Moment mal: Ein Herz für Gefühlskrüppel

Lea Remmers

Bassum – „Ich mag Dich und Du magst mich – wo ist jetzt das Problem?“ Immer und immer wieder hallen meine eigenen Worte in meinem Kopf. Wir treffen uns jetzt schon seit längerem, er und ich. Unsere Anfangssituation war durchaus schlecht, denn in seinen Gedanken spukte noch ein anderes Mädchen herum.

Jetzt sagt er zu mir, er könne seine Finger nicht mehr von mir lassen. Aber eine feste Beziehung, was Ernstes, sich komplett auf jemanden einlassen und sich verletzbar machen? Das scheint ihm dann doch etwas weit hergeholt. Ich frage mich, wo die Zeiten hin sind, in denen man schon nach den Worten „Ich hab Dich irgendwie gern“ mit jemandem „ging“ und sich nicht ständig panische Gedanken über Verletzbarkeit, das Für und Wider oder die Haltbarkeit einer Beziehung machte.

Es ist doch noch gar nicht lange her, da ließ schon die Freude über das Erwidern von zarter Zuneigung heftig unser Herz schlagen. Und kaum ist man ein paar Jahre älter und etwas reifer geworden, kreisen die Gedanken plötzlich nur noch um ängstliche Theorie und Was-wäre- aber-wenn-Horrorszenarien. Es wird diskutiert, ob man sich wirklich auf so was Einengendes wie eine Beziehung einlassen sollte – obwohl die Gefühle ganz klar da sind. Das ist doch bekloppt!

Um mich rum sehe ich lauter frisch verliebte Paare und denke: Jetzt reicht’s. Was die können, kann ich schon lange! Ich nehme mir vor, das nächste Mal Klartext mit ihm zu reden. Ich bin eine liebenswerte Frau, und eine Beziehung mit mir und ihm wäre sicher super! Aber sobald ich wieder in seinen Armen liege und er mich mit seinem leidenden Gesichtsausdruck anschaut, schmelzen nicht nur ich, sondern auch alle meine vorher noch so fest vorgenommenen Planungen.

Ich hab das Gefühl, in letzter Zeit ziehe ich solche Typen an. Ich nenne sie liebevoll „gefühlsverkrüppelt“, und das sind sie auch. Voll von Angst, Egoismus und Beklemmungen. Ich scheine aber leider nur solche Menschen toll zu finden und frage mich, was ich denn eigentlich mit so jemandem will. Wieso suche ich mir nicht wen, der (wenigstens auf den ersten Blick) unkomplizierter ist? Jemanden, mit dem es kaum Schwierigkeiten gibt und der von Anfang an MICH will? Und plötzlich tanzt wieder der kleine Amor in meinem Herzen und ruft: „Ach, Lea – warum einfach, wenn’s auch so schön kompliziert geht?“

Lea Remmers (18 Jahre) aus Bassum

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