Sänger Nick Howard im Interview:

"Danke, Deutschland"

+
Nick Howard

Nick Howard wollte mehr sein als der Gewinner irgendeiner Castingshow. Sieht so aus, als hätte der Sänger das geschafft. Die chili-Autoren Marcel Kloth und Phillip Syvarth haben ihn interviewt.

Nick Howard war 18 Monate ununterbrochen unterwegs. Mehr als 300 Konzerte hat er in Europa und den USA gespielt. Gerade hat der 2012-Gewinner von „The Voice of Germany“ sein viertes Album rausgebracht: „Living in Stereo“. Und eins fiel uns beim Hören sofort auf: Der Musikstil des Briten hat sich verändert. Warum, wollten wir wissen und haben ihn für Euch interviewt.

 Von Marcel Kloth (18 Jahre) aus Syke und Phillip Syvarth  (18 Jahre) aus Bassum

Hallo Nick, Du warst bei uns bisher immer als nachdenklicher, eher melancholischer Musiker abgespeichert. Wie kommt’s, dass Dein neues Album so fröhlich geworden ist? 

Nick (lacht): „Ich vermute, das liegt daran, dass ich aktuell einfach nur glücklich bin. Die anderen drei Alben waren von Folk und Singer-Songwriter-Stil geprägt. Sie haben meinen damaligen Standpunkt im Leben gezeigt. In den letzten zwei Jahren hatte ich großartige Erlebnisse und habe es tatsächlich geschafft, etwas Erfolg zu haben. Also konnte ich ein Album schreiben, auf das ich wirklich Lust hatte und dessen Hauptziel es war, einfach nur Spaß zu haben. Ich wollte ein schnelles, aufregendes Album machen, das trotzdem zu mir passt. Die Leute sollten sehen, dass ich ganz viele verschiedene Facetten habe, ich wollte eine neue Seite von mir zeigen. Musik ist wie eine Therapie für mich.“

Welcher Deiner Songs gefällt Dir selbst am besten?

„,Life is great’ auf dem neuen Album. Der handelt davon, betrunken zu sein und Spaß zu haben – damit habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht... (lacht)“

Erinnerst Du Dich noch an den Moment, als zum ersten Mal öffentlich Songs von Dir gespielt wurden?

„Ja – das war 2009. Da habe ich zum ersten Mal einen Song von mir in einer amerikanischen Serie gehört. Großartig! Daraufhin habe ich die Serie noch mal mit all meinen Freunden zusammen geschaut und eine Party gefeiert. Das Fernsehen erreicht eine große Zielgruppe, und plötzlich hatte ich meine erste Fanbase!“

Du hast Konzerte auf der ganzen Welt gespielt. Unterscheidet sich das deutsche Publikum von den Fans in anderen Ländern?

„Das deutsche Publikum war das erste, das meine Musik unterstützt hat und schon vor ,The Voice’ zu meinen Konzerten gegangen ist. Darum habe ich zu ihm eine besondere Beziehung. Auch wenn Musik eine gemeinsame Sprache ist, die in allen Ländern verstanden wird – ich bin den deutschen Fans dankbar, weil sie mir und meiner Musik als erste von allen wirklich eine Chance gegeben haben.“

Vermisst Du Dein Zuhause und New York, wenn Du so viel tourst?

„Ja, das tue ich. New York war ein gutes Training, wie das Leben als Musiker ist. Die Stadt ist super, ich habe dort viele kleine Auftritte gespielt. Ich bin aber glücklich, jetzt die Chance zu haben, auf der ganzen Welt Konzerte zu spielen. Und ich habe überall Freunde und Familie – also kann häufig jemand mit mir auf Tour kommen.“

Wie hast Du es eigentlich geschafft, in zwei Monaten so gut Deutsch zu lernen?

„Ich hab mein Bestes gegeben! Ich war an einem Punkt in meiner Karriere, an dem was Großes passieren musste. ,The Voice’ sah nach einer großen Chance aus. Anfangs war mein Deutsch nicht so gut. Aber ich habe im Laufe der Show hart gearbeitet und kann’s inzwischen ganz gut. Und es hat Spaß gemacht, diese Sprache zu lernen.“

Hast du noch Kontakt zu Deinem Coach Rea Garvey?

„Ja. Weil wir beide viel auf Tour sind, sehen wir uns nur selten, aber ich hoffe, ihn in Berlin mal wiederzusehen.“

Du hast ein eigenes Label gegründet. Was hat Dich dazu gebracht?

„Ich wollte schon immer unabhängig sein und habe mit großen Plattenfirmen Erfahrungen gemacht, mit denen ich nicht einverstanden war. Darum habe ich ,Satelite Music’ gegründet. Es ist zwar viel harte Arbeit, dafür kann man aber selber die Entscheidungen treffen. In großen Plattenfirmen geht es halt oft nur darum, in kurzer Zeit viel Gewinn zu machen. Es wird nicht nachhaltig in die Zukunft gedacht. Das entspricht nicht meiner Arbeitsphilosophie.“

Wie denkst Du heute über Castingshows?

„Ich habe vor ,The Voice’ ja schon seit vielen Jahren Musik gemacht, darum war ich aufs Showbusiness vorbereitet. Castingshows bieten eine gute Chance, vor großem Publikum zu performen. Unglücklicherweise hab ich jetzt aber in Deutschland den Stempel eines Castingshow-Gewinners. Ich musste erst mal beweisen, dass ich jetzt ein richtiger Musiker bin. Darum hab ich so viele Konzerte gespielt. Ich werde jetzt von mehreren Radiosendern gespielt und bin auch zwei Jahre nach ,The Voice’ noch präsent. Aber man muss bereit sein, nach dem Ende der Show wirklich hart zu arbeiten. Jedenfalls danke ich allen meinen deutschen Fans für die Unterstützung – ich kann es kaum erwarten, im Herbst wieder auf Tour in Deutschland zu gehen!“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

Klopapier-Hamsterkäufe: Nur den eigenen Arsch retten

Klopapier-Hamsterkäufe: Nur den eigenen Arsch retten

WhatsApp startet neue Funktion gegen Fake-News zu Corona

WhatsApp startet neue Funktion gegen Fake-News zu Corona

Kommentare