AElement spielen Samstag bei "AufMUCKEn gegen Rechts" - ein Interview:

„Aufwachsen in Weyhe – das ist Leben am Limit!"

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AElement

Sie sind in der Musikszene längst kein Geheimtipp mehr. Vier von ihnen kommen aus Weyhe. Klar, dass "AElement" am Samstag bei "AufMUCKEn gegen Rechts" nicht fehlen dürfen. Wir haben die Band für Euch interviewt.

Von Marcel Kloth (18 Jahre) aus Syke und Phillip Syvarth  (18 Jahre) aus Bassum - Sie sind in der Musikszene längst kein Geheimtipp mehr. Vier von ihnen kommen aus Weyhe. Klar, dass "AElement" am Samstag bei "AufMUCKEn gegen Rechts" nicht fehlen dürfen. Wir haben die Band vor dem Auftritt für Euch interviewt. Los gehts:

Halllo Jungs, viele hier aus der Gegend kennen Euch zwar schon. Aber könnt Ihr Euch denen, die noch nix von Euch gehört haben, noch mal vorstellen?

Stunnah: Klar, ich bin Stunnah, komme aus Bremen, mache die Raps und schreibe an den Texten mit.

Malte: Ich heiße Malte, komme aus Weyhe, spiele Gitarre und bin für die Produktion und Aufnahmen zuständig.

Stef: Ich bin Stef aus Weyhe und der Schlagzeuger.

Björn: Ich bin Björn, komme auch aus Weyhe und spiele Gitarre.

Stefan: Ich bin Stefan, komme aus Weyhe und bin für Gesang, Songwriting und teilweise Bass zuständig.

Genzo: Ich bin aus Bremen und der Synth-Macker.

Ihr seid in der deutschen Musikszene schon mehr als nur ein Geheimtipp. Am 23. Juli tretet Ihr auf der „Breminale“ auf, am Samstag spielt Ihr bei „AufMUCKEn“ in Weyhe, wo die meisten von Euch auch herkommen. Wie war es, hier in Weyhe aufzuwachsen?

Genzo: Langweilig!

Stunnah: Richtig hart! Leben am Limit!

Stefan (lacht): Bis auf Genzo und Stunnah kommen wir alle aus Weyhe – und sind begeistert davon! Nur die beiden Bremer sind anti.

Malte: ...Die denken immer, wir hätten hier noch nicht mal fließendes Wasser. Dabei haben wir’s wirklich gut. Es ist ruhig, und Bremen ist nicht weit weg. 1A-Gegend!

Wie ist die Band entstanden? Seid Ihr alte Freunde?

Malte: Ja, wir kennen uns teilweise schon sehr lange und sind gut befreundet. Björn, Stef, Stefan und ich haben zusammen in der Band „Scumpies“ gespielt. Durch meinen Arbeitskollegen Quincee haben wir Stunnah und Genzo kennengelernt.

Stunnah: Das war 2011 in unserer Findungsphase. Richtig angefangen mit der aktuellen Besetzung haben wir im Januar 2013.

Was für Ziele hattet Ihr bei der Bandgründung? Und wie haben sich diese Ziele seitdem verändert?

Stefan: Als wir die EP rausgebracht und die ersten Sachen ins Internet gestellt haben, wollten wir damit so viele Leute wie möglich erreichen. Wir wollten interessante Kontakte zu Managern und Booking-Agenturen knüpfen, um an ein Label zu kommen. Wir wollten mit unserer Musik erfolgreich werden. Sie nicht nur als Hobby ansehen. Möglichst viele Auftritte spielen. Und an diesen Zielen hat sich bis heute nicht viel verändert.

Stunnah: Durch den „New Music Award 2013“, an dem wir teilgenommen haben, wurden wir oft auf „Bremen Vier“ gespielt, das ist für eine neue Band echt ein Vorteil.

Stefan: Seitdem wissen wir, dass unsere Musik bei den Leuten ankommt.

Welcher von Euren Song kommt am besten an?

Stefan: Das ist skurril, auf unserer EP gibt’s ein Lied, das kommt sowohl bei unseren Eltern als auch beim vierjährigen Sohn eines Arbeitskollegen richtig gut an. Der Song heißt „Nightfall“ und ist auch unser persönlicher Favorit.

Warum heißt die Band eigentlich „AElement“?

Malte: Da haben wir irre lange drüber nachgedacht!

Stef: Wir hatten eine Liste mit über 30 Namen. Wir wollten einen englischen Namen, und außerdem sollte unsere Musik durch den Titel dargestellt werden. Wir mixen akustische Instrumente mit Elektronik, da haben wir gedacht: „Acoustic Elements“ wäre ganz cool. Das klingt aber scheiße, also ist nur das A geblieben.

