Oberflächlich gesehen sind nur die zwei Jugendlichen am Tod von Brunner schuld, denn sie haben etwas getan. Aber auch wer nichts tut, macht sich schuldig und zeigt sich ignorant und feige. In der Zeit, in der der Mann die vielen Tritte seiner Angreifer ertragen musste, die wohl zu seinem Tod geführt haben, hätte eine Menge passieren können. Solange die Technik nicht so weit fortgeschritten ist, dass Polizisten sich überallhin beamen können, sollte es für jeden selbstverständlich sein, einem Menschen in Not zu helfen. Auch wenn man dabei über seine Grenzen hinausgehen muss.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jeder Zweite eine Knarre oder ein Messer bei sich trägt, was man auch niemandem verübeln kann. Schließlich ist es schwer, in einer Gesellschaft für Ordnung zu sorgen, in der hilfsbereite Menschen eine verschwindend geringe Minderheit darstellen. Diese Menschen haben geistigen Reichtum verdient, ein sorgenfreies Leben ohne Selbstzweifel, Depression und Verletzungen. Was sie nicht verdient haben, ist, ihren Verletzungen, die sie zu Unrecht zugefügt bekommen haben, zu erliegen.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorfall die Leute zum Nachdenken bringt. Darüber, dass wir ein Teil des Ganzen sind. Ein Teil der Welt und ein Teil der Gesellschaft. Und darüber, dass wir die Chance nutzen sollten, jemandem, der am Boden liegt, die Hand zu geben. Dass diese Nachricht viele schockt und entsetzt, ist ein gutes Zeichen.

Julius Hahn (16 Jahre) aus Verden

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