Die guten alten Zeiten

30 Jahre Internet: Mi$$ YoU, LimeWire und ICQ!

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Hach, LimeWire!

Dieses verdammte Internetz ist wirklich hartnäckig – am Dienstag feiert es schon seinen 30. Geburtstag! Mittlerweile kriegen wir ja schon einen Nervenzusammenbruch, wenn sich der Router nicht in 0,00001 Sekunden mit dem Handy verbindet. Aber wie war das eigentlich früher? Einfach mega!

Von Mara Schumacher. Kaum vorstellbar, aber es gab tatsächlich Zeiten ohne Internet. Oftmals auch, weil unsere Eltern kein Geld dafür ausgeben wollten: „Wir brauchen kein Internet, wir haben ein Telefon“. Alles klar. So musste sich der Offline-Teenager irgendwie anders die Zeit am Computer vertreiben. Und das ging so:

  • Statt Wikipedia war „Die große Enzyklopädie“ auf CD-ROM angesagt. Für 50 Mark. 
  • Damals gab es auch einfach die besten Games auf CD-ROM, zum Beispiel Kommissar Kugelblitz!
  • Das beste Ballerspiel war ganz klar Moorhuhn. Erinnert ihr euch noch, wenn das große Boss-Huhn am Bildschirmrand auftauchte und ihr mega viele Punkte machen konntet? Adrenalin!
  • Paint war eine super Sache, um Quadrate zu ziehen und sie mit allen möglichen Farben auszufüllen. Das Kunstwerk wurde dann gerne mal in Farbe ausgedruckt, um möglichst viel Druckerpatrone zu verschwenden.

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  • Minesweeper (was kein Mensch jemals verstanden hat) und Pinball waren eine super Option, um sich selbst von seinen nicht erledigten Hausaufgaben abzulenken.
  • Und wenn gar nichts los war, hat man einfach alle möglichen Bildschirmschoner ausprobiert und sie stundenlang angestarrt. Wie befriedigend (Das Labyrinth von Windows war am besten!).

Der naive Teenager und die Viren

Irgendwann wurde den Eltern aber bewusst, dass es ohne Internet  nicht mehr geht, weil jeder diesen neumodischen Kram hat und man nun Wegbeschreibungen bei diesem Google ausdrucken kann.

Dann ging es los – die unendlichen Weiten und Tiefen des Internets wurden erforscht. Und das ging so:

  • Wir haben „LimeWire“ für uns entdeckt und wild drauf los gedownloadet. Unendlich viel kostenlose Musik runterladen, die fremde Leute hochgeladen haben? Geil, dachte sich unser naives Teenager-Ich. Leider hat es meistens fünf Stunden gedauert, bis „lose_yourself_eminem_42zw3mp3.“ endlich auf der Festplatte war. Und dann mussten wir auch noch feststellen, dass es sich bei dem Song um eine schrumpelige Radio-Aufnahme handelte. Bei „LimeWire“ gab es kostenlos immer ein riesiges Viren-Arsenal mit dazu, das unseren PC gerne mal zerstört hat. Aber och, machte doch nix.
  • Genauso verhielt es sich mit diversen Film-Plattformen (Ja komm, da haben wir alle mal rumgesucht). Statt „American Pie“ landete dann unter Umständen mal ein asiatischer Porno auf der Festplatte. Och, da haben wir uns auch nichts weiter bei gedacht.
  • Wenn wir nach zwei Tagen endlich zwei Songs runtergeladen hatten, zogen wir unsere coole Mucke auf unseren noch cooleren MP3-Player (Speicherkapazität: 20 Songs), um im Schulbus Avril Lavigne zu hören, um wiederum nicht mit anderen Leuten reden zu müssen. 

„Bin kurz AFK“

  • Das Sinnbild des damaligen Internets ist und bleibt natürlich ICQ! Das „AH OH“ klingelt immer noch in den Ohren. Hach, jetzt ‘ne Runde Zoopaloola und sich coole Away-Messages ausdenken – das wäre doch ‘ne nette Auszeit vom Alltag. „Bin kurz AFK“.
  • Einfach weil wir es konnten, hatten wir natürlich auch einen MSN-Account. Das war aber nur so semi-cool, weil unser einziger Kontakt dort der 13-jährige Pedro war, den wir mal im Spanienurlaub mit den Eltern kennengelernt hatten. Adios, Amor!

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  • Was natürlich überhaupt nicht fehlen durfte, war ein MySpace-Profil. Ganz ehrlich, MySpace war die Visitenkarte unseres Daseins. Mit einem Profil-Song (beliebt: Irgendwas von „Good Charlotte“), eigenem Design und unserem ersten (und einzigen) Freund TOM! Okay, ein paar komische fremde Freunde hatten wir natürlich auch noch.
  • Ganz neumodische Freunde hatten früher auch schon Facebook. Das waren immer die, die für ein halbes Jahr in den USA waren und alles uncool und scheiße fanden, sobald sie wieder zuhause waren. „Boa Leute, MySpace? SchülerVZ? Echt jetzt? Wie uncool!“

Gruscheln und Buschfunk

  • Von wegen! SchülerVZ war der Burner! Nirgendwo konnte man Gruscheln und den Buschfunk nutzen (klingt heutzutage leicht anzüglich). Außerdem fühlte man dort einen riesigen Stolz, wenn einem jemand etwas auf die „Pinni“ geschrieben hatte: „Hey, was haben wir in Mathe auf?“ Und die Gruppen erst: „Du bist nicht voll porno. Du bist Heimatfilm.“ Joooo. SchülerVZ war auch ein guter Ort, um völlig naiv einfach alles von sich preiszugeben. Wohnort und Telefonnummer sind bestimmt voll sicher in diesem Internet.
  • Von Youtube wollten wir damals auch noch nix wissen. Der ultimative Scheiß hieß MyVideo! Dort haben wir meistens alte Clips von TV Total geguckt und uns gefreut. Ja, so einfach waren wir damals glücklich. Ganz ohne Youtuber und sowas.

Trotzdem liebes, tolles Internet, herzlichen Glückwunsch zum 30.! Auf die nächsten dreißig Jahre  – und bring uns endlich SchülerVZ zurück! XOXO, MI$s Yu!

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