Die Modemacher von morgen

Von Rike Schockenhoff und Joli Bertram. Wir stellen Euch fünf der coolsten Nachwuchsdesigner Deutschlands vor, die seit gestern in der Show „KIKA LIVE Mein Style“ ihr Talent und ihre eigenen Kollektionen unter Beweis stellen.

Saskia Weiß (13 Jahre)

Wann und wie bist Du das erste Mal mit der Modewelt in Berührung gekommen?

„Als ich neun Jahre alt war, haben wir in der Schule einen kleinen Teddybären genäht. Ich war vom Nähen so begeistert, dass mir meine Eltern zu Weihnachten einen Kurs bei einer Schneiderin geschenkt haben. Der hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich bin dabei geblieben.“

Wie bist Du darauf gekommen, selber was zu machen?

„Das Nähen hat mir einfach Spaß gemacht. Außerdem kann ich mir so helfen, wenn ich ein Kleidungsstück suche und nicht das finde, was ich gerne hätte.“

Die genialste modische Erfindung ist für mich...

„...die Hose für die Frau. Ich trage zwar auch gerne mal Röcke, aber ich finde es toll, dass man eine Entscheidungsfreiheit hat.“

Mein Lieblingskleidungsstück...

„...ist eine Jeansjacke. Ich habe immer die perfekte gesucht, aber nie gefunden. Deshalb habe ich sie mir selbst genäht. Sie ist eigentlich ziemlich einfach, ohne viel Schnickschnack, mit Knöpfen und Taschen und aus dunklem Stoff.“

Was findest Du bei Mode wichtig?

„Wichtig ist, dass sie mir gefällt. Ich gehe nicht so sehr nach Trends. Außerdem mag ich bequeme Sachen aus schönen, weichen Stoffen.“

Wie ist die Mode, die Du entwirfst? Wie sieht sie aus? Und was für Stoffe benutzt Du?

„Die Stücke, die ich entwerfe, verbindet eigentlich gar nicht so viel. Sie müssen nur aus bequemem Stoff sein und wenig Schnickschnack haben. Ich benutze höchstens mal ein paar Rüschen, ansonsten sind die Sachen eher sportlich.“

Welche Tipps hast Du für Teenager, die sich für Mode interessieren, aber nicht so viel Geld haben?

„Wenn man Fantasie hat und ein bisschen nähen kann, dann kann man sich aus alten Kleidungsstücken tolle neue Stücke machen. Ich habe zum Beispiel mal aus einem alten Hemd einen Rock genäht. Außerdem trage ich oft Basics und kombiniere sie mit bunten Schals oder Ketten.“

Welcher große Designer ist Dein Vorbild?

„Da gibt es keinen. In solchen Sachen habe ich keine Vorbilder.“

Was willst Du mal beruflich machen?

„Ich bin noch nicht sicher, ob ich später was mit Mode machen möchte. Wenn ich nichts Künstlerisches tue, dann möchte ich im sozialen Bereich arbeiten.“

Was wirst Du bei der ersten Show tragen?

„Das hab ich mir noch nicht überlegt. Aber ich trage auf alle Fälle was Selbstgenähtes und dazu meine Glücksbringerkette, die mir mein Onkel von den Osterinseln mitgebracht hat.“

Marcello Röhrs (17 Jahre)

Wann und wie bist Du das erste Mal mit der Modewelt in Berührung gekommen?

„Das fing in meiner Kindheit an. Meine Tante ist Konzert-Managerin und war immer modebegeistert. Das hat auf mich abgefärbt. Mit zehn Jahren habe ich selbst entschieden, was ich anziehe.“

Wie bist Du darauf gekommen, selber was zu machen?

„Auch durch meine Tante. So richtig hat es erst vor zwei Jahren angefangen mit dem Klamottenschneidern. Aber mit sechs Jahren hab ich schon Kissen genäht und Sachen geflickt.“

Die genialste modische Erfindung ist für mich...

„...das kleine Schwarze. Ganz schlimm finde ich Schlaghosen.“

Mein Lieblingskleidungsstück...

„ist zurzeit ein schwarzes Hemd von Tommy Hilfiger, das glänzt ein bisschen. Die meisten denken, das wäre aus Latex. Ich finde es sehr angenehm, zu tragen.“

Was findest Du selbst bei Mode wichtig?

„Mode muss ausgefallen sein wie mein Lieblingshemd. Trotzdem wäre es nicht schlimm, wenn ein anderer Junge auf einer Party das gleiche Hemd anhätte.“

Wie ist die Mode, die Du entwirfst? Wie sieht sie aus? Und was für Stoffe benutzt Du?

„Gerade entwerfe ich Abendgarderobe für Frauen, lange Kleider aus Satin. Für die Show habe ich eine Überraschung vorbereitet. Mir ist wichtig, dass meine Mode elegant aussieht und auffällt. Und meine Kleider sollen die Figur betonen.“

Welche Tipps hast Du für Teenager, die sich für Mode interessieren, aber nicht so viel Geld haben?

„Es gibt ja verschiedene günstige Läden, die auch schöne Sachen haben. Und man kann auch kleine Steinchen aufkleben, oder die Kleidung mit Perlen oder Nieten verzieren. Ein weißes T-Shirt lässt sich gut batiken.“

Welcher große Designer ist Dein Vorbild?

„Harald Glööckler macht richtig klasse Mode, ausgefallen, mit viel Bling-Bling. Karl Lagerfeld finde ich aber auch gut. Der designt ja eher Schlichtes.“

Was willst Du mal beruflich machen?

„Am liebsten will ich Modedesigner werden. Visuelles Marketing wäre auch was für mich. Oder Raumausstatter. Auf jeden Fall was im kreativen Bereich.“

Was ziehst Du bei der Show an?

„Meine Sachen werde ich erst zwei Tage vorher raussuchen.“

Ronja Herold (14 Jahre)

Wann und wie bist Du das erste Mal mit der Modewelt in Berührung gekommen?

„In der dritten Klasse gab´s den Ferienspaß-Kurs ,Näh´ Dir Deinen Kapuzen-Pullover’. Ich habe mir einen blauen Stoff mit Blumenmuster ausgesucht, und nach und nach ist ein Pulli entstanden.“

Wie bist Du drauf gekommen, selber was zu machen?

„In der sechsten Klasse hat sich mein Gespür für Mode entwickelt. Es ging los mit Zeitschriften und Shoppen und ich habe angefangen, mich für Design zu interessieren.“

Die genialste modische Erfindung sind für mich...

„...Chucks! Die sind sportlich und passen überall zu. Und ich finde es gut, dass Frauen heute genauso wie Männer Hosen tragen dürfen.“

Mein Lieblingskleidungsstück...

„...ist zurzeit ein schwarzes Kleid mit rotem Blumenmuster und bunten Aufnähern von Desigual. Mir gefällt daran, dass es nicht jeder hat. Die Aufnäher sind besonders, eine Art afrikanisches Muster."

Bei „KIKA LIVE Mein Style“ sucht das Moderatoren-Team Ben und Jess junge, talentierte Nachwuchsdesigner. Sechs Kandidaten präsentieren seit gestern Abend ihre Kollektionen. Die Sendung läuft zwei Wochen lang auf KIKA, jeweils montags bis donnerstags um 20 Uhr, und gipfelt am 28. März im großen Finale. Wer es bis dahin schafft, und vor allem wer gewinnt, entscheidet Ihr zuhause – mit Anrufen oder per Online-Voting.

Was findest Du bei Mode wichtig?

„Dass man sich darin wohlfühlt. Ich mag keine kratzigen Stoffe. Außerdem sollte man nichts tragen, nur weil es im Trend ist. Das sollte einem schon gefallen."

Wie ist die Mode, die Du entwirfst? Wie sieht sie aus, was für Stoffe benutzt Du, worauf kommt es Dir an?

„Hauptsache bunt. Alle Blautöne wie Türkis und Lila mag ich gerne. Und alle Muster! Die Stoffe, die ich verwende, sind weich und fließend – also Jersey. Ich bin eher der Hosen-Typ. Ich habe aber auch ein sportliches Kleid, eine Art Tunika, entworfen. Meistens steht mir meine Schneiderpuppe Huberta Modell – die macht das sehr gut.“

Welche Tipps hast Du für Teenager, die sich für Mode interessieren, aber nicht so viel Geld haben?

„Es ist besser, schlichte Sachen zu kaufen und die dann mit Accessoires wie Ketten aufzupeppen. Man kann mit Freundinnen eine Tauschbörse veranstalten oder in Second-Hand-Läden gehen. Das mache ich auch total gerne. Ich schneide die Klamotten dann manchmal ab und nähe sie um.“

Welcher große Designer ist Dein Vorbild?

„Coco Chanel. Ihre Mode finde ich total toll – auch wenn sie etwas ganz anderes gemacht hat als ich. Ich habe ganz viele Bücher über sie zuhause und habe viele Dokus über sie gesehen.“

Was willst Du mal beruflich machen?

„Ich bin noch nicht so festgelegt. Am liebsten was mit Kunst – Designerin oder Lehrerin. Nach meinem Abitur will ich aber auf jeden Fall erstmal eine Schneiderlehre machen.“

Was ziehst Du bei der Show an?

„Das entscheide ich spontan. Ich grübele mehr darüber, was meine Models anziehen. Was ich trage, ist Nebensache.“

Ann-Cathrin Flegler (15 Jahre)

Wann und wie bist Du das erste Mal mit der Modewelt in Berührung gekommen?

„Vorletztes Weihnachten, als mir meine Eltern eine Nähmaschine geschenkt haben. Das war eine echte Überraschung – vor allen Dingen, dass sie mir so gut gefällt!“

Wie bist Du darauf gekommen, selber was zu machen?

„Ich habe angefangen, Stoffkörbchen zu nähen. Irgendwann wollte ich auch meine eigenen Klamotten machen. Die hat dann nämlich kein anderer.“

Die genialste modische Erfindung ist für mich...

„...die Strumpfhose. Weil man damit Sommerkleider im Winter tragen kann.“

Mein Lieblingskleidungsstück...

„...ist mein altrosa ,Schlabbershirt’. Das ist ein weites Langarm-Shirt mit engen Ärmeln. Ich liebe es zum engen Rock oder zur Hose.“

Was findest Du bei Mode wichtig?

„Mode muss mir gefallen. Ich will mich nicht anpassen müssen, sondern wirklich meine Sachen tragen. Ich muss mich wohlfühlen.“

Wie ist die Mode, die Du entwirfst? Wie sieht sie aus? Und was für Stoffe benutzt Du?

„Meine Mode soll bequem sein und gut aussehen. Ich habe viele Kleider und Röcke entworfen, aber auch eine ,Schlabberhose’. Und im Gegensatz zu einer Jogginghose kann man die auch in der Schule anziehen. Mit Mustern mache ich noch nicht so viel, die meisten Sachen sind einfarbig.“

Welche Tipps hast Du für Teenager, die sich für Mode interessieren, aber nicht so viel Geld haben?

„In Secondhandläden findet man tolle Sachen. Man kann zum Beispiel eine günstige Jeansjacke kaufen und die dann mit Nieten besticken.“

Welcher große Designer ist Dein Vorbild?

„Ich habe kein direktes Vorbild. Generell bewundere ich Designer, weil sie so viele Ideen haben.“

Was willst Du mal beruflich machen?

„Ich will eine Ausbildung zur Schneiderin machen und Modedesign studieren. Am liebsten als duales Studium.“

Was ziehst Du bei der Show an?

„Auf jeden Fall ein Kleid. Ich hatte aber noch nicht so richtig Zeit, mir Gedanken zu machen.“

Pauline Stockmann (16 Jahre)

Wann und wie bist Du das erste Mal mit der Modewelt in Berührung gekommen?

„Das weiß ich nicht mehr genau. Vielleicht war es eine Zeitschrift oder Germanys Next Topmodel (lacht).“

Wie bist Du darauf gekommen, selber was zu machen?

„Das hat sich einfach ergeben. Ich wollte nähen lernen, um meine Klamotten zu verändern und selbst machen zu können. Beides hat aufeinander aufgebaut und macht mir immer noch sehr viel Spaß.“

Die genialste modische Erfindung ist für mich...

„...die Mode an sich. Aber als Kleidungsstück die Röhrenjeans, Chucks, bequeme Jacken und natürlich das Schößchen.“

Mein Lieblingskleidungsstück...

„...Uff – ich kann mich nicht entscheiden! Als Beispiel nehme ich mal meinen bunt gestreiften Pulli. Ich habe ihn drei Nummern zu groß gekauft, damit ich ihn als Kleid tragen kann. Damit er besser sitzt, tailliere ich ihn am liebsten mit meinem regenbogenfarbenen Nietengürtel. Ketten oder ausgefallene Ohrringe dürfen auch nicht fehlen, damit ich mich darin wohl fühle.“

Was findest Du bei Mode wichtig?

„Dass sie tragbar ist und einem den Spielraum lässt, sie an den eigenen Stil anzupassen.“

Wie ist die Mode, die Du entwirfst? Wie sieht sie aus? Und was für Stoffe benutzt Du?

„Die Kleidungsstücke, die ich entwerfe haben was sehr Eigenes – individuelle Schnitte, farbenfrohe und gemusterte Stoffe... Vor allem Deko-Stoffe und Tüll haben es mir angetan. Mir geht es darum, was Neues, noch nie Dagewesenes zu erschaffen.“

Welche Tipps hast Du für Teenager, die sich für Mode interessieren, aber nicht so viel Geld haben?

„Alte Klamotten mithilfe von kleinen Veränderungen anzupassen – zum Beispiel mit Bubikragen, Nieten oder Schnittveränderungen. Oder Ihr geht einfach in den Secondhandladen Eures Vertrauens. Dort findet Ihr sowohl neue Sachen, als auch Kleidung im Vintage-Stil, für wenig Geld. Oder ihr kauft euch günstig Kleidung im Internet.“

Welcher große Designer ist Dein Vorbild?

„Da gibt’s viele. Unter anderem Lena Hoschek, Gregor Marvel, Alexander McQueen, Miuccia Prada, Kobi Levi, John Galliano, Charles Frederick Worth, Henry Holland, Michael Cinco und Christian Siriano.“

Was willst Du mal beruflich machen?

„Modedesignerin werden! Und Schneiderin und Hutmacherin lernen.“

Was wirst Du bei der ersten Show tragen?

„Das entscheide ich spontan. Lasst euch überraschen.“

Rubriklistenbild: © KiKA/imago tv

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