Konzept „Nette Toilette“

Pinkeln ist in Bremen total einfach und die BBC berichtet darüber

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Sticker an den Lokalen weisen auf die „nette Toilette“ hin.

Bremen ist absoluter Vorreiter - in Sachen Toiletten. Das stille Örtchen scheint in der Hansestadt heilig zu sein. Schon Anfang der 90er-Jahre wurde irre viel Geld für eine öffentliche Toilette am Domshof ausgegeben. Sie wurde deshalb liebevoll „Palazzo Pisso“ genannt. Doch das prunkvolle Pinkeln ist seit 2013 nicht mehr möglich. Die Anlage wurde abgerissen. Aber Bremen hatte eine neue Toiletten-Idee, die so super ist, dass sogar die Briten neidisch sind und die Rundfunkanstalt BBC für einen Bericht angeflogen kam.

BBC-Reporterin Amelia Martyn-Hemphill regt sich auf: „Warum ist es in England so verdammt schwer, eine öffentliche Toilette zu finden, wenn man dringend eine braucht?!“ Entweder seien sie abgeschlossen, kosten viel Geld oder seien nur für Mitarbeiter und Kunden von Lokalen zugänglich. Die Briten werfen einen sehnsüchtigen Blick nach Bremen, denn dort drückt die Blase schon lange nicht mehr.

Seit ein paar Jahren gibt es in der Stadt das Konzept „Nette Toilette“. Cafés, Bars und Restaurants öffnen ihre Klos und bekommen dafür etwa 50 bis 100 Euro im Monat. Sticker und auch eine App weisen den Weg zum nächsten Örtchen. Super Sache, diese „nice toilet“, meint die BBC.  

Die meisten Lokalbetreiber finden das Konzept auch ziemlich spitze, blöd seien laut eines Restaurantsbesitzers nur die ganzen Betrunkenen und Junkies, die ihre Spritzen auf dem Klo liegen lassen. Da wird aus der „nice toilet“ schnell mal die „scheiß toilet“, aber das tut dem Konzept an sich auch keinen Abbruch. 

Die Hansestadt hat mit ihren an der Aktion beteiligten 103 Donnerbalken in der gesamten City ein gewaltiges Zeichen gesetzt: Mittlerweile haben sich 240 Städte in Deutschland und der Schweiz dem Konzept angeschlossen. Liebe Briten, ihr könnt von den Bremern noch ordentlich was lernen.

Hier der Videobericht der BBC:

mas

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