Malte: Das spricht man nicht mit – wie bei „Aerosmith“.

Björn: Der Name sollte auch cool aussehen und trotzdem ein bisschen deutsch klingen. Und nur aus einem Wort bestehen und einfach zu merken sein.

Stunnah: Bei Line-ups, die alphabetisch geordnet sind, stehen wir damit immer ganz weit oben. Ob das geplant oder bloß ein positiver Nebeneffekt war, wissen wir bis heute nicht.

In welches Genre ordnet Ihr Euch musikalisch ein?

Stefan: Wir versuchen, zwei große Genres zu verbinden, wollen dabei aber eine eigene Richtung finden.

Stunnah: Der Überbegriff wäre Alternative, es ist ja Rock mit elektronischen Einflüssen. Wir kombinieren die klassische Rockband mit einem Drum & Bass-Gespann aus DJ und MC, dem Rapper und der Dubstep-Szene.

Wovon handeln Eure Texte?

Björn: Die Inhalte der Songs für unser neues Album sollen etwas abstrakter werden. Wie in der Popmusik üblich, kann jeder seine eigene Interpretation in die Texte schießen.

Malte: Solche Texte hab ich vorher nicht geschrieben, dabei hat Stefan mir geholfen. Wir beide schreiben die Texte zusammen. Eigene Erfahrungen fließen da natürlich immer mit ein.

Stefan: Ab und zu erzählen wir auch mal eine Geschichte.

Warum schreibt Ihr Eure Texte auf Englisch?

Malte: Aus dem Wunsch heraus, auch international anzukommen. Drum & Bass ist ja vor allem in England verbreitet. Darum.

Stunnah: Unsere Mucke ist ja auch zum Tanzen da, das fanden wir mit deutschen Texten uncool.

Malte: Auf unserem Album, an dem wir gerade arbeiten, wird ein deutscher Track sein. Aber grundsätzlich bleibt’s erst mal bei Englisch.

Erzählt doch mal was über den Entwicklungsprozess Eures ersten Albums!

Malte: Wir planen die Veröffentlichung für Februar/März...

Björn: ... Und vorher gibt es immer einen Promo-Zeitraum von etwa drei Monaten. Man muss dafür den richtigen Zeitpunkt auswählen. Im Sommer ist es wegen der vielen Festivals nicht ideal.

VERLOSUNG: Wir verlosen die EP „Prototypes & Breakdowns“ von „AElement“ dreimal unter allen chili-Lesern, die bis Samstag, 19.7, 20 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „AElement“ an chili@ kreiszeitung.de schicken. Namen, Alter und Adresse nicht vergessen.

Stefan: Man darf sich zeitlich auch nicht mit Alben von großen Bands wie „Linkin Park“ in die Quere kommen, weil solche Bands dann die komplette Promo einnehmen. Außerdem muss das Album gepresst und die CD gemastert werden.... So ist man schnell bei einem halben Jahr. Es dauert auch lange, ein Label zu finden. Und wenn von da ein „Interessant“ zurückkommt, dann macht man ‘nen Luftsprung!

Ihr finanziert Euer Album teilweise über Crowdfunding, wie ist die Idee dazu entstanden?

Malte: Die Frau von Genzo hat uns auf die Idee gebracht. Die kennt sich gut im Mediendschungel aus. Wenn ein vernünftiges Album entstehen soll, muss relativ viel Geld in die Hand genommen werden. Wir wollten die gleichen Standards haben wie die großen Bands. Presse, Anzeigen, das ganze Programm. Gerade, wenn es um Promotion geht, reden wir von hohem Summen. Wir haben einen Bedarf von etwa 15.000 Euro, davon wurden 8.000 Euro über Crowdfunding finanziert.

Stefan: Gerade das Internet ist ein wichtiger Weg zur Promo in der heutigen Zeit. Dazu kommen Radio, Zeitschriften, evtentuell sogar Fernsehen, das kostet alles viel Geld. Wir wollen möglichst viele Menschen mit unserer Musik erreichen.

Stef: Am Crowdfunding hat uns gefallen, dass jeder, der uns Geld gegeben hat, etwas dafür zurückbekommen hat - zum Beispiel eine signierte CD.

Wir haben Euer Video zu „Lost Signal“ gesehen. Wie wurde das produziert? Und wie war es, als Musiker zu schauspielern?

