Moment mal: Ein Klick, und schon ist Schluss

Achim – „Ich liebe Dich nicht mehr.“ Der Satz kommt für mich vollkommen überraschend und erschlägt mich. Ich schüttel den Kopf und verstehe gar nichts mehr.

Gestern war doch noch alles gut. Gestern haben wir uns doch noch getroffen, und wir hatten so viel Spaß, wir haben über jeden Scheiß gelacht. Du hast mich mit leuchtenden Augen angesehen und gesagt, Du habest mich vermisst.

All das will ich Dir sofort entgegenhalten. Aber ich kann nicht. Jedenfalls nicht so schnell. Denn das „Ich liebe Dich nicht mehr“ hast Du nicht ausgesprochen, sondern geschrieben. In einer E-Mail. Ohne Vorankündigung, dienstagsmorgens um elf Uhr.

Diese unerwartete E-Mail reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Ich lese noch mal, heule, hole mir was zu trinken, lese noch mal, heule immer noch. Was soll ich machen? Noch nie war jemand, der mir so nahe steht, so feige mir gegenüber. Dass er sich einfach nur vor den Computer setzt, ein paar Zeilen runterschreibt und auf „Senden“ drückt, um mir „Ich liebe Dich nicht mehr“ zu sagen. Mit zitternden Händen wähle ich Deine Nummer und rufe Dich an. Du reagierst nicht. „Du feiges Arschloch, rede mit mir!“, steht in der SMS, die ich abschicke. Irgendwann reagierst Du, und endlich kann ich alles aussprechen, was ich fühle. Ich schreie es raus und heule. Du benutzt fadenscheinige Ausreden. Ich weiß doch genau, dass irgendwas passiert sein muss. Ein „Ich liebe Dich nicht mehr“ kann doch nicht einfach so kommen, wenn es keine Anzeichen für eine Krise gab. Ja, rückst Du irgendwann heraus. Es steckt eine andere dahinter. Am Wochenende hast Du sie kennengelernt, erzählst Du mir. So hattest Du Dir immer Deine Traumfrau vorgestellt. Es sei doch fairer, mir das gleich zu sagen. Fairer wäre es gewesen, mir das ins Gesicht zu sagen. Und das hättest Du gestern tun können, da hattest Du die Möglichkeit.

Sie sind hart, die nächsten Wochen. Einmal treffen wir uns und sprechen, ich weine. Aber irgendwann sehe ich ein: Es war besser so. Du sollst glücklich werden, wünsche ich Dir. Was soll ich denn sonst machen? Ich habe Dich geliebt, also wünsch ich Dir wirklich, dass Du glücklich wirst. Aber ich muss zugeben: Ein bisschen Schadenfreude konnte ich mir nicht verkneifen, als sie Dich vor wenigen Tagen wegen Deines besten Freundes verließ.

Carla Wolframm (17 Jahre) aus Achim

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