Unpersönliche Wünsche

WhatsApp an Feiertagen: Schlumpf-Videos und Kettenbriefe sind wie Polenböller

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Okay. Danke. Nein.

Von Mara Schumacher. Zwischen Silvester und Neujahr ist WhatsApp ja häufig gestört. Ist ja häufig so. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass es nicht an der Vielzahl verschickter Nachrichten liegt, sondern an der Vielzahl von ziemlich bescheuerten Nachrichten in Form von Kettenbriefen oder Videos mit singenden Schlümpfen. Schreibt doch mal wieder drei eigene Sätze!

Das Dilemma geht ja meistens schon an Weihnachten los. Smartphones werden – vor allem in ätzenden Gruppenchats – mit Videos, Bildern und GIFs vollgeballert. „Schicke diesen Engel an fünf Menschen“ – bla bla bla. Wenn man dieser Aufforderung nicht nachkommt, wird das neue Jahr natürlich ultra scheiße. So wie immer alles scheiße wird, wenn man Kettenbriefe nicht weiterleitet: Godzilla taucht wieder auf, Raketenwürmer zerstören Städte, die Zombie-Apokalypse bricht aus. Ihr kennt das. 

Noch schlimmer sind allerdings grenzdebile Videos: „Haaaallo, ich bin dein persönlicher Weihnachts-Schluuuumpf und ich wünsche dir aaaaallles, aaaaalles Guuuute.“ 

Ich frage mich jedes Jahr wieder, ob diese ohrenbetäubenden Terror-Schlümpfe eigentlich von Heidi Klum synchronisiert werden. Es ist nicht zum Aushalten. Weihnachts- und Silvestervideos jeglicher Art landen bei mir ungesehen sofort in der Tonne. Sie sind die Polenböller unter den WhatsApp-Nachrichten: laut, nervig, unnütz.

Auch Bildchen mit winkenden Teddys oder besoffenen Rentieren und blöden, unpersönlichen Grüßen ignoriere ich sowas von eiskalt. Leider taucht der winkende und trinkende Teddy ein paar Sekunden später erneut auf, weil sich ein Mitglied der WhatsApp-Familiengruppe entschlossen hat, das Ding auch nochmal in die Runde zu schicken. Der Smartphone-Speicher stöhnt und braucht auch ganz dringend ein Sektchen. 

Was soll der Kram? Schaffen es die Menschen nicht mehr, ein paar eigene Sätze zu schreiben anstatt der gesamten Kontaktliste mit einem Klick den gleichen Mist zu wünschen? Ist natürlich schön einfach, aber auch schön blöd. Ich bin raus aus der Nummer, ich bin ein eiskalter Schlumpf-Verweigerer. Oft wurde ich schon gefragt, warum ich denn auf Schnapsdrossel-Rentiere nicht antworte und dass das ja total unhöflich sei. Ich finde: Unhöflich sind die, die keine Zeit mehr haben, ihren Liebsten drei ganz eigene, schlumpflose Sätze zu schreiben.

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