Stefan: Kalt! Das Video ist im Keller vom „Aladin“ in Bremen entstanden. Es war Winter, minus vier Grad, aber ich durfte im Video keine Jacke tragen. Ich lag den ganzen Tag nur auf dem kalten Boden.

Stef: Wir mussten ihn dreckig machen und ihn über den gefrorenen Boden ziehen – voll abgefahren. Also: Sein Leiden war echt!

Stefan: Ja! Und der Raum sah aus wie ein altes Badezimmer. Mit dem Blut an den Wänden sah das aus wie im Horrorfilm „Saw“.

Björn: Marian Steckling hat das Video produziert. Super Mann – er kommt auch ursprünglich aus Weyhe!

Stefan: Der Dreh zu „Nightfall“ war nicht so anstrengend, wir mussten bloß den ganzen Tag das gleiche Lied spielen – so 40 oder 50 Mal . Das wurde dann immer von verschiedenen Kameraperspektiven aus gefilmt und später zusammengeschnitten. Jörn Steinhoff aus Bremen hat dieses Video gedreht.

Samstag spielt Ihr vor großem Publikum auf dem Markplatz in Kirchweyhe. Wie und wo war Euer allererster Auftritt?

AELEMENT LIVE:

19.7. Weyhe , Aufmucken gegen Rechts-Festival

23.7. Bremen , Breminale

1.8. Elend (bei Sorge) , Rocken am Brocken-Festival

9.8. Tarmstedt , Rock den Lukas

Malte  (lacht): Das Besondere ist, dass die Art und Weise, wie dieser erste Auftritt verlaufen ist, der Grund dafür ist, weshalb es uns in dieser Form gibt. Wir haben nämlich zum ersten Mal gleich live ausprobiert, unsere alte Rockband mit Rapper und DJ zu mixen. Direkt vor 1.500 Leuten im Aladin. Damals sind wir als „Scumpies“ mit „MC Stunnah“ und „DJ Quincee“ aufgetreten.

Stefan: Und wir wussten: Wenn das in die Hose geht, dann brauchen wir uns beim Veranstalter nicht mehr blicken zu lassen. Und das Projekt können wir dann auch nicht weiterführen. Es ist aber genau das eingetreten, was wir uns gewünscht haben: Das Publikum hat total gerockt und gefeiert.

Malte: Da haben wir unsere alten Projekte aufgegeben und uns mit Vollgas dem neuen gewidmet.

Gab es in Eurer Karriere einen ganz bestimmten Auftritt, der am meisten Spaß gemacht hat?

Stefan: Der war Anfang Mai in München beim "Monster Bash", einem Festival. Da durften wir uns die Bühne mit alten Wunschgrößen und Bands aus unserer Jugend wie "Slime" teilen. Damit haben wir nie gerechnet. Das war geil!

Stunnah: Das war super organisiert und richtig groß, etwa 4.000 Leute haben zugesehen. Die Fans feiern das ab und rasten richtig aus - das war einfach nur der Killer!

Habt Ihr vor großen Auftritten Lampenfieber?

Stef: Ein bisschen Aufregung gehört natürlich dazu, aber die Vorfreude überwiegt.

Stunnah: Die Nervosität setzt bei mir jetzt immer kürzer vor Auftritten ein.

AElement

Malte: Früher war man schon einen Tag vorher aufgeregt, das hat sich aber verändert. Weil wir heute wissen, was uns erwartet und wie unsere Musik ankommt, ist die Nervosität eher gering.

Björn: Außerdem sind wir ja immer gut vorbereitet. Nervosität wandelt sich spätestens nach dem ersten Song in Begeisterung um. In unsere Auftritte ist durch unsere Erfahrung ein bisschen Routine eingekehrt.

Wo kann man Euch treffen? Wo geht Ihr in der Gegend privat gerne feiern?

Alle: Maddox!!!

Malte: Sagen sogar die Bremer!

Stefan: Meist feiern wir aber auf Privatpartys, zu denen wir uns gegenseitig einladen. Und in Bremen gehen wir sonst alle gerne ins „Modernes“. Und natürlich in die ganzen Bars im Viertel.

Bevor jetzt alle chili-Leserinnen in die Bars im Viertel rennen – wer von Euch ist denn zur Zeit vergeben?

Stunnah: Alle. Genzo ist sogar verheiratet.

Björn: Unsere Mädels unterstützen die Band sehr, wir bekommen von ihnen Support und Rückendeckung. Malte: Das ist für sie teilweise natürlich nicht leicht – wir treffen uns ja echt oft. Dreimal die Woche immer.

Stefan: An dieser Stelle: Gruß an unsere Mädels, und danke für die Unterstützung!

 

 

 

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