Netz reagiert mit Hass auf weibliche Ghostbusters

Zwischen Genderwahnsinn und Todesdrohungen

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Leslie Jones bekam wegen dem neuen Ghostbusters-Film viel Hass im Netz ab.

Am heutigen Donnerstag startet der neue Ghostbusters-Film in den deutschen Kinos. Eigentlich ein Grund zur Freude für die Fans der beliebten Filme aus den 1980ern. In den USA war jedoch nichts davon zu spüren, das Gegenteil war der Fall. Der Grund: Die Hauptfiguren sind nicht mehr Bill Murray und Co., sondern Frauen.

Als die Schauspielerin Leslie Jones von ihrer „persönlichen Hölle“ twitterte, hatte sie bereits Stunden eines Shitstorms hinter sich. Sie und ihre drei Kolleginnen, die die Hauptrollen im neuen Ghostbusters-Film spielen, haben mit Anfeindungen zu kämpfen. „F

Ab heute in den Kinos: Der neue Ghostbusters-Film mit Leslie Jones, Melissa McCarthy, Kristen Wiig und Kate McKinnon (v.l.n.r.).

rauen können keine Geister jagen“ und „die zerstören unsere Kindheit“ sind nur zwei der zahlreichen Kommentare, die bei Twitter auftauchen. Hauptsächlich Männer haben sich besonders die dunkelhäutige Jones vorgenommen.

Die 48-Jährige wirkt in ihren Tweets enttäuscht. „Du musst dich selber hassen, um so eine Art des Hasses zu haben. Ich meine, ich könnte an meinem schlimmsten Tag nicht diese Art von Hass verspüren“, schreibt sie bei Twitter.

Diskriminierung ist bei dunkelhäutigen Schauspielern kein Einzelfall - man bedenke die Diskussion um die wenigen Oscarnominierungen. Viele Schauspieler und Filmschaffende hatten sich empört, dass bei der Verleihung im Februar keine Minderheiten und Dunkelhäutige nominiert waren.

Auch die Bloggerin und Feministin Jessica Valenti bekommt immer wieder Hasskommentare. Sie ist Kolumnistin für die englische Tageszeitung „The Guardian“, kommentiert aktuelle politische und soziale Themen, schreibt auf ihrem Blog und in Büchern über Feminismus. Als die 37-Jährige Vergewaltigungs- und Morddrohungen gegen ihre Tochter erhielt, reagierte sie. Obwohl sie die sozialen Medien als Teil ihrer Arbeit sieht, verabschiedete sie sich vorübergehend. „Ich nehme eine Auszeit von den sozialen Medien“, twitterte sie. „Ich weiß nicht für wie lange. Ich weiß nur, dass ich so nicht leben kann. Es ist zu viel.“

Wenn Frauen ihre Meinung in den sozialen Medien sagen, sind sie immer wieder mit Hass und Hetze konfrontiert. Die Netzwerke selbst reagieren oft nicht schnell. Gerade, wenn es um Drohungen geht, die nicht nur Frauen, sondern auch Politiker und engagierte Personen bekommen, wird spät, kaum oder auch gar nicht reagiert. Wer hinter den Profilen der Hetzer steckt, ist zudem häufig unklar. Anonym und versteckt lässt sich Hetze immer noch sehr einfach schreiben.

Trotz der ganzen Debatte um „Ghostbusters“, sind die Kritiken gut, auch die Besucherzahlen in den USA sprechen für sich. Sie zeigen, dass es viele gibt, die nicht der Meinung der Hetzer sind, sondern sich gerne Frauen als Geisterjäger anschauen.

Rieke Rohlfing

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