Notizbuch-Konzept für Ordnung im Alltag

Mit dem Bullet Journal das Leben auf die Reihe kriegen

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Zugegeben: Das neue Jahr ist nicht mehr ganz frisch, etliche gute Vorsätze sind wohl schon an der Realität zerschellt. Doch es ist nicht zu spät, etwas mehr Ordnung in den Alltag zu bringen. Für alle, die keine Lust mehr haben, sich in Terminen zu verheddern, der Aufschieberitis ein Ende machen wollen und befürchten, in einer Flut von To-Do-Lists zu ertrinken, könnte ein Bullet Journal die Lösung sein. Voraussetzungen sind bloß ein Notizbuch und ein Stift.

Anders als ein Kalender, soll das Bullet-Journal (Kurz: BuJo) helfen, in allen Lebensbereichen mehr auf die Kette zu kriegen. Denn im BuJo ist nicht nur Platz für Termine, sondern für alles, was dem Nutzer wichtig ist: Ideen, Stimmungslagen, Gewicht, Wasserkonsum, schlechte Angewohnheiten oder Schlafrhythmus.

Ersonnen hat es Ryder Carroll, ein freischaffender Digital-Designer aus New York. Das Konzept ist das Ergebnis seines „lebenslangen Versuchs, organisierter zu werden“. Aufgrund von Lernschwächen hatte Carroll früher große Schwierigkeiten, sich zu fokussieren. 

Kalender und To-Do-Listen zu starr

Er merkte, dass To-Do-Listen und Notizbücher mit starren Strukturen überhaupt nicht zu ihm passen und ihn frustrieren. Durch jahrelanges Herumtüfteln hat er das Konzept des Bullet Journal entwickelt. Immer mit dem Ziel, ein flexibles System zu schaffen, das er seinen Erfordernissen immer wieder neu anpassen kann. Der Name stammt vom englischen Wort für Aufzählungszeichen: Bullets.

Nachdem Carroll das Konzept Freunden und Kollegen gezeigt hatte, sollten auch andere davon profitieren. Er wollte sein bis dahin recht diffuses Konzept so fassen, dass es andere Menschen übernehmen und für sich anpassen können. Das Bullet Journal ist kein Gegenstand, sondern ein Konzept, das in verschiedenen Formaten funktionieren soll – Hauptsache Papier. Mittlerweile arbeitet Carroll mit der deutschen Firma „Leuchtturm“ zusammen, die ein eigens produziertes Bullet-Journal-Notizbuch vertreibt.

Einfach anfangen - So geht´s

Das Rückgrat eines Bullet Journals ist das Inhaltsverzeichnis. Ihm sind die ersten Seiten vorbehalten. Es sorgt für Flexibilität und garantiert, dass der Nutzer alle Einträge wiederfindet. Damit es Sinn macht, müssen natürlich alle weiteren Seiten durchnummeriert werden. Wie es dann weitergeht, überlässt Carroll weitgehend den Nutzern. 

Er empfiehlt, mit dem „Future Log“, einer Halbjahres-Übersicht, weiterzumachen. Dafür einfach eine Doppelseite mit zwei horizontalen Linien teilen und in die so entstandenen sechs Felder die Monatsnamen eintragen. Weiter geht es mit dem Monatskalender. Dafür werden auf einer Doppelseite links von oben nach unten die Daten notiert, auf der rechten die knapp formulierten Einträge, mit einem Symbol (Bullet) davor. 

Für die Tagesansicht sollte alles, was anliegt, in Kategorien eingeteilt werden. Für die bessere Übersicht sollten die Einträge mit einem Symbol versehen werden. Beispielsweise ein Kreis für Ereignisse (Geburtstage), ein Strich für Notizen und ein Punkt für Aufgaben. Ein Sternchen markiert besonders wichtige Einträge. Was erledigt ist, wird durchgestrichen. Diese Technik nennt Carroll „Rapid Logging“. 

Bei der Vorbereitung auf den nächsten Monat folgt dann der entscheidende Kniff am Bullet Journaling: Der Nutzer geht alle offenen Aufgaben nochmal durch und fragt sich dabei: „Glaube ich immer noch, dass sie meine Zeit wert sind?“ Ist die Antwort „Nein“, wird die Aufgabe gestrichen, was übrig bleibt, wird mit einem nach rechts zeigenden Pfeil markiert und in den nächsten Monat übertragen. Was weit in der Zukunft liegt, kommt ins „Future Log“. Mit dieser Technik sollen sich die Nutzer auf die wirklich wichtigen Aufgaben konzentrieren.

Inhaltsverzeichnis absolut entscheidend

Miteinander verwandte Notizen können auf einer eigenen Seite zusammengefasst werden. Wie bei allen anderen Schritten ist auch hier der Eintrag in das Inhaltsverzeichnis absolut entscheidend, damit das BuJo seinen Zauber entfalten kann. 

Das Ergebnis soll eine Mischung aus Kalender, Notiz- und Tagebuch sein. Dann können die Nutzer alles festhalten, was ihnen wichtig ist: Restauranttipps, Bücherlisten, Schlaf oder Wasserkonsum. Manche Nutzer verfolgen mit dem Bullet Journal auch tägliche ihre emotionale Verfassung.

Damit sind die allernötigsten Kernmodule beieinander - aber die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Mittlerweile haben sich auf verschiedenen Internetplattformen Bullet-Journal-Communities zusammengefunden, die Ideen, Anregungen sowie Trends diskutieren und vor allem: Bilder posten. Wer auf Instagram, Twitter oder Pinterest nach den einschlägigen Stichworten sucht, bekommt schnell Ansichten von exzessiv verschnörkelten Notizbuch-Seiten ausgespuckt. 

Aus eleganten Skizzen, perfekt geschwungenen Schriftzügen in verschiedensten Farben und bunten Stickern werden perfekt durchdesignte Kunstwerke. Das macht den Eindruck, als investierten viele Nutzer die Zeit, die sie durch das Bullet Journal gewinnen, gleich wieder in seine Gestaltung.

Davon sollte sich aber niemand abschrecken lassen – erstmal einfach halten und mit den Basics beginnen. - pp

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