Glosse: Konzert-Vorverkauf

Ticketwahnsinn: Fahrt zur Hölle, Presale-Codes!

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Für den Code-losen Fan ist die Auswahl nicht mehr besonders groß.

Von Mara Schumacher. Der Blick auf den Saalplan um Punkt 10 Uhr zum offiziellen Vorverkaufsstart. Was ich sehe? Graue Felder. Dürre. Hoffnungslosigkeit. Der Saalplan sieht aus wie das abgegraste Buffet, wenn man zu spät zu einem Geburtstag kommt. Das Konzert von Muse in Köln ist mit Beginn (!) des offiziellen Ticketverkaufs so gut wie ausverkauft.

Was ist das? Fühlt sich an, als würden einem Veranstalter und Management-Agenturen direkt ins Gesicht rotzen: „Hier die erbärmliche Ticket-Resterampe für euch, ihr Loser!“ Pech also für alle, die keinen „Pre-Luxus-Exklusiv-Dies-Das-Ananas-Yeah-Wahnsinns-Fahr-zur-Hölle-Code“ hatten, die es mittlerweile bei fast jeder Tour von großen Künstlern gibt. Damit hat man schon Tage vor dem offiziellen Verkauf Zugang zu Tickets.

Um die zu bekommen, muss man meistens bei irgendeinem teuren Band-Fanclub Mitglied sein, das neue Album im Voraus bestellen, Telekom-Kunde sein oder einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Irgendwie so. Es ist beknackt, aber so läuft das. Die Konzerte von Muse, Metallica, U2 und Eminem sind nur einige Beispiele aus diesem Jahr.

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Sollte man es zum offiziellen Vorverkaufsstart auf eine der Ticket-Seiten geschafft haben, stürzen diese bei heiß ersehnten Konzerten auch gerne mal ab und der treue Musik-Fan wird in eine Warteschleife geschleust. Einen zeitnahen Termin beim Facharzt zu bekommen macht wirklich mehr Spaß, als sich um Konzerttickets zu kümmern. Und das soll was heißen. 

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Zurück zum Muse-Konzert. Vereinzelt sind noch Plätze frei. Ich klicke zwei Stück an – und bekomme eine Fehlermeldung: „Einzelne Plätze dürfen nicht freigelassen werden. Bitte passen Sie Ihre Auswahl an!“ Ich brauche aber nur zwei und nicht drei Tickets, verdammt! Während ich hektisch rumklicke und mich aufrege, werden die Plätze immer weniger. Was übrig bleibt: Irgendwelche Blocks, die Lichtjahre von der Bühne entfernt sind und welche, wo eventuell die Sicht eingeschränkt ist. Ah, ich soll also 75 Euro bezahlen, um eventuell nix zu sehen? Dann kann ich auch zuhause bleiben und Handymucke hören. 

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Das „VIP-Ticket-Platin-Buffet-Alkohol-separater-Eingang-Schlüsselanhänger-Leck-mich-doch-am-Arsch-Paket“ ist meistens noch nicht ausverkauft. Das kann sich mit durchschnittlich 500 Euro nämlich kein Mensch leisten. Fahrt zur Hölle, ihr verkackten Presale-Codes und gebt allen die gleiche Chance, an Tickets zu kommen! 

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