Moment mal: Wer schön ist, kann auch Sack tragen

Natalie Schrank (14 Jahre) aus Bassen.

Bassen – Oh mein Gott! Was soll ich nur anziehen? Das gelbe Cocktailkleid oder den schicken lila Minirock mit der edlen weißen Bluse? Oder ist das vielleicht zu viel für ein Date?

Wäre was Lockeres wie Jeans und T-Shirt passender? Nein, auf keinen Fall! Oder doch? Mode hat in unserem Leben eine große Bedeutung. Ob Date, Hochzeitsfeier in der Familie, Klassenparty, Kino- oder Shoppingausflug – egal, wohin Du kommst, Mode spielt überall eine Rolle. Sie bestimmt den ersten Eindruck, den Du bei anderen Menschen hinterlässt, Deine Ausstrahlung, Dein Auftreten und zeigt in gewisser Weise auch Deinen sozialen Stand und Deine finanzielle Situation. Mode untermalt Deinen Charakter, teilweise Deine Einstellung oder „nur“ Deinen persönlichen Geschmack. Manche Menschen meinen sogar, Mode zeige die wahre Persönlichkeit – jeder, der Billigkleidung kaufe, sei ein ungepflegtes, hässliches Pummelchen. Schließlich könnten Menschen ja nicht auf ihre Figur achten, wenn sie nur Billigkleidung kaufen.

Ähm, hallo? Mir persönlich ist Mode auch sehr wichtig – ich liebe Mode, um genau zu sein. Aber das ist kein Grund, den Stil anderer Leute runterzumachen. Im Gegenteil, man sollte offen sein – denn wie könnte man sonst einen neuen Trend rausbringen, wenn man nicht von den verschiedenen Stilen der Leute lernen würde? Gar nicht! Es ist also nicht richtig, Leute nach der Qualität und der Preisklasse ihrer Kleidung zu beurteilen, denn das allein sagt nichts aus. Es gibt „H&M“-Kleidungsstücke, die besser aussehen als so manches seltsame Modegedöns von irgend einem mega-teuren Laden in Mailand. Und nur weil diese stinkreichen Pariser Models bloß aus Haut und Knochen bestehen, ist ein normal gebauter Mensch nicht dick.

Die Wahl der Kleidung ist nicht proportional zur Figur oder zum Aussehen eines Menschen. Es gibt Leute, die sich einen Kartoffelsack überziehen könnten und trotzdem noch gut aussehen würden. Bei anderen ist vielleicht mehr modisches Geschick nötig, um ihre Vorzüge zum Vorschein zu bringen. Aber jeder Mensch ist eben anders, und verschiedene Modestile bestärken das doch nur. Trotzdem ist Mode nicht selten der Grund für Diskriminierung, zum Beispiel in der Schule. Ich denke, dagegen könnten selbst Schuluniformen nichts ausrichten, auch wenn die Befürworter das glauben. Denn es gibt immer noch Schuhe oder Schmuck, die frei wählbar sind und den sozialen Stand zeigen. Schuluniformen sehen meiner Meinung nach also nicht nur scheußlich aus und unterdrücken jede Art von eigenem Style, sondern erfüllen nicht mal ihre eigentliche Aufgabe, die Schüler gleich zu machen und so Mobbing zu verhindern. Was einzig und allein helfen wird, ist Toleranz und Einsicht von diesen eingebildeten Möchtegern-Barbiepuppen gegenüber Leuten, die ihren eigenen Style oder eniger Geld haben. Denn Hauptsache, Du bist zufrieden mit Dir und Deinem Stil. Denn genau das macht die eigentliche Ausstrahlung aus: Selbstbewusstsein. Also ist es eigentlich auch ziemlich egal, was ich zum Date anziehe. Ob Jeans oder Cocktailkleid – Hauptsache, ich komme in dem, was ich trage, zufrieden und selbstbewusst rüber. Und das kann ich bestimmt besser, wenn ich in eine gemütliche Jeans schlüpfe, anstatt den ganzen Tag in einem hautengen, kurzen Kleid rumzulaufen.

Natalie Schrank (14 Jahre) aus Bassen

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