Globaler Klimastreik am Freitag

Essen für die Tonne: Ist das noch gut oder kann das weg? 

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Häufig werden Lebensmittel weggeschmissen, weil das MHD überschritten ist.

Viel zu oft schmeißen wir Lebensmittel in den Müll: Entweder ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten oder wir haben zu viel eingekauft. Anlässlich des dritten globalen Klimastreiks der Fridays-for-Future-Bewegung sollten wir mal wieder unser Konsumverhalten reflektieren.

#ALLEFÜRSKLIMA - Getreu diesem Motto hat die Fridays-for-Future-Bewegung zum dritten globalen Klimastreik für Freitag, 20. September, aufgerufen. Weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und sich für die Einhaltung des Parisabkommens einsetzen. Währenddessen tagt das Klimakabinett in Berlin und in New York laufen die Vorbereitungen für den UN-Klimagipfel auf Hochtouren. Der globale Klimastreik richtet sich an jede Generation: Schüler, Eltern, Arbeitnehmer. Die Gewerkschaft IG BAU macht sogar Mut, mit einer längeren Mittagspause ein Zeichen zu setzen. 

Weltweit finden Fridays-for-Future-Proteste statt - hier vor dem Weißen Haus in Washington.

Neben der Reduzierung von Kohlekraft, dem Vermeiden von Fliegen und dem Anstreben von Veganismus, sollte der Blick auch auf die Lebensmittelverschwendung gerichtet werden. Eine forsa-Studie hat ergeben, dass jährlich elf Millionen Tonnen an genießbaren Lebensmitteln in der Tonne landen. Erschreckend, nicht wahr? Es ist nicht nur respektlos gegenüber wertvollen Lebensmitteln, es schadet auch noch der Umwelt. Das ist ein Punkt, an dem jeder einzelne etwas verändern kann.

Ein Kilo CO2 pro ein Kilo Nahrung

Zunächst ein paar Fakten: 38 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen entstehen jährlich für die Herstellung und den Transport unserer Nahrung, wie das Umweltbundesamt ermittelte. Experten der Welternährungsorganisation berichten von rund einem Kilo CO2, das bei der Produktion von einem Kilo Nahrung entsteht. Bei elf Millionen Tonnen Verschwendung könnte also eine ganze Menge CO2 vermieden werden. 

Das Unesco Institute for Water Education berichtet von einer ähnlich dramatischen Situation beim Wasserverbrauch: Rund 13 Liter Wasser soll für eine verschwendete Tomate verbraucht werden, bei 100 Gramm Rindfleisch sogar mehr als 1500 Liter. 

Mit überlegtem Handeln lassen sich einige Lebensmittel retten.

Welche Lebensmittel landen am häufigsten in der Tonne? 

  1. Obst und Gemüse
  2. Milchprodukte
  3. Backwaren
  4. Fisch und Fleisch

Der Grund dafür ist simpel: menschliches Versagen. Zu viel gekocht und zu viel eingekauft rangieren ganz vorn, dicht gefolgt vom Ablauf des MHDs. Viele Menschen würden abgelaufene Lebensmittel direkt wegschmeißen. Dabei steht MHD doch gar nicht für „Sofort tödlich ab“. Da es eigentlich nur „Mindeshaltbarkeitsdatum“ bedeutet, lohnt es sich im nächsten Schritt, mit den Sinnen voranzuschreiten: Sehe ich Schimmel? Wie riecht es? Wie schmeckt es? Drei Fragen, die oftmals mit einem Blick in die Restmülltonne abgegolten werden. „Ach, morgen kommt die Müllabfuhr? Dann klopp ich den Käse noch eben mit in den Müll - dann lohnt es sich wenigstens, die Tonne an die Straße zu stellen.“

Foodsharing als Müll-Vermeidungsstrategie

Um wenigstens die Eier vor dem sicheren Tod zu bewahren, lässt sich ein ganz einfacher „Ist das wohl noch gut?“-Trick anwenden. Während du beim Milch-Testen einen schauderhaft sauren Geschmack in Kauf nehmen müsstest, kannst du ein rohes Ei hingegen in eine Schale Wasser legen und schauen, was passiert: Liegt es am Boden, so ist es noch gut. Schwimmt es aber an der Oberfläche, so kannst du davon ausgehen, dass es nicht mehr genießbar ist. Zur Not ließe es sich aber auch einzeln aufschlagen - ein kurzer Schnüffel-Test liefert dann die faule Gewissheit. 

Sollte der Zu-viel-eingekauft-Fall eintreffen, lässt sich das Wegschmeißen mit Foodsharing vermeiden. Das funktioniert sogar online: Für die Regionen Verden und Harpstedt gibt es Gruppen auf Facebook, die sich mit dem Thema befassen. Ein Foto von den Lebensmitteln knipsen, hochladen und auf einen Abnehmer warten. Eine Win-Win-Win-Situation. Du selbst schmeißt nichts weg, jemand anderes freut sich über die Lebensmittel und es kommt der Umwelt zugute.

Apps helfen bei der Verwertung

Auch Apps helfen bei der Wegschmeiß-Vermeidungsstrategie. So lässt sich bei „etepetete“ zum Beispiel krummes Gemüse, das erntefrisch, aber zu extravagant für den Supermarkt aussieht, erwerben. Über „Too good to go“ kannst du dir Resteboxen bei Restaurants zusammenstellen und kurz vor Ladenschluss abholen. In Rezept-Apps suchst du nach den Zutaten, die in deinem Kühlschrank verkümmern und baust entsprechend dein Abendessen umzu. 

Um zu viel gekochtes Essen zu vermeiden, lohnt es sich, über den Meal-Prep-Trend nachzudenken. Dafür musst du lediglich in der Lage sein, zwei oder drei Tage dasselbe Essen runterzubekommen. Wenn das nichts ist, gibt es immer noch die gute alte Gefriertruhe. 

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