Studie zum Weihnachtsgeschäft

Teure Geschenke, billiger Braten

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Die Fußgängerzonen werden schon geschmückt - das Weihnachtsgeschäft soll laut Handelsverband riesig werden.

In diesem Jahr werden deutsche Konsumenten rund 470 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben – pro Kopf. So lautet die Prognose des Handelsverbands. Gleichzeitig zeigt eine Umfrage, dass jeder Zweite sein Festessen bei Lidl oder Aldi einkaufen will.

Discounter sind in Deutschland sehr beliebt, zeigt eine aktuelle Konsumentenbefragung des Unternehmens Bazaarvoice, das im Bereich Online-Marketing tätig ist. Die Entscheidung, wo sie Brot und Gemüse einkaufen, treffen viele Deutsche nach dem Preis – sieben von zehn wählen deshalb eine Billigmarke. Nur zwei von zehn Kunden gehen zum Discounter, weil sie die Qualität der Waren schätzen. Und trotzdem: Den Weihnachtsbraten wird offenbar die Hälfte aller Deutschen bei Lidl oder Aldi kaufen.

Für Geschenke: Luxusmarken

Wenn es aber nicht ums Essen geht, sieht es anders aus. Laut Bazaarvoice-Studie bevorzugen 60 Prozent der Deutschen, die normalerweise im mittleren Preissegment einkaufen, für Geschenke Luxusmarken. Besonders beliebt: Rabatt-Aktionen wie der Black Friday am 23. November.

Dazu passt, dass der Handelsverband Deutschland davon ausgeht, dass in diesem Jahr zum ersten Mal die 100-Milliarden-Euro-Marke bei den Ausgaben für Weihnachtsgeschenke geknackt wird. Das heißt: Im November und Dezember geben die Deutschen voraussichtlich pro Kopf 472 Euro für Geschenke aus. Mehr als die Hälfte davon - etwa 53,6 Milliarden - gehen 2018 in den Online-Handel.

Das Prinzip: im Laden Ideen holen, online bestellen

An sich besuchen Kunden zwar auch in der Vorweihnachtszeit gern Ladengeschäfte: 45 Prozent suchen dort nach Geschenkideen, jeder Vierte lässt sich gern beraten, heißt es in der Bazaarvoice-Studie. Kostenloses Testen und Pröbchen finden 24 Prozent der Deutschen ebenfalls gut.

Trotzdem haben zwei Drittel der Befragten angegeben, ihre Weihnachtseinkäufe bei Amazon machen zu wollen. Das andere Drittel hingegen meidet den Online-Shop – aus Angst vor falschen Kundenbewertungen. Außerdem glaubt jeder Vierte, dass Amazon nicht bei der Geschenkauswahl helfen kann. Den Online-Skeptikern will der Konzern jetzt offenbar näher kommen: Am 22. November eröffnet Amazon einen Pop-Up-Store in Berlin.

Am beliebtesten: Geschenkgutschein

Ein Blick auf die – laut Handelsverband – beliebtesten Geschenke könnte den Trend zum Kauf im Internet erklären: Nummer eins ist der Geschenkgutschein, gefolgt von Kosmetik, Büchern und Schreibwaren oder Karten für Konzerte oder Theatervorstellungen. All diese Dinge sind leicht mit ein paar Klicks zu erwerben.

Die Gans online kaufen? Dafür entscheidet sich bisher kaum jemand.

Warum aber kaufen die Deutschen dann nicht auch ihren Weihnachtsbraten online? Weil beim Essen doch noch ein Kriterium wichtiger ist als der Preis: die Frische. Und die lässt sich am Bildschirm eben nicht prüfen.

Quellenhinweise

An der repräsentativen Befragung des Unternehmens Bazaarvoice, das im Bereich Online-Marketing tätig ist, haben Konsumenten aus Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich teilgenommen. Link zur Umfrage: https://media.bazaarvoice.com/sites/4/edges-of-experience-ebook-DE.pdf 

Der Handelsverband Deutschland berechnet seine Prognosen auf der Basis von Daten des Statistischen Bundesamts. Link zu den Prognosen: https://www.einzelhandel.de/weihnachten 

Das Statistische Bundesamt hat im Juni 2017 eine repräsentative Umfrage zu wichtigen Kriterien beim Lebensmittelkauf in Deutschland 2017 durchgeführt. Link zur Umfrage: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/494742/umfrage/umfrage-zu-wichtigen-kriterien-beim-lebensmittelkauf-in-deutschland/

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