6. September: Kämpfe-gegen-die-Prokrastination-Tag

Der tägliche Kampf gegen das Aufschieben

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Internet und Smartphone machen Prokrastination in der heutigen Zeit noch einfacher.

Von Rieke Rohlfing. Es ist Dienstagmorgen, kurz vor 10 Uhr. Ich will diesen Text schreiben. Heute ist der „Kämpfe-gegen-die-Prokrastination-Tag“ habe ich gelesen.

Eigentlich wollte ich ihn schon gestern geschrieben haben. Heute muss ich. Es läuft also wie immer.

Wie fange ich an? Oh, die Kollegin spricht mich an. Es gibt eh nicht viel zu tun. Es kann mich also nichts aufhalten! Ich fühle mich wie Superwoman.

Aber was sehe ich da? Twitterbenachrichtigung. Schnell mal nachschauen. Ein neuer Follower. Schön, denke ich mir und will schon wieder weg von Twitter. Huch, ein interessanter Tweet. Noch einer. Und noch einer. Ich scrolle weiter und versinke in der Welt von Twitter...

Halt, stop, denke ich mir nach zehn Minuten, als ich bei den Tweets von heute Nacht ankomme, die ich schon heute morgen gelesen habe. Du willst jetzt diesen Artikel schreiben! Ok, gerade hinsetzen, tief durchatmen, los!

Prokrastination: Das Aufschieben von Aufgaben, indem andere, meist unnötige Dinge erledigt werden.

Grummel. Mein Magen knurrt und unterbricht meinen Schreibfluss. Ich muss etwas essen. Das Frühstück ist schnell ausgepackt, nebenbei kann ich trotzdem schreiben. Oh, eine Benachrichtigung bei Facebook. Mein Kopf sagt mir, dass ich weiter schreiben sollte. Aber meine Neugier siegt. Natürlich ist es nichts Spannendes. Aber, oh, ein Post von meinem Lieblingssportler! Und darunter noch eine Frage in einer Studentengruppe. Schnell antworten. Während ich esse, scrolle ich weiter. Schreiben geht mit einer Hand eh nicht gut.

Stop, heute ist der KÄMPFE-gegen-die-Prokrastination-Tag! Du musst kämpfen! Kämpfen!

Ich schreibe also gut gestärkt und informiert weiter. Und schaffe es. Naja, fast. Ein paar kleine Ich-schau-mal-kurz-auf-kreiszeitung.de-, Schreib-mal-bitte-eine-Polizeimeldung- und Ich-muss-auf-die-Toilette-Pausen waren dabei. Aber, dass ihr diesen Artikel jetzt lesen könnt, zeigt, dass ich es geschafft habe. Ich habe gegen die Prokrastination gesiegt!

Ich bin nicht die einzige, die immer wieder mit der Aufschieberitis zu kämpfen hat. Die typische Studentenkrankheit betrifft wahrscheinlich nicht nur diese, sondern alle Altersgruppen. Etwa 20 % der Bevölkerung soll an Prokrastination leiden. Eine große Zahl. Im Netz sorgen Situationen wie das plötzliche Kühlschrank saubermachen immer wieder für Lacher. Und für manche scheint das tägliche Aufschieben zu einem Lebensmotto geworden zu sein:

Und der Prokrastination wurde ein ganzes Lied gewidmet:

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