„Ist das denn nicht gefährlich?“

Trapezkünstlerin Mareike Koch

Bremen – „Ist das nicht gefährlich?“, wird Mareike Koch immer wieder gefragt. Eine berechtigte Frage, wenn man zusieht, wie die 25-Jährige in sechs Metern Höhe an ihrem Trapez durch die Luft wirbelt, über Kopf hängt und in den Spagat geht. Aber die junge Artistin lächelt nur.

„Nicht gefährlicher, als über die Straße zu gehen“, antwortet sie. Mareike weiß, was sie sich in der Luft zutrauen kann: „Ich experimentiere beim Training. Da hänge ich nicht so hoch über dem Boden und habe eine dicke Matte unter mir.“ Für den Auftritt muss ihre Nummer ausgefeilt sein.

Angst hat Mareike nie, wenn sie sich auf sechs Meter Höhe heraufziehen lässt, ungesichert und mit nur einer dünnen Gummimatte als Puffer auf dem harten Boden. „Ich habe mir einmal beim Training den Arm gebrochen“, gibt sie dann doch zu, dass das Verletzungsrisiko bei ihrem Job schon etwas höher ist als für einen Büroangestellten. „Aber bei einem Auftritt bin ich noch nie gefallen.“ Und das in 17 Jahren – Mareike trainiert nämlich seit ihrem achten Lebensjahr am Trapez.

„Angefangen hab ich bei einem Kinderzirkus in Bremen. Das war Hobby und Leidenschaft – bis ich dann nach dem Abi mit 19 auf die Artistenschule gegangen bin. Das war ‘ne große Umstellung. Das Training war richtig hart. Ich hatte die ersten drei Monate lang durchgehend Muskelkater“, erinnert sich Mareike lachend. „Aber ich hab nie daran gezweifelt, dass ich’s packen werde.“

Mittlerweile ist die 25-Jährige mit ihrem Trapez schon durch ganz Deutschland und auch auf fremden Kontinenten getourt. „Das spannendste Erlebnis war ein Festival in Simbabwe im Süden von Afrika“, erzählt die gebürtige Bremerin. „Die Atmosphäre war unbeschreiblich. Künstler aus aller Welt waren da. Und das Publikum, also die Menschen, die dort leben, waren einfach toll. So fröhlich und offen – und das, obwohl die meisten in ärmlichen Verhältnissen leben.“

Als Trapezkünstlerin führt Mareike die meiste Zeit ein Nomadenleben. Sie hat zwar einen festen Wohnsitz in Berlin, wo sie an der staatlichen Artistenschule auch ihre Ausbildung absolviert hat. Aber sie ist oft unterwegs – manchmal tage-, wochen- oder sogar monatelang. Immer wieder neue Orte und neue Menschen lernt sie bei ihren Auftritten kennen. Und „das finde ich so toll an dem Job“, schwärmt Mareike.

„Ich liebe es, zu reisen und fremde Kulturen kennenzulernen. Deshalb trete ich besonders gerne im Ausland auf.“ Zum Beispiel beim „Fringe“-Festival in Edinburgh. Und beim Internationalen Theaterfestival in Rumänien. Und sogar in einem Nobel-Hotel in Dubai. Allerdings vermisst Mareike, vor allem, wenn sie lange weg ist, ihre Freunde und die Familie in Bremen. „Es war so schön, dass ich gerade zwei Monate lang bei den Shows im ,Palais am Park’ auftreten konnte“, freut sich Mareike über das erste „Heimspiel“ ihrer Artistenkarriere und hofft auf mehr solcher Auftritte in ihrer Heimatstadt. „Da konnte ich auch endlich mal wieder mit Freunden ins Weserstadion gehen“, sagt der Werder-Fan begeistert.

Jetzt geht es für Mareike erst mal wieder zurück nach Berlin. „Ich werde mich ein bisschen ausruhen, natürlich trainieren und mit einer Freundin an einer Duo-Nummer am Trapez arbeiten“, erzählt die Artistin von ihrem nächsten Vorhaben. Ab Mai ist sie dann zwei Monate lang im GOP-Varieté-Theater in Münster zu sehen.

Mareike macht ihren Job aus Leidenschaft. Sie weiß allerdings, dass sie nicht ihr ganzes Leben lang am Trapez turnen kann. „Aber ein paar Jahre bleiben mir noch“, lächelt die 25-Jährige. Für später kann sie sich vorstellen, im Künstlermanagement zu arbeiten.

Anja Nosthoff (25 Jahre) aus Heiligenfelde

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