Moment mal: Ich kämpfe gegen die Berliner Banausen

Barrien – Wie kann man so opferig sein und Bock auf Politik haben? Diese Frage bekommt man oft gestellt, wenn man sich, so wie ich, politisch engagiert.

Natürlich kann ich verstehen, dass viele Leute die Nase voll von der Politik haben, wenn jämmerliche Figuren wie Ex- Bundespräsident Christian Wulff, Ex-Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg oder Vizekanzler Philipp Rösler und ihre Eskapaden mal wieder im Fernsehen zu sehen sind.

Solche Witzfiguren sind es, die das Ansehen der Politiker bei den Menschen ruiniert haben. Aber hier auf dem Land ist ein Politiker noch das, was er eigentlich sein sollte – bürgerlich. Wir wollen eigentlich nur was Gutes tun und das Leben nach unseren Vorstellungen verbessern. Wieso entscheide ich mich in meinem Alter, mein Leben wegzuwerfen, in eine Partei einzutreten und Politik machen zu wollen?

Diese Frage wurde mir auch schon gestellt. Eigentlich traurig, aber irgendwie auch verständlich. Denn welcher normale Mensch will sich in der heutigen Zeit schon mit korrumpierbaren, korrupten Politikern abgeben, die vorgaukeln, für das Wohl des Volkes zu arbeiten, in Berlin sitzen und kurzerhand entscheiden, dass wir alles hart erarbeitete Steuergeld nach Griechenland transferieren? Diese Frage ist trotzdem leicht zu beantworten – jedenfalls für mich.

Ich kämpfe dafür, dass diese Banausen es sich nicht mehr so leicht machen können, und dass endlich mal jemand kommt, der ihnen in den Arsch tritt. Denn es kann so nicht weitergehen. Diese „Politiker“ müssen dringendst daran erinnert werden, warum sie eigentlich Politiker geworden sind… Ich weiß, dass sich das märchenhaft anhört, aber warum darf man nicht sagen: „Ich will das ändern“? Warum wird man dann ständig verspottet? Von den Jungen bekommt man zu hören, wie „uncool“ das sei, und die Alten finden es „naiv“.

Letztens habe ich mich mal umgehört, wann ein Politiker als „jung“ gilt: Mit 40 ist man noch ziemlich jung, mit 35 ein Küken. Und mit 18? Ein Nichts. So ungefähr kommt man sich vor, wenn man den Leuten erzählt, dass man Politik machen und was verändern will. Warum gibt es keine 18-, 19-, 20- oder 21-Jährigen in der Berufspolitik, in den Parlamenten? Warum lassen die Parteien einen nicht ran? Mal ehrlich: Wer hat schon Bock, einen 50-jährigen Erbsenzähler zu wählen, der eh keinen frischen Wind ins Parlament bringt? Es wird Zeit, dass mehr, viel mehr ganz junge Politiker teilhaben dürfen an der Landes- und Bundespolitik.

Das erbärmlichste aller Argumente, die man zu hören bekommt, ist, man sei zu „unerfahren“ und nicht politisch gebildet genug. Totaler Schwachsinn! Die Parteien tun nicht genug für uns junge Menschen. Für Wähler in meinem Alter macht das die Politik nicht gerade attraktiver. Vielleicht sollten die Parteien mal daran denken, dass sie es sind, die uns brauchen.

Julian Klöcker (18 Jahre) aus Barrien

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Politik appelliert: Anti-Corona-Maßnahmen einhalten

Politik appelliert: Anti-Corona-Maßnahmen einhalten

Trump rät zu Masken - will sich aber nicht daran halten

Trump rät zu Masken - will sich aber nicht daran halten

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Meistgelesene Artikel

WhatsApp startet neue Funktion gegen Fake-News zu Corona

WhatsApp startet neue Funktion gegen Fake-News zu Corona

Theaterabend vor dem Computer: Online beim dritten Gong

Theaterabend vor dem Computer: Online beim dritten Gong

Kommentare