Interview

Ein Star im Netz

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Er ist jung, hübsch und ein Star. 80.000 Menschen wollen wissen, was er als Nächstes macht. Dabei ist Jonas gerade 17 Jahre alt und geht noch zur Schule. Sein Hobby macht ihn schon jetzt zu einer kleinen Berühmtheit.

Von Marcel Kloth (18 Jahre) aus Syke und Phillip Syvarth (18 Jahre) aus Bassum

Jonas ist gerade mal 17 Jahre alt, doch auf YouTube ist er schon ein Star. Mehr als 80.000 Abonnenten verfolgen seinen Kanal „uFoneTV“ auf dem Videoportal und schauen seine selbst gemachten Filme. In seiner Heimatstadt Köln wird er sogar häufig auf der Straße erkannt. Wie er zu seinem Hobby gekommen ist und warum ihm seine Privatsphäre bei dem Trubel dennoch extrem wichtig ist, verrät Jonas im Interview.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, eigene Videos zu produzieren? 

 „Alles begann damit, dass ein Kumpel und ich aus Spaß bescheuerte Videos hochgeladen haben. Im Laufe der Zeit hat es sich ergeben, dass ich zwei bis drei Mal die Woche ein Video auf meinem Kanal bei YouTube uploade.“

Was ist Dein Konzept? „Ich versuche generell Videos zu machen, von denen ich denke, dass sie lustig und unterhaltsam sind und die Leute darüber lachen können. Ab und zu mache ich auch mal was Ernsteres. Das hängt aber ganz davon ab, wie ich gerade drauf bin und wozu ich Lust habe. Generell ist meine wichtigste Videoproduktions-Philosophie: Mache nur das Video, worauf Du gerade Lust hast. Alles andere ist Unsinn!“

Du hast aktuell auch ein ernstes Video mit dem Titel „Mobbing und Homosexualität“. Willst Du Deine Aufmerksamkeit auch nutzen, um Leuten die Augen zu öffnen?  „Genau das ist es. In Zukunft sollen noch mehr solche Videos und vor allem Aufrufe zu gemeinnützigen Spendenaktionen kommen. Wenn man seine wachsende Reichweite für sowas verwenden kann, wird sie meiner Meinung nach mit Abstand am besten genutzt.“

Wer sind Deine Fans?  „Zu 73 Prozent sind das Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Ansonsten vor allem jugendliche Jungs. Ältere Personen schauen meine Videos eher weniger.“

Dann bist Du ja ein richtiger Mädchenschwarm im Internet. Haben Fans Chancen bei Dir? Oder hast Du eine Freundin? „Ich habe keine Freundin, aber selbst wenn ich eine hätte, würde ich das nicht öffentlich bekanntgeben. Sowas muss definitiv stark voneinander getrennt werden. Ich habe da leider schon viele negative Sachen erlebt.“

Gab es Eingriffe in Deine Privatsphäre? „Ja. Ich wurde mal auf meinem Privat-Telefon angerufen und gefragt, wann ich mal ein Fantreffen mache. Dass jemand soweit geht und nach meinem vollen Namen sowie der Telefonnummer sucht, ist irgendwie unheimlich und gleichzeitig ärgert es mich wirklich.“

Wurdest Du auch schon auf der Straße erkannt?  „Fast jedes Mal, wenn ich in Köln bin. Die Fans fragen aber meistens nur, ob ich Jonas bin und rennen lachend weg. Die sind alle noch viel schüchterner als ich.“

Bist Du in Deinen Videos so wie sonst auch oder künstlich aufgedreht?  „Mit den richtigen Leuten bin ich so wie in meinen Videos. In der Schule oder in der Öffentlichkeit bin ich aber natürlich nicht so aufgedreht und zappelig.“

Was machst Du neben Deinen Videos?  "Als erstes den Vollzeitjob: die Schule. Mein Nachmittag besteht dann generell aus Lernen, mit Freunden treffen, Videos drehen, Programmieren, Zocken oder Tischtennisspielen. Nebenbei mache ich momentan noch den Führerschein. Außerdem muss mein Hund regelmäßig ausgeführt werden. Ich habe also eine ganz schön volle Woche!“

Was sagen Deine Familie und Freunde zu Deinem Hobby? „Ein Großteil meiner Freunde schaut meine Videos, und die finden es auch fast alle lustig. Meine Familie ist generell eher neutral eingestellt.“

Du hast Deine ersten Filme inzwischen aus dem Netz genommen. Warum?  „Ich finde meine alten Videos nicht mehr wirklich gut – der Humor ist irgendwie seltsam und die Qualität war nicht so toll.“

Der Vorspann und die ganzen Effekte sehen bei Dir schon ziemlich professionell aus. Machst Du das alles selber? „Ja. Es ist mir auch sehr wichtig, dass ich so viel wie möglich selbst mache. Wenn das jetzt alles jemand anderes übernehmen würde, hätte ich an der ganzen Sache gar keinen Spaß mehr.“

Bist Du auf dem Weg dahin, hauptberuflich YouTuber zu werden oder bleibt das ein Hobby? „Ein Hobby – YouTube soll niemals mein Hauptberuf werden. Da suche ich im Moment eher nach einer Schnittstelle zwischen Bio und Informatik.“

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