Das Leben ist doch kein Monopoly-Spiel!

Achim – Mir fällt kein Grund für einen Krieg ein, den ich nachvollziehen könnte. Kein einziger. Ich finde, dass kein Volk, keine Religion, einfach niemand Anspruch auf ein Gebiet erheben darf.

Das ist echt dreist – man kann doch nicht einfach so irgendwo einmarschieren, ein bisschen rumschießen und dann sagen: „So, alle Mann raus hier – das ist jetzt unser Land.“ Nur weil man sich für eine stärkere, reichere oder gebildetere Nation hält, kann man sich nicht alles erlauben! Das Leben ist doch kein Monopoly-Spiel!

Es geht nicht darum, am meisten zu haben. Wir müssen nicht überall Land besitzen, Hotels darauf bauen und anderen Geld oder ihre Freiheit abknöpfen, nur weil sie ein bestimmtes Gebiet betreten. Jeder hat doch einen Platz zum Leben. Und noch muss niemand ins All geschossen werden oder unter Wasser leben, weil uns hier die Fläche ausgeht. Kein Land ist wirklich so überbesiedelt. Wieso gibt es also Gruppen, die der Meinung sind, ein Land auf dem Kriegsweg erobern zu müssen?

Die Geschichte hat uns doch schon so viele Lehren erteilt. Man könnte die Waffen ja auch mal liegen lassen und nett anklopfen. Dann kann man höflich eine Frage formulieren, zum Beispiel: „Darf ich bitte etwas von Eurem Gebiet haben, damit mein Volk auch ein eigenes Land hat?“ Wenn dann nicht jeder so egoistisch wäre, könnte man mit „Ja“ antworten und schnell einen Vertrag aufsetzen. So ein System könnte funktionieren. Könnte...

Wenn nicht die Menschen die Veranlagung hätten, immer alles haben, aber auf keinen Fall was abgeben zu wollen. Wenn man auch nur ein Mal sein Köpfchen auf die richtige Weise anstrengen würde – nicht, um Kriegsstrategien zu schmieden – könnte man sicher mehr erreichen. Und man würde mehr Menschenleben erhalten. Aber wozu friedlich miteinander umgehen, wenn man doch eh Waffen hat? Wäre ja Verschwendung, wenn wir die nicht zum Einsatz bringen würden. Irgendwann werden wir uns mit dem ganzen Kriegsgehabe noch mal alle umbringen. Und dann will natürlich niemand schuld daran sein.

Bis jetzt sind schon so viele Menschen im Krieg gestorben. Darunter sind nicht nur die direkt Beteiligten, also, die Soldaten, die für die kämpfenden Parteien an der Front stehen. Auch unschuldige Menschen, die nur durch Zufall zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Ich beziehe mich hier mal auf das Beispiel Afghanistan. Dort sind alleine im Jahr 2008 insgesamt 2.118 Zivilisten bei Anschlägen ums Leben gekommen. Seit Januar 2002 sind in Afghanistan mehr als 4.000 deutsche Soldaten stationiert. Die helfen im Landesinneren bei dem Aufbau von Bildungseinrichtungen, einer stabilen Regierungsform, eines entwickelten Gesundheitssektors und noch einigem mehr. Aber dabei sind sie ständig in Gefahr, weil sie mit Angriffen der Taliban rechnen müssen.

Die Taliban hatten schon mal große Teile Afghanistans übernommen. Durch eine Invasion der USA nach den Ereignissen des 11. Septembers konnten sie gestürzt werden. Seitdem herrscht eine demokratische Regierung, doch die Taliban versuchen weiter, die Macht über das Land zu übernehmen. Unter den Taliban befinden sich oft sogar Kinder. Ich glaube, das ist besonders schlimm. Ich würde es schrecklich finden, wenn ich mich gegen ein Kind verteidigen müsste. Ich glaube, dass die Soldaten oft keine andere Wahl haben, als zu schießen, um sich selber zu retten.

Das muss grauenvoll sein. Obwohl ich mich gegen Krieg ausspreche, muss ich sagen, dass ich den Einsatz der deutschen Soldaten in Afghanistan gut finde. Das Land braucht meiner Meinung nach einfach Hilfe von außerhalb, weil es sich sonst nicht vor den Taliban schützen könnte. Ich denke, dass die Taliban dann wieder an die Macht kommen würden. Und das wäre noch schlimmer für das Land. Ich weiß nicht, wie man allen Menschen begreiflich machen soll, dass Krieg absolut überflüssig ist. Ich glaube, bis das auch der letzte begriffen hat, haben wir uns schon alle gegenseitig in die Luft gejagt.

Laurina Richter (17 Jahre) aus Achim

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