"Brasilien ist der Traum aller Kitesurfer"

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Sabrina in Aktion: Auch wenn ruhiges Wasser zum Kitesurfen besser ist, bezwingt die 25-Jährige jede Welle.

Sabrina Lutz ist amtierende Europameisterin im Kitesurfen und in der ganzen Welt mit ihrem Board  unterwegs. Zeit für einen Job hat sie dabei nicht.

Von Rieke Klotz  

Sommer,Sonne, Strand und Meer. Knackige Beachboys  laufen über weißen Pudersand. Auf ihre braun gebrannten Körper knallt die Sonne. Die Haare sind schon leicht ausgeblichen. Und ihre muskulösen Oberkörper ziehen die Blicke aller Mädels am Strand auf sich. Wer möchte nicht an solchen Orten sein, wo man seine Gedanken schweifen lassen kann? Doch wenn Sabrina Lutz ein solches Urlaubsparadies betritt, dann hat sie keine Zeit fürs Träumen. Sie braucht ihre volle Konzentration, denn als amtierende Europameisterin im Kitesurferin liegt sie nicht lange am Strand, sondern schwingt sich auf ihr Board, und ab geht’s auf die Wellen.

Seit 1999 gibt es Kitesurfen. Damals war die Sportart aber noch unbekannt und nicht ausgereift. „Schon als kleiner Stöpsel stand ich auf normalen Surfbrettern und als Kitesurfen dann etwas populärer wurde, habe ich den Sport direkt mal ausprobiert“, sagt die Hamburgerin. Das war vor neun Jahren. Heute ist Sabrina 25 und aus der Kitesurfe-Szene nicht mehr wegzudenken.

„Wenn ich auf Wettkämpfen bin, werde ich schon erkannt. Aber nicht im Supermarkt um die Ecke.“ Besonders toll am Kitesurfen findet sie, dass es so viel leichter ist als Windsurfen. „Die Ausrüstung beim Windsurfen ist groß und sperrig. Die kann ich gar nicht alleine tragen.“

Kitesurfen kann jeder lernen, betont Sabrina. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man schon mal auf einem Board gestanden hat – egal ob Surfbrett oder Skateboard. „Das Alter ist auch egal, ob nun 7 oder 70 Jahre alt. Als ich im Urlaub war, habe ich einen 70-Jährigen getroffen, der hat gesurft wie ein junger Gott,“ erzählt Sabrina voll Anerkennung. „Und wenn man es einmal kann, dann ist es wie Radfahren – Kitesurfen verlernt man nicht.“

Die nächste Europa-Meisterschaft im Kitesurfen startet im Juli auf Sylt. Ein weiterer Austragungsort ist die Küste von Gizzeria  in Italien. Als Kitesurferin kommt Sabrina also ganz schön rum. Auch nach Ägypten geht es dieses Jahr noch: Zum „Red Sea Kitesurf World Cup Ägypten“, der Teil der „Professional Kitesurf Riders Association-Welttour“ ist. „Am schönsten ist es allerdings in Brasilien“, schwärmt die 25-Jährige. „Da ist das Wetter toll: Blauer Himmel, es ist warm, das Wasser ist flach, und der Wind ist jeden Tag gleich. Das ist der Traum aller Kitesurfer!“

Sabrina tritt immer in der Disziplin Freestyle an. Dabei muss sie möglichst schwierige und viele Tricks hinkriegen. „Dafür sind hohe Wellen eher ungeeignet“, erklärt die 25-Jährige. Außer Freestyle  gibt es nochRace, Speed  und Wave.

Damit alle Teilnehmer die gleichen Wellen- und Windbedingungen beim Kitesurfen haben, finden die Wettkämpfe immer über ein langes Wochenende verteilt statt. So können die Sportler immer dann aufs Wasser gehen, wenn das Wetter perfekt ist. Das bedeutet aber auch, dass Sabrina für einen Wettkampf in der Regel von Donnerstag bis Sonntag unterwegs ist. Da bleibt wenig Zeit für einen Beruf. „Ein Vollzeit-Job ist momentan nicht drin, aber ich arbeite nebenbei bei einem Steuerberater.“

Sabrina hat ein fertiges Diplom-Studium in Mode- und Textilmanagement. Später möchte sie gerne ihr eigenes Modelabel haben. Natürlich nicht für Haute Couture, sondern für lässige Sportkleidung. Vom Kitesurfen leben können sie und ihre Konkurrenten nämlich definitiv nicht – außer man betreibt eine Kitesurf-Schule. „Für mich ist Kitesurfen ein Hobby, ich mache das nur zum Spaß. Natürlich ist es umso toller, wenn man damit auch noch erfolgreich ist.“ Und doch war es ein langer Weg bis dahin. „Am Anfang fällt man einfach oft ins Wasser.“ Und auch heute noch klatscht Sabrina regelmäßig ins Meer, wenn sie neue Sprünge und Tricks für ihre Kür trainiert. Aber wirklich passiert ist ihr beim Fallen vom Brett noch nie was. „Meine einzigen Verletzungen waren bisher Blutergüsse, und dass ich mir was verdreht habe. Aber das passiert halt manchmal.“ Dann heißt es eben: Aufstehen und weitertrainieren.

Wer Sabrina mal live beim Kitesurfen sehen will, der sollte am 3. Juli nach Sylt fahren. Dort versucht sie wieder die Europameisterschaft zu gewinnen.

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