"Hinterher ist man oft selbst das Biest"

Gina Christin Scharrelmann

Schauspielerin Gina Christin (16) lässt andere nicht im Stich. Warum das so ist, erzählt sie im chili-Interview

Von Anne Schmidtke  - Obwohl sie schon Schulferien hat, ist die 16-jährige Gina Christin Scharrelmann  viel beschäftigt. Die leidenschaftliche Sängerin aus Bramstedt, die am liebsten Pop-Titel oder Musical-Stücke interpretiert, feilt gerade an ihrer musikalischen Karriere. Gina Christin hat bereits an zahlreichen Gesangswettbewerben teilgenommen und ist beispielsweise in den Castingshows „The winner is...“ und „Rising Star“ aufgetreten. Der nächste Fernsehauftritt soll bald folgen.

Dass sie auch schauspielerische Fähigkeiten hat, beweist sie in dem Film „Summer of Dreams“. In dem Film verkörpert sie Skylla Wulfman – die Tochter einer berühmten Designerin, die in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Mutter treten möchte. Trotz ihres vollen Terminkalenders nahm sie sich für ein Interview mit chili-Volontärin Anne Schmidtke Zeit.

Hallo Gina Christin, wodurch zeichnet sich Deine Filmrolle aus?

„Skylla schneidert ihre außergewöhnlichen Klamotten gerne selbst. In einer Szene trägt sie während einer Cabriofahrt einen komischen kleinen Hut. (lacht) Skylla ist die ,Designerin der Schule’ und dementsprechend zickig. Außerdem mag sie Milla überhaupt nicht, weil sie ihren Kleidungsstil blöd findet.“

Würdest Du mit Skylla tauschen wollen?

„Neee. (lacht) Klar, wäre ich gerne mal reich und hätte eine berühmte Designerin zur Mutter. Aber tauschen möchte ich trotzdem nicht. Skylla passt nicht zu mir. Ich bin offen und versuche keine Voruteile zu haben. Außerdem kann ich schnell Freundschaften schließen. Ich bin keine, die mit einer Abwehrhaltung an eine Sache rangeht.“

Welche Erfahrungen hast Du denn bisher mit Mobbing gemacht? 

„Bisher bin ich zum Glück vom Mobbing verschont geblieben. Aber ich habe leider schon oft erlebt, wie andere gemobbt wurden, zum Beispiel ein Mädchen aus meiner Klasse.“

Warum wurde gerade dieses Mädchen gemobbt? 

„Sie wurde hauptsächlich wegen ihres sehr außergewöhnlichen Klamottenstils gemobbt. Viele Jungs konnten damit überhaupt nicht umgehen. Sie sind ständig darauf rumgeritten und haben das Mädchen fertig gemacht. Ich habe versucht, ihr zu helfen, weil sie in der Regel total nett war. Doch manchmal hat sie auch ganz schön rumgezickt. Dann war es schwer für mich, ihre teilweise gemeinen Sprüche zu ertragen. Vor allem, weil ich ja eigentlich nur Gutes für sie wollte.“

Wie hilfst Du Opfern von Mobbing-Atacken?

„Ich versuche, mit denen Kontakt aufzunehmen. Ich bin auch jemand, der gerne einschreitet. Ich kann mich an eine Situation erinnern, wo ein kleiner Junge mit runtergerutschter Hose hilflos auf dem Boden lag. Das kann ich gar nicht mitansehen. Ich habe zu den anderen gesagt, dass sie aufhören sollen – und es hat geklappt. Leider ist man oft, obwohl man was Gutes getan hat, hinterher das Biest. Der Junge hat sich nicht mal bedankt und ist einfach weggerannt – wahrscheinlich hatte er auch Angst vor mir.“

Welche Personen werden Deiner Meinung nach mehr gemobbt als andere und warum?

„Ich denke, dass vor allem Leute, die sich nicht gerne anpassen, die sich von der Masse abgrenzen, gemobbt werden. Normalerweise hat man eine Jeans und ein T-Shirt an. Wenn dann jemand kommt, der einen Nietenrock trägt, ist das für einige Personen schwierig, zu akzeptieren. Andere werden gemobbt, weil sie hübsch sind. Viele sind neidisch auf so eine Figur. Aber auch wenn man dick ist, hat man es nicht leicht. Dann tuscheln und reden viele über einen. So sind die Menschen halt. Das ist zwar falsch, gehört aber leider zu unserem Leben dazu.“

Wie kann man sich vor Mobbing schützen?

„Ich glaube, dass man sich davor nicht wirklich schützen kann. Man sollte sein Leben so leben, wie man es will. Jeder hat was Spezielles, Einzigartiges an sich, was er auch zeigen sollte. Man sollte sich nicht nur anpassen, um eventuellen Mobbing-Attacken aus dem Weg zu gehen.“

Wer Gina Christin live erleben möchte, der sollte heute um 15.30 Uhr ins Syker Hansa Kino kommen. Die 16-Jährige, die gerade ihren Realschulabschluss in der Tasche hat und demnächst aufs Syker Fachgymnasium geht, wird einige Lieder zum Besten geben und während der Filmvorführung da sein.